Kurznachrichten
SCHIMON PERES.
„Seiner Heiligkeit Benedikt XVI., einem Hirten, der uns zu den Weiden des Segens und des Friedens führen will.“
![Benedikt XVI. und Schimon Peres. [© Associated Press/La Presse]](/upload/articoli_immagini_interne/1291734858190.jpg)
Benedikt XVI. und Schimon Peres. [© Associated Press/La Presse]
DIONIGI TETTAMANZI.
Newman und die Mailänder Kirche
![Die Seligsprechung von John Henry Newman. [© Associated Press/La Presse]](/upload/articoli_immagini_interne/1291734936455.jpg)
Die Seligsprechung von John Henry Newman. [© Associated Press/La Presse]
GAD LERNER.
Das Judentum und die Moschee am „Ground Zero“

IMoses empfängt die Gesetzestafeln/I, Marc Chagall.

Pius X.
Pius X.: Eucharistie keine Belohnung, sondern Heilmittel für die menschliche Schwäche
Am 8. August erschien im L’Osservatore Romano ein Artikel aus der Feder des Historikers Gianpaolo Romanato. Thema: die Dokumente von Papst Pius X. über die eucharistische Kommunion. Hier ein Auszug: „Man darf nicht vergessen, dass eine tief verwurzelte Mentalität jansenistischer Prägung die Christen vom Brauch des häufigen Kommunionempfangs entfernt hat, fast als wäre es die Krönung des Weges zur christlichen Vollkommenheit statt der Weg, um dorthin zu gelangen, ‚eine Prämie, und nicht ein Heilmittel für die menschliche Schwäche‘, wie der Papst schrieb. Mit der Intuition, die dieser große Seelsorger besaß, räumte Pius X. nicht nur entschlossen alle Ängste und Perplexitäten aus, die bei den Theologen noch sehr verbreitet waren, sondern befürwortete mit dem Dekret Tridentina Synodus vom 16. Juli 1905 sogar die gegenteilige Praxis: den häufigen – auch täglichen – Kommunionempfang. Fünf Jahre später vollendete er mit dem Dekret Quam singulari – dessen hundertsten Jahrestag wir nun begehen können – sein Reformprojekt für die Seelsorge und setzte das Alter für die Erstkommunion auf 7 Jahre herunter, auf ein Alter also, in dem – wie er es nannte –, ‚das Kind beginnt, die Vernunft zu gebrauchen‘. Mit diesen beiden Vorkehrungen wurde eine rigoristische weltliche Kultur beiseite geschoben und die Rückkehr zu einer Praxis eingeläutet, die bereits in den ersten Jahrhunderten des Christentums üblich war und dann nicht nur vom Lateran-Konzil des Jahres 1215, sondern auch vom Konzil von Trient bekräftigt wurde [...]. Pietro Gasparri, der damals auf Befehl des Papstes an der Kodifizierung des kanonischen Rechtes arbeitete, zählt dieses Dekret zu den ‚memorandi‘ Akten des Pontifikats von Pius X.: ‚Gott gebe, dass es überall Beachtung finden möge‘.“
Kirche/2
Dickens und die unerwartete Verbeugung vor Karl Borromäus
„Der Heilige, der hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat, verdient jeden christlichen Ehrerweis!“ rief der englische Schriftsteller Charles Dickens aus, als er den Mailänder Dom besichtigte: „Im Heiligenkalender gibt es viele gute und wahrhaftige Heilige; der hl. Karl Borromäus aber [...] hat ‚meine ganze Sympathie‘. Als mildtätigen Arzt der Kranken, treuen Freund der Armen, und nicht aus blindem Fanatismus, sondern, weil er ein entschiedener Gegner der schlimmen Mißbräuche der (papistischen Kirche) war, kann ich sein Andenken nur ehren. Und ich kann ihn nicht weniger ehren, weil er fast von einem Priester ermordet wurde, den andere Priester dazu angestiftet hatten, ihn am Altar zu töten, als Dank für die Anstrengungen, die er unternommen hatte, um eine Bruderschaft falscher und scheinheiliger Mönche zu reformieren. Gott beschütze alle, die in seine Fußstapfen treten! Selbst in unserer Zeit hätte ein Reformpapst ein wenig Schutz nötig“. Diese Verbeugung von Charles Dickens vor dem Erzbischof von Mailand (enthalten in Impressioni d’Italia, Carabba, Lanciano 2004) stand am 12. August im L’Osservatore Romano zu lesen. Titel: Charles Dickens zeigt sich von einer ungewohnten Seite: fasziniert vom Mailänder Bischof!
Kultur
Die Absurditäten der Finanzwelt und die Menschenopfer
„Die Frage aber bleibt, und genau sie ist das wahre Problem. Das sagt uns auf den Seiten der New York Times vom 21. August Nobelpreisträger Paul Krugman: „Jene, die der Welt die Wirtschaftspolitik diktieren – Banker, Finanzexperten, Minister, Möchtegern-Verteidiger der großen steuerlichen Tugenden – machen es wie die Priester finsterer antiker Kulte: bei jeder Wende, bei jedem Ereignis, das sie ‚Veränderung‘ nennen, fordern sie Menschenopfer, als ob man den Zorn eines unsichtbaren Gottes besänftigen müsste. Wie sollte man sonst – fragt sich der Träger des Nobelpreises für Wirtschaft 2008, ‚erklären, dass fast alles, was diese Priester aufdrängen, nicht nur kontinuierliche Bilanzkürzungen mit sich bringt, sondern auch steigende Arbeitslosigkeit, einen Börsencrash nach dem anderen, Menschen, die von den über sie hereinbrechenden Schicksalsschlägen verunsichert sind – Verlust ihres Eigentums, der Arbeit, des Rechts auf Bildung? Ich frage mich daher: wann werden wir damit aufhören, dem Gott einer Elite vermeintlicher Experten, die die Welt ruiniert, Opfer zu bringen und stattdessen anfangen, die Ärmel hochzukrempeln und die Wirtschaft zu sanieren?‘. Ich frage mich das auch.“ (Furio Colombo im il Fatto Quotidiano vom 29. August 2010).