Kurznachrichten
- Die Apostel haben nicht begonnen, zu organisieren, sie haben auf das Wirken Gottes gewartet, auf den Heiligen Geist
- „Der Mensch kann Gott ‚mit dem Gebet besser suchen und leichter finden als mit der Diskussion‘“
- Nobelpreis für Obama, die Demut Niebuhrs und der politische Messianismus
- Westerwelle: Wir müssen uns vom 11. September emanzipieren
PAPST.
Die Apostel haben nicht begonnen, zu organisieren, sie haben auf das Wirken Gottes gewartet, auf den Heiligen Geist

Pfingsten.
‚Nunc sancte nobis Spiritus‘. Wir beten darum, daß Pfingsten nicht nur ein Ereignis der Vergangenheit sein möge, der erste Anfang der Kirche, sondern daß es heute, jetzt stattfinde: ‚Nunc sancte nobis Spiritus‘. Wir beten darum, daß der Herr jetzt seinen Geist ausgießen und seine Kirche und die Welt neu erschaffen möge. Wir erinnern uns daran, daß die Apostel nach der Himmelfahrt nicht begonnen haben – wie es vielleicht normal gewesen wäre –, die zukünftige Kirche zu organisieren, zu schaffen. Sie haben auf das Handeln Gottes gewartet, haben auf den Heiligen Geist gewartet. Sie haben verstanden, daß man die Kirche nicht machen kann, daß sie nicht das Produkt unserer Organisation ist: Die Kirche muß aus dem Heiligen Geist geboren werden. Wie der Herr selbst durch den Heiligen Geist empfangen und geboren wurde, so muß auch die Kirche stets durch den Heiligen Geist empfangen und geboren werden. Nur durch diesen Schöpfungsakt Gottes können wir am Handeln Gottes, am göttlichen Handeln, teilhaben und mit Gott zusammenarbeiten. In diesem Sinne ist auch all unsere Arbeit auf der Synode ein Zusammenarbeiten mit dem Heiligen Geist, mit der Kraft Gottes, die uns vorausgeht. Und wir müssen immer wieder um diese göttliche Initiative bitten, in der wir dann als Mitarbeiter Gottes dazu beitragen können, daß seine Kirche aufs neue geboren werde und wachsen möge.“ Dann sprach der Papst kurz über die Bedeutung, die für die Christen das Wort confessio hat: „Im 10. Kapitel des Briefes an die Römer legt der hl. Paulus das Bekenntnis des 30. Kapitels des Buches Deuteronomium aus. In diesem letztgenannten Text scheint es, daß die Juden, als sie in die endgültige Form des Bundes, in das Heilige Land, eintreten, Angst haben und in Wirklichkeit Gott nicht so antworten können, wie sie es sollten. Der Herr sagt zu ihnen: Habt keine Angst, Gott ist nicht fern. Um zu Gott zu gelangen, muß man keinen unbekannten Ozean überqueren, sind keine Raumfahrten in den Himmel, keine schwierigen oder unmöglichen Dinge nötig. Gott ist nicht fern, er befindet sich nicht auf der anderen Seite des Ozeans, in den unendlichen Räumen des Universums. Gott ist nahe. Er ist in deinem Herzen und in deinem Mund, mit dem Wort der Torah, das in dein Herz eindringt und durch deinen Mund verkündet wird. Gott ist in dir und bei dir; er ist nahe.
In seiner Auslegung ersetzt der hl. Paulus das Wort ‚Torah‘ durch ‚Bekenntnis‘ und ‚Glauben‘. Er sagt: Gott ist wirklich nahe, es bedarf keiner schwierigen Unternehmungen, um zu ihm zu gelangen, und auch keiner spirituellen oder materiellen Abenteuer. Gott ist mit dem Glauben nahe, er ist in deinem Herzen, und durch das Bekenntnis ist er in deinem Mund. Er ist in dir und bei dir. Jesus Christus schenkt uns in seiner Anwesenheit wirklich das Wort des Lebens. So tritt er im Glauben in unser Herz ein. Er wohnt in unserem Herzen, und im Bekenntnis tragen wir die Wirklichkeit des Herrn in die Welt, in unsere Zeit. Das scheint mir ein sehr wichtiges Element zu sein: der nahe Gott. Wissenschaft und Technik verlangen große Investitionen; spirituelle und materielle Abenteuer sind kostspielig und schwierig. Aber Gott schenkt sich unentgeltlich hin. Die größten Dinge des Lebens – Gott, Liebe, Wahrheit – sind unentgeltlich. Gott schenkt sich in unserem Herzen hin. Ich würde sagen, daß wir oft über diese Unentgeltlichkeit Gottes nachdenken müssen: Es bedarf keiner großen materiellen oder auch intellektuellen Gaben, um Gott nahe zu sein. Gott schenkt sich unentgeltlich hin in seiner Liebe; er ist in mir im Herzen und auf den Lippen. Das ist der Mut, die Freude unseres Lebens.“
PAPST.
„Der Mensch kann Gott ‚mit dem Gebet besser suchen und leichter finden als mit der Diskussion‘“

Die Abteikirche Chiaravalle in Mailand.
WELTGESCHEHEN.
Nobelpreis für Obama, die Demut Niebuhrs und der politische Messianismus
![Familie Obama. [© Associated Press/LaPresse]](/upload/articoli_immagini_interne/1260372437348.jpg)
Familie Obama. [© Associated Press/LaPresse]
DEUTSCHLAND.
Westerwelle: Wir müssen uns vom 11. September emanzipieren
![Guido Westerwelle, Außenminister der neuen Regierung Merkel. [© Associated Press/LaPresse]](/upload/articoli_immagini_interne/1260372563005.jpg)
Guido Westerwelle, Außenminister der neuen Regierung Merkel. [© Associated Press/LaPresse]
![Benedikt XVI. mit Riccardo Di Segni. [© Associated Press/LaPresse]](/upload/articoli_immagini_interne/1260372629895.jpg)
Benedikt XVI. mit Riccardo Di Segni. [© Associated Press/LaPresse]
Riccardo Di Segni und Benedikt XVI.
Als „Fortsetzung eines Wegs der Begegnung“ kommentierte der Oberrabbiner von Rom, Riccardo Di Segni, im Corriere della Sera vom 14. Oktober den für den 17. Januar angekündigten Besuch des Papstes in der römischen Synagoge.
Begegnungen/2
Bagnasco, die Rabbiner und die Kontroverse über das Gebet für die Juden
„‚Die italienische Bischofskonferenz bekräftigt, dass die katholische Kirche nicht die Absicht hat, aktiv auf die Bekehrung der Juden hinzuwirken‘. Dieser Satz zeigt – schwarz auf weiß –, dass der Bruch gekittet ist, der nach der Wiedereinführung des lateinischen Karfreitag-Gebets Oremus et pro Judaeis entstanden war, in dem darum gebetet wird, dass die Juden ‚Jesus als den Messias anerkennen mögen‘.“ So wurde in einem Artikel des Corriere della Sera vom 23. September eine Note der CEI zusammengefasst, in der es um das Treffen zwischen dem Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, dem Rabbiner Giuseppe Laras, Präsident der italienischen Rabbinervereinigung, und Riccardo Di Segni, Oberrabbiner von Rom, ging. In dem Artikel wird auch festgestellt, wie zufrieden die Gesprächspartner des Kardinals über die glückliche Beilegung der Kontroverse waren.
Heilige/1
Obama erfreut über Heiligsprechung von Pater De Veuster
„‚Jozef De Veuster kann uns heute auch bei der Aidsbekämpfung ein Vorbild sein.‘ Das schrieb US-Präsident Obama in der Botschaft an Benedikt XVI. anlässlich der Heiligsprechung des belgisch-stämmigen Priesters, der sich auf Hawaii um Leprakranke kümmerte“ (la Repubblica, 12. Oktober). Jozef Damiaan De Veuster (1840-1889) aus der Kongregation vom Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und von der immerwährenden Anbetung des Allerheiligsten, wurde am 11. Oktober heiliggesprochen – zusammen mit dem seligen Bischof Zygmunt Szczesny Felinski, dem Dominikaner Francisco Coll y Guitart, dem Zisterzienser Rafael Arnáiz Barón, sowie Marie de la Croix Jugan, der Gründerin der Kongregation der kleinen Schwestern der Armen.
Heilige/2
Messori, der selige Faà di Bruno und die kleine Bernadette
Im Corriere della Sera vom 12. Oktober schrieb Vittorio Messori einen Artikel über die Bedeutung, die die Heiligen in der Menschheitsgeschichte und im Alltag der Christen haben. Dabei sprach er nicht nur über die Heiligen, die seine eigenen Namenspatrone sind (Vittore, Vittorino, Vittorio und Giorgio – Viktor und Georg, seinem zweiten Namen), sondern auch über jene, für die er eine besondere Verehrung empfindet. Über die letzteren schrieb er – nach einem kurzen Verweis auf Francesco Faà di Bruno, den heiligen Zeitgenossen Don Boscos: „Und dann ist da noch Bernadette Soubirous, dieses einfache Mädchen, das weder schreiben noch lesen konnte, und das Maria dennoch dazu auserkor, die Botschaft von Lourdes in Empfang zu nehmen. Der dies natalis dieser Heiligen fällt auf meinen Geburtstag: schon wegen dieses Zufalls konnte ich gar nicht anders, als ihr zu vertrauen und sie zu lieben. Auch Joseph Ratzinger wurde am 16. April geboren, und es ist kein Zufall, dass er des Öfteren betont hat, dieses kleine Mädchen zu seinen einflussreichsten Schutzpatronen im Himmel zählen zu dürfen und ihr auch seine Verbundenheit mit Lourdes zuzuschreiben. Die vielen Heiligen mit Namen Viktor und Georg, die doch immerhin Patrone von Genua und Großbritannien sind, mögen es mir nicht übelnehmen: der christliche Reichtum lässt solche Freiheiten zu.“
Kurie/1
Turkson Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden
Am 24. Oktober ernannte Benedikt XVI. den afrikanischen Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson zum neuen Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Er tritt somit an die Stelle von Kardinal Renato Raffaele Martino, der im November seinen 77. Geburtstag feiern kann. Turkson (61), der seit 1975 Priester ist, wurde im Oktober 1992 zum Erzbischof von Cape Coast in Ghana ernannt und beim Konsistorium vom 21. Oktober 2003 von Johannes Paul II. zum Kardinal kreiert. Die Ernennung Turksons wurde zum Abschluss der Zweiten Bischofssynode für Afrika angekündigt, bei der Turkson Generalrelator war.
Kurie/2
Monteiro de Castro Sekretär des Kardinalskollegiums
Am 21. Oktober ernannte der Papst den portugiesischen Erzbischof Manuel Monteiro de Castro zum Sekretär des Kardinalskollegiums. Das Amt ist mit dem des Sekretärs der Kongregation für die Bischöfe verbunden, für das Monteiro de Castro am 3.Juli ernannt worden war.
Kurie/3
Suriani Delegat bei den Päpstlichen Vertretungen
Am 24. September ernannte Benedikt XVI. Erzbischof Luciano Suriani zum Delegaten im Staatssekretariat für die Päpstlichen Vertretungen. Der aus Atessa, Provinz Chieti und Erzdiözese Chieti-Vasto, stammende Suriani empfing 1981 die Priesterweihe.
Als Diplomat des Hl. Stuhls war er in den Päpstlichen Vertretungen in der Elfenbeinküste tätig, in der Schweiz, in der Zweiten Sektion des Staatssekretariats (wo er acht Jahr lang Sondersekretär des damaligen Erzbischofs und heutigen Kardinals Jean-Louis Tauran war) sowie in der Apostolischen Nuntiatur in Italien. Im Februar 2008 erfolgte seine Ernennung zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius in Bolivien. Nach erfolgter Weihe im April 2008 war er ein paar Monate lang in La Paz tätig. Aus inzwischen behobenen gesundheitlichen Gründen hatte er als Nuntius zur Verfügung der ersten Sektion des Staatssekretariats in den Vatikan zurückkehren müssen.
Kurie/4
Neue Sekretäre im Rat für die Familie und dem für Gerechtigkeit und Frieden
Am 22. Oktober ernannte der Papst den Franzosen Jean Laffitte (57) zum Sekretär des Päpstlichen Rates für die Familie. Der bisherige Vizepräsident der Päpstlichen Akademie für das Leben wurde gleichzeitig auch Titularbischof von Entrevaux. Seit seiner Priesterweihe im Jahr 1989 für die Diözese Autun, ist Laffitte Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel. Seit 1994 war er Dozent und dann, für ein Dreijahresmandat (1999-2001), Vizepräses der Päpstlichen Instituts „Giovanni Paolo II“ für Studien zu Ehe und Familie. 2003 wurde er Konsultor der Kongregation für die Glaubenslehre. Seit 2006 war er Vizepräsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, 2005 Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Familie.
Am 22. Oktober ernannte der Papst auch den neuen Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden: Es handelt sich um den aus Venetien stammenden Salesianer Mario Toso (59), der gleichzeitig auch zum Titularbischof von Bisarcio ernannt wurde. Nach seinem Eintritt in den Salesianer-Orden 1967 wurde er 1978 zum Priester geweiht. Sein Doktorat in Philosophie erwarb er an der katholischen Herz-Jesu-Universität in Mailand (1978); das Lizentiat in Philosophie an der Päpstlichen Salesianer-Universität (1981); das Lizentiat in Theologie an der Päpstlichen Universität Lateranense (1982). Seit 1980 war er Dozent an der Päpstlichen Salesianer-Universität, 1991 wurde er Ordinarius für theoretische Philosophie; von 1994 bis 2000 war er Dekan der Philosophischen Fakultät besagter Universität, von 2003 bis 2009 Rector Magnificus.
Italien
Moro, die von der Kirche beschafften Geldmittel und die Symbole
Wie die Verhandlungen um die Befreiung Aldo Moros aus den Händen der Roten Brigaden verlaufen sind? „Wenn sich etwas mit Geld lösen lässt, wird alles einfach. Die Kirche hat sich für Moro eingesetzt und dann Geldmittel beschaffen können, letztendlich hatten aber Fragen anderer Natur die Oberhand, Fragen auch symbolischer Art...“. So der Schluss eines Interviews mit dem namhaften Vertreter der sozialistischen Partei Italiens, Rino Formica (Corriere della Sera, 21. Oktober).
Diplomatie/1
Ventura neuer Nuntius in Frankreich
Am 23. September ernannte Benedikt XVI. den lombardischen Erzbischof Luigi Ventura (65) zum Apostolischen Nuntius in Frankreich. Der aus Borgosatollo, Provinz und Diözese Brescia, stammende Geistliche wurde 1969 zum Priester geweiht. 1978 trat er in den diplomatischen Dienst des Hl. Stuhls ein. Etappen seiner Laufbahn waren die Nuntiaturen in Brasilien, Bolivien und Großbritannien. 1984 wurde er in die Sektion des Staatsekretariats berufen, die sich mit den Beziehungen mit den Staaten befasst. Er hat auch mit dem Sondersekretariat von Kardinal Agostino Casaroli zusammengearbeitet, der bis 1990 Staatssekretär war. 1995 erfolgte die Ernennung zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius in Elfenbeinküste, Burkina Faso und Niger. Nach seiner Ernennung zum Päpstlichen Repräsentanten in Chile 1999 wurde er 2001 zum Nuntius in Kanada ernannt.
Diplomatie/2
Neue Botschafter der Philippinen, Hollands und der Vereinigten Staaten beim Hl. Stuhl
Am 2. Oktober nahm der Papst die Akkreditierungsschreiben der neuen Botschafter der Philippinen, der Niederlande und der Vereinigten Staaten beim Hl. Stuhl entgegen. Die neue Repräsentantin von Manila ist Mercedes Arrastia Tuason (79), Mitglied der Pro-Life Foundation Inc. und Vizepräsidentin des Verwaltungsrates des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs für die Familie.
Neue Botschafterin Hollands ist Baronin H.J.C. Maria van Lynden-Leijten (59), die bereits als Botschafterin in Bulgarien wirkte und 2005 Leiterin der Abteilung für Nordafrika und Nahost beim Außenministerium war.
Der aus Washington gekommene Miguel Humberto Díaz (46) ist Theologieprofessor, Präsident der Academy of Catholic Hispanic Theologians of the United States und Mitglied der Karl Rahner Society und der Catholic Theological Society of America.
Diplomatie/3
Neuer Vertreter der Europäischen Gemeinschaften beim Hl. Stuhl
Am 19. Oktober empfing der Papst den neuen Vertreter der Kommission der Europäischen Gemeinschaften beim Hl. Stuhl, den 63jährigen, in Algerien geborenen Franzosen Yves Gazzo. Seit 2003 war er Chef der Europäischen Kommission in Frankreich.