Rubriken
Aus Nr.10 - 2008


BENEDIKT XVI.

Die Auferstehung Jesu


IDer ungläubige Thomas/I, Caravaggio.

IDer ungläubige Thomas/I, Caravaggio.

„‚Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos... und ihr seid immer noch in euren Sünden‘ (1Kor 15, 14.17). Mit diesen deutlichen Worten des Ersten Briefes an die Korinther gibt der hl. Paulus zu verstehen, welche entscheidende Bedeutung er der Auferstehung Jesu beimisst. In diesem Ereignis liegt nämlich die Lösung des Problems, das vom Drama des Kreuzes aufgeworfen wurde. Das Kreuz allein könnte den christlichen Glauben nicht erklären, ja es bliebe eine Tragödie, ein Zeichen für die Absurdität des Seins. Das Ostergeheimnis besteht darin, dass jener Gekreuzigte ‚am dritten Tag auferweckt worden ist, gemäß der Schrift‘ (1Kor 15, 4).“ So der Beginn der Katechese, die der Heilige Vater am Mittwoch, 5. November, gehalten hat (zitiert nach: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 40/2008, S. 2).




USA.

Obama und Niebuhr


Barack Obama mit seiner Frau Michelle und den beiden Töchtern. [© Associated Press/LaPresse]

Barack Obama mit seiner Frau Michelle und den beiden Töchtern. [© Associated Press/LaPresse]

In La Stampa vom 9. November gab Barbara Spinelli der Hoffnung Ausdruck, der neue Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, möge „den Realismus Reinhold Niebuhrs wieder entdecken“. Der protestantische Theologe (1892- 1971) Niebuhr „war ein Christ, der dem politischen Messianismus feindlich gegenüberstand: Nach Jahren fundamentalistischer ‚Berauschung‘ haben sowohl Amerika als auch Europa dringend eine solche Entziehungskur nötig.“





Kinder in Gaza. [© Associated Press/LaPresse]

Kinder in Gaza. [© Associated Press/LaPresse]

Nahost/1
Die Kinder Gazas

„Sieben von zehn Kindern in Gaza leiden an einem Mangel an Eisen und Vitamin A und D. Es gibt zu wenig Getreide, Öl, Obst, Gemüse, Zucker.“ Und die Nahrungsmittelvorräte werden – wie es im letzten, 46 Seiten starken schonungslosen Bericht des Internationalen Roten Kreuzes heißt – „auch den zukünftigen Bedarf nicht decken können.“ Die britische OXFAM spricht von einer humanitären Notlage, die ein sofortiges Eingreifen notwendig macht, weil „das Durchhaltevermögen von anderthalb Millionen Menschen erschöpft ist“ und man frontal auf eine Katastrophe zusteuert. Die Arbeit wurde niedergelegt, die Fischerboote fahren schon seit Monaten nicht mehr aufs Meer hinaus: Laut UNO-Bericht sind die Vorräte längst aufgebraucht.“ So der Auftakt eines Artikels (Corriere della Sera, 16. November) über die humanitäre Katastrophe, auf die das im Würgegriff des Embargos befindliche Gaza-Gebiet zusteuert.


Nahost/2
Hitler besiegen

Im Corriere della Sera vom 30. Oktober erschien eine Rezension des Buches Sconfiggere Hitler [Hitler besiegen] von Avraham Burg (Neri-Pozza-Verlag). Dort steht zu lesen: „Der hartnäckig praktizierte, unablässige Schoah-Kult hat die politische Kultur des israelischen Staates modifiziert. Er wurde zur öffentlichen Rechtfertigung der Polizeistaat-ähnlichen Härte, mit der Israel in den besetzten Gebieten vorgeht und hat auch die israelische Gesellschaft militarisiert.Er hat eine fanatisch-brutale extreme Rechte hervorgebracht, die den Autor paradoxerweise an den Nationalsozialismus erinnert; und er hat in inzwischen breiten Sektoren des Judaismus – vor allem des amerikanischen und israelischen – die Überzeugung geschaffen, dass die Schoah ein unvergleichliches Ereignis sei und nicht wie andere tragische Ereignisse der Weltgeschichte historisch analysiert werden könne [...]. Aber die schlimmste Auswirkung des Schoah-Kults ist moralischer Art. Beherrscht von der Erinnerung an den Völkermord scheint der Judaismus nicht nur seinen Humanismus aufgegeben zu haben, sondern auch seine universale Sendung, seine Sensibilität für die Demütigen und Unterdrückten und die außerordentlichen moralischen Werte seines philosophischen und religiösen Denkens.“ Avraham Burg ist ein namhafter Vertreter der pazifistischen Labor-Bewegung Peace Now und war von 1999 bis 2003 Präsident der Knesset (israelisches Parlament).


Kirche/1
Zwei Jesuiten ermordet

„Zwei Jesuitenpatres, der Russe Otto Messmer und Victor Betancourt aus Ecuador, wurden Dienstag Abend in einer Wohnung der Gesellschaft Jesu in der Petrovka-Strasse, im Zentrum Moskaus, ermordet aufgefunden [...]. Laut Meinung der Jesuiten und der russischen Bischöfe sollen die beiden Priester zu verschiedenen Zeitpunkten ermordet worden sein: Pater Betancourt wahrscheinlich am 25. Oktober; er blieb am Tag darauf, einem Sonntag, ohne Bescheid zu geben der Messfeier fern. Die Ermordung von Pater Messmer, der am Abend des 27. von einer Auslandsreise zurückgekehrt war, soll laut Meinung seiner Mitbrüder dagegen am Montag erfolgt sein“ (la Repubblica, 30. Oktober).


Kirche/2
Der erste katholische Priester im kommunistischen Korea

„Die asiatische Presseagentur UCA und Asia News berichten von einer nie dagewesenen Öffnungsbereitschaft des kommunistischen Regimes von Pyongyang: Zum ersten Mal seit 60 Jahren kann ein katholischer Priester in Nordkorea tätig werden. Pater Paul Kim Kwon-soon aus dem Minoriten-Orden wird Ende November mit seiner Arbeiterpastoral für die Angestellten einer Fabrik beginnen, die dank eines Gemeinschaftsprojekts der beiden Teile Koreas entstehen konnte.“ So La Stampa-Journalist Marco Tosatti in seiner online-Rubrik (3. November 2008).


Terrorismus >
Präventivstrategien und der 11. September

Am 8. November veröffentlichte der Corriere della Sera in der Rubrik „Leserbriefe“ einige interessante Gedanken von Sergio Romano zur amerikanischen Reaktion auf die Attentate vom 11. September 2001. Romano erklärt, dass ihm der Krieg in Afghanistan am Anfang „gerechtfertigt“ erschien. Ein paar Monate später aber „begriffen wir, dass der Krieg in Afghanistan für die neokonservativen Berater im Weißen Haus nur der Auftakt eines Dramas war, das mindestens zwei Akte vorsah: Den ersten Akt, in dem Amerika den Irak erobert und das Regime Saddam Husseins durch die irakischen Emigranten ersetzt, die sich in den Jahren zuvor in Washington ‚eingenistet‘ hatten. Und den zweiten Akt, in dem man, nach erfolgreichem Abschluss der ersten Operation, den Irak in die Ecke drängt und alles tut, um eine Wende im Land der Ayatollahs herbeizuführen. Manchem Neokonservativen schwebte sogar noch ein dritter Akt vor, der auf der großen Bühne China spielen sollte – sobald die Vereinigten Staaten die dominierende Macht in Nahost und ganz Westasien geworden wären. Vielen Beobachtern war längst klar, dass es sich bei dieser Strategie nicht um eine realistische und in ihren Proportionen angemessene Reaktion auf die Attentate vom 11. September handeln konnte, sondern um die Umsetzung eines Plans, den die Berater Bushs schon vor Jahren ausgeklügelt hatten und der durch den 11. September auf einmal in greifbare Nähe gerückt war.“


Kardinäle
Kardinal Jaworski zurückgetreten

Am 21. Oktober wurde dem Rücktrittsgesuch von Kardinal Marian Jaworski (82) stattgegeben. Der neue Erzbischof von Lviv (Lemberg) der Lateiner ist Mieczyslaw Mokrzycki (47), seit Juli 2007 Koadjutor und zuvor zweiter persönlicher Sekretär von Johannes Paul II. und Benedikt XVI.


Diplomatie/1
Diplomatische Beziehungen zwischen Botswana und Hl. Stuhl

Am 4. November gab das Vatikanische Presseamt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Hl. Stuhl und der südafrikanischen Republik Botswana bekannt. Damit unterhält der Hl. Stuhl derzeit volle diplomatische Beziehungen zu 177 Ländern. Zur Russischen Föderation und zur PLO bestehen diplomatische Beziehungen besonderer Art. Damit beläuft sich die Zahl der Staaten, in denen der Hl. Stuhl keinen Botschafter hat, auf sechzehn. In neun dieser Länder ist kein vatikanischer Gesandter anwesend: Afghanistan, Saudi-Arabien, Bhutan, Volksrepublik China, Nordkorea, Malediven, Oman, Tuvalu und Vietnam. In den verbleibenden sieben Ländern sind nur Apostolische Delegaten vertreten (Päpstliche Repräsentanten bei den lokalen katholischen Gemeinschaften, nicht aber bei den Regierungen): Drei in Afrika (Komoren, Mauretanien und Somalia) und vier in Asien (Brunei, Laos, Malaysia, Myanmar).


Diplomatie/2
Neue Nuntien in Äthiopien und Portugal

Am 24. Oktober wurde George Panikulam (66), Bischof der Syro-Malabaren und seit 2003 Päpstlicher Repräsentant in Mosambik, zum Apostolischen Nuntius in Äthiopien und Apostolischen Delegaten in Somalia ernannt. Der Inder Panikulam ist seit 1967 Priester. 1979 trat er in den diplomatischen Dienst. Die bisherigen Etappen seiner Laufbahn waren: Kanada, Venezuela, Deutschland, Brasilien und der UNO-Sitz New York. 1999 erfolgte seine Ernennung zum Erzbischof und zum Nuntius in Honduras, wo er bis 2003 tätig war.
Am 8. November wurde Erzbischof Rino Passigato (64) aus dem italienischen Bovolone zum Apostolischen Nuntius in Portugal ernannt. Seit 1999 war er Päpstlicher Repräsentant in Peru. Passigato, der seit 1968 Priester ist, war zuvor Nuntius in Burundi (1991-1996) und Bolivien (1996-1999).


Diplomatie/3
Neue Botschafter beim Hl. Stuhl

Am 27. Oktober überreichte die neue philippinische Botschafterin beim Hl. Stuhl ihr Akkreditierungsschreiben: Cristina Castañer-Ponce Enrile (70), Unternehmerin.
Am 30. Oktober war die neue Repräsentantin Kanadas an der Reihe: Anne Leahy (56), Karrierediplomatin und Bundeskoordinatorin beim Weltjugendtag in Toronto 2002, Botschafterin in Kamerun, Polen, Russland und im afrikanischen Seengebiet.
Am 6. November war der neue Botschafter Ägyptens an der Reihe: Lamia Aly Hamada Mekhemar (46), Karrierediplomat, dritter Sekretär am Quirinal (Botschaft Rom) und Kabinettchef der Präsidentengattin.
Am 7. November überreichte der neue Botschafter Litauens sein Akkreditierungsschreiben: Vytautas Alisauskas (51), Dozent und ehemaliger Repräsentant der litauischen Bischofskonferenz im Rat der öffentlichen Radio- und Fernsehanstalten.
Am 8. November war der neue Botschafter Chinas (Taiwan) an der Reihe: Wang Larry Yu-yuan (61), Karrierediplomat und in der Vergangenheit Repräsentant in Argentinien und in den Niederlanden.
Am 13. November wurde der neue Botschafter San Marinos vorstellig: Sante Carducci (64), ehemaliges Mitglied des Republikrats und Chefarzt am Staatlichen Krankenhaus.
Am 17. November schließlich überreichte der neue Botschafter des Libanon sein Akkreditierungsschreiben: Georges Chakib El Khoury (56), bisheriger Leiter des Informationsbüros der libanesischen Armee.


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