Rubriken
Aus Nr.05 - 2007

Kurznachrichten




Benedikt XVI. beschließt den Marienmonat Mai vor der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten (31. Mai 2007).

Benedikt XVI. beschließt den Marienmonat Mai vor der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten (31. Mai 2007).

Papst/1
Die Mutter folgt dem göttlichen Sohn nach

Zum Abschluss des Marienmonats Mai sagte der Papst am Donnerstag, 31.5. (Fest der Heimsuchung Marias), bei der Andacht vor der Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten: „Jesus begann gerade im Schoß Marias Gestalt anzunehmen, doch sein Geist erfüllte bereits ihr Herz, so dass sich die Mutter sogleich in die Nachfolge ihres göttlichen Sohnes stellte: Auf dem Weg, der von Galiläa nach Judäa führt, drängte Jesus selbst Maria, indem er ihr großherzigen Elan eingab, auf den hilfsbedürftigen Nächsten zuzugehen, den Mut, ihre eigenen berechtigten Bedürfnisse, Schwierigkeiten, Sorgen und Gefahren für ihr eigenes Leben außer acht zu lassen.“ Später dann, als er erklärte, warum die christliche Nächstenliebe eine ‚theologale‘ Tugend ist, fügte er an: „Jede Geste wahrer Liebe, auch die kleinste, birgt einen Funken des grenzenlosen Geheimnisses Gottes in sich: Der aufmerksame Blick auf den Bruder, die Nähe zu ihm, die Teilhabe an seiner Not, die Heilung seiner Wunden, die Verantwortung für seine Zukunft, all dies wird bis ins kleinste Detail ‚theologal‘, wenn es vom Geist Christi beseelt ist. Maria erwirke uns die Gabe, so lieben zu können, wie sie zu lieben vermochte.“ (zitiert nach: L’Osservatore Romano, Nr. 23/2007, S. 11)


Papst/2
Die Indios, die Verbrechen und das herrliche Werk der Gnade

Bei der Audienz vom 23. Mai erinnerte der Papst an seine kürzlich unternommene Reise nach Brasilien. Hier ein Auszug: „Gewiss, die Erinnerung an eine glorreiche Vergangenheit darf die Schatten, die das Werk der Evangelisierung des lateinamerikanischen Kontinents begleiteten, nicht ignorieren: Es ist in der Tat nicht möglich, das Leid und die Ungerechtigkeiten zu vergessen, die von den Kolonisatoren den oft in ihren grundlegenden Menschenrechten mit Füßen getretenen indigenen Völkern zugefügt worden sind. Aber die gebührende Erwähnung derartiger nicht zu rechtfertigender Verbrechen [...] darf nicht daran hindern, voll Dankbarkeit das wunderbare Werk wahrzunehmen, das im Lauf dieser Jahrhunderte von der göttlichen Gnade unter diesen Völkern vollbracht wurde“ (zitiert nach: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 22/2007, S. 2).


Papst/3
Rom ist der konkrete Name der Katholizität und der Wirklichkeit der Mission

Vor dem Regina Caeli am Pfingstsonntag, 27. Mai, sagte der Papst zu der auf dem Petersplatz versammelten Menge: „Darüber hinaus ist die Kirche ihrem Wesen nach missionarisch, und seit dem Pfingsttag hört der Heilige Geist nicht auf, sie auf die Wege der Welt zu drängen, bis hin zu den äußersten Grenzen der Erde und bis zum Ende der Zeiten. Diese Wirklichkeit, die wir in jedem Zeitalter ausmachen können, ist sozusagen schon im Buch der Apostelgeschichte vorweggenommen, wo die Überlieferung des Evangeliums von den Juden zu den Heiden, von Jerusalem nach Rom, beschrieben ist. Rom steht für die Welt der Heiden und so für alle Völker, die nicht zum alten Volk Gottes gehören. [...] Man kann also sagen, dass Rom der konkrete Name der Katholizität und der Wirklichkeit der Mission ist“ (zitiert nach: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 22/2007, S. 1).


Kirche
Bartholomaios I., der Papst und Russland

Im Corriere della Sera vom 2. Juni zog Antonio Ferrari über sein Gespräch mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. wie folgt Bilanz: „Mit Moskau haben alle Probleme. Auf meine Frage, ob ein Besuch des Papstes in Russland in absehbarer Zeit möglich sein könnte, meinte der ökumenische Patriarch ausweichend: ‚Ich weiß nicht, vielleicht wäre eine Begegnung in einer anderen Stadt leichter möglich‘.“


Kardinäle
Der achtzigste Geburtstag der Kardinäle Paskai, Macharski und Vithayathil

Am 8. Mai konnte der ungarische Kardinal und Franziskaner László Paskai, emeritierter Erzbischof von Esztergom-Budapest, seinen 80. Geburtstag feiern. Am 20. war der Pole Franciszek Macharski an der Reihe, emeritierter Erzbischof von Krakau, am 29. der indische Redemptorist Varkey Vithayathil, syro-malankarischer Großerzbischof von Ernakulam-Angamaly. Ende Mai setzte sich das Kardinalskollegium aus 184 Kardinälen zusammen, 105 davon Wähler.


Kurie/1
Neue Sekretäre bei der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen und der für den Klerus

Am 5. Mai wurde Mons. Michele Di Ruberto, der im August seinen 73. Geburtstag feiern kann, zum Erzbischof und Sekretär der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ernannt. Er wird somit der Nachfolger des 67jährigen polnischen Erzbischofs Edward Nowak, der am selben Tag zum Assessor des Ritterordens vom Heiligen Grab und Kanoniker der Vatikanbasilika ernannt wurde. Di Ruberto, seit 1992 Untersekretär besagten Dikasteriums, stammt aus der norditalienischen Diözese Lucera. Die Priesterweihe empfing er 1957; 1962 erwarb er an der römischen Lateran-Universität sein Doktorat in Kirchenrecht; 1974 promovierte er an der Universität Neapel in Jurisprudenz.
Am 7. Mai wurde Bischof Mauro Piacenza zum Erzbischof und Sekretär der Kongregation für den Klerus ernannt. Der 63jährige Genuese wurde 1969 zum Priester geweiht. 1986 erfolgte seine Ernennung zum Kanoniker des Doms zu Genua durch Kardinal Giuseppe Siri, damals Erzbischof dieser Stadt. Vier Jahre später, 1990, trat er in den Dienst des Hl. Stuhls, wo er in der Kongregation für den Klerus tätig war – 1997 als Bürovorsteher und 2000 als Untersekretär. Im Jahr 2003 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Bischof und übertrug ihm das Amt des Präsidenten der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche, machte ihn also zum „Kultusminister“ des Hl. Stuhls. Im August 2004 wurde er auch zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für sakrale Archäologie ernannt. Mons. Piacenza behält ad interim die beiden Ämter bei, die er in den letzten beiden Jahren bekleidet hat.
Am 8. Mai wurde der 54-Jährige amerikanische Benediktiner Michael John Zielinski zum Vizepräsidenten der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche und Vizepräsidenten der Päpstlichen Kommission für sakrale Archäologie ernannt. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1977 war er Prior der Klostergemeinschaft der Abtei San Miniato al Monte in Florenz. Seit Dezember 2003 war Zielinski Abt von Our Lady of Guadalupe, im amerikanischen Pecos.
Am 1. Juni wurde der 61-Jährige kanadische Erzbischof J. Michael Miller aus der Priestergemeinschaft des hl. Basilius und Sekretär der Kongregation für das katholische Bildungswesen zum Koadjutor des Erzbischofs von Vancouver ernannt.


Kurie/2
Ein Kolumbianer neuer Vizepräsident der Kommission für Lateinamerika

Am 31. Mai wurde der 62-Jährige kolumbianische Erzbischof José Octavio Ruiz Arenas zum Vizepräsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika ernannt. Er wird damit Nachfolger des am 7. April verstorbenen mexikanischen Erzbischofs Luis Robles Díaz. Ruiz Arenas, der 1969 die Priesterweihe empfing, war bereits als Beamter in der Kongregation für die Glaubenslehre tätig (von 1985 bis 1996). 1996 erfolgte seine Ernennung zum Weihbischof von Bogotá. Seit 2002 war er Bischof von Villavicencio, das 2004 zur Erzdiözese erhoben wurde.


Irak
Bush und die Entchristlichung

Reportage in drei Folgen von Sergio Romano über das Drama der irakischen Christen, die in Syrien Zuflucht fanden. Die letzte Folge (Corriere della Sera, 19. Mai) schließt mit folgenden Worten: „Im Irak stellten die Christen (vor allem Chaldäer, aber auch Assyrer, Orthodoxe und Armenier) 3% der Bevölkerung dar. Am Ende dieser nicht enden wollenden ‚trüben Zeiten‘ wird der Großteil dieser Gemeinschaft in der gesamten Region, ja, über die ganze Welt verstreut sein. Und die Geschichte des Nahen Ostens wird in einem Jahrhundert von einem religiösen Präsidenten berichten, der seine morgendlichen Sitzungen mit einem Gebet zum Herrn zu beginnen pflegte und verantwortlich war für die Entchristlichung des Irak.“


Italien
Ciampi: nie wieder ein 1992

Im Mai kam es zu einer hitzigen Debatte um die Möglichkeit darüber, dass es in Italien wieder zu einer Tangentopoli-ähnlichen Jahreszeit kommen könnte. Am 28. Mai wurde der emeritierte italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi in der la Repubblica dazu befragt. Hier der Schluß des Artikels in der römischen Tageszeitung: „Ciampi gefiel sehr gut, was ihm Gianni Agnelli einmal gesagt hat und Ezio Mauro vor vier Tagen wieder aufgriff: „Wenn Sie scheitern, kann nach Ihnen nur ein Kardinal oder ein General kommen...“. Laut Meinung des emeritierten Präsidenten sind diese Zeiten vorbei. Und dürfen auch niemals wiederkehren.“


Iran
Die USA und der Starrsinn des Iran

„Die Strategie Washingtons zur Unterstützung der Demokratie im Iran hat einen Boomerang-Effekt ausgelöst. Nun ist es für die gemäßigten Faktionen im Innern der iranischen Macht-Hierarchie noch schwieriger, einen Kompromiss mit dem Westen zu fordern. Außerdem hat es zu nichts anderem geführt als zur Schikanierung und Inhaftierung von iranischen Intellektuellen, Reformatoren und Menschenrechtsverfechtern, die nicht nur bessere Beziehungen zwischen USA und Iran anstreben, sondern auch einen Reformprozess für das Land der Ayatollahs.“ So eine Passage eines Artikels im Corriere della Sera (1. Juni) aus der Feder der iranischen Friedensnobelpreisträgerin 2003, Shirin Ebadi, und Professor Mohammad Sahimis.


Russland
Putin, Sarkozy und Amerika

Im Corriere della Sera vom 3. Juni erschien ein langes Interview mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin. Darin wurden u.a. die Beziehungen zu Frankreich nach dem Wahlsieg von Nicolas Sarkozy angesprochen, dem eine Amerika-freundlichere Gesinnung nachgesagt wird als seinem Vorgänger Chirac. Der russische Präsident: „Schauen Sie, wir fühlen uns als Freunde Amerikas [...]. Und was Sarkozy angeht, den ich in wenigen Tagen treffen werde, kann ich nur sagen, dass er zwar betont hat, ein Freund Amerikas zu sein, aber auch auf das Recht pocht, in gewissen Punkten anderer Meinung sein zu dürfen. Und genauso sehe ich das auch.“


Nahost
Israelischer Geheimdienst und palästinensische Extremisten

„Hinter der am 27. Juni 1976 von einem palästinensischen Terrorkommando durchgeführten dramatischen Flugzeugentführung einer Air-France-Maschine mit 229 Passagieren an Bord (83 davon Israelis) soll der israelische Geheimdienst gesteckt haben. Die Gegenspionage-Organisation Schin Bet soll die von der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) beschlossene Operation unterstützt haben, um im Westen die Palästinensische Befreiungsorganisation Jassir Arafats zu verunglimpfen und eine Annäherung zwischen dieser und Washington zu verhindern. Dieses Detail – überraschenderweise wurden die Geiseln in Entebbe (Ziel der Flugzeugentführer) von keinen Geringen als den israelischen Streitkräften gewaltsam befreit – ging gestern aus bisher streng geheimen Dokumenten der britischen Regierung hervor“ (Corriere della Sera am 2. Juni).


Ernennungen
Neue Bischöfe in Verona und Volterra. Junger Weihbischof in Palermo

Am 8. Mai wurde der 60-Jährige Giuseppe Zenti zum Bischof von Verona ernannt. Der aus San Martino Buon Albergo stammende Zenti empfing 1971 die Priesterweihe, wurde 2002 Generalvikar von Verona und 2003 Bischof von Vittorio Veneto.
Am 8. Mai wurde auch Mons. Alberto Silvani, der im September seinen 61. Geburtstag feiern kann und aus der Provinz Massa Carrara stammt, zum Bischof von Volterra ernannt. Nach seiner Priesterweihe 1970 war er Dekankanoniker des Doms von Pontremoli und Pfarrer der Pfarrei „San Pietro Apostolo“ in Avenza.
Am 28. Mai wurde der 45-Jährige Carmelo Cuttitta zum Weihbischof von Palermo ernannt. Der aus Godrano, Provinz und Erzdiözese Palermo stammende Cuttitta empfing 1987 die Priesterweihe und war Sondersekretär des verstorbenen Kardinals Salvatore Pappalardo (von 1990-1996). 1996 wurde er Pfarrer der Pfarrei San Giuseppe Cottolengo. Mons. Cuttitta ist das jüngste Mitglied der italienischen Bischofkonferenz.


Diplomatie/1
Bald diplomatische Beziehungen zwischen Hl. Stuhl und Vereinigten Arabischen Emiraten

Am 31. Mai wurde mit gemeinsamem Pressekommuniqué die kurz bevorstehende Anknüpfung diplomatischer Beziehungen zwischen Hl. Stuhl und Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt gegeben.


Diplomatie/2
Neue Botschafter Ost-Timors, Pakistans, Islands, Estlands, Burundis und des Sudan

Am 21. Mai überreichte der erste Botschafter Ost-Timors beim Hl. Stuhl sein Akkreditierungsschreiben. Es handelt sich um den 61-Jährigen Justino Maria Aparício Guterres, seit 2002 nationaler Leiter für das höhere Bildungswesen am Kultusministerium Ost-Timors.
Am 1. Juni überreichten noch fünf weitere Botschafter ihre Akkreditierungsschreiben. Diese haben jedoch keinen ständigen Wohnsitz in der Ewigen Stadt. Gemeint sind die Repräsentanten Pakistans (Frau Ayesha Riyaz, mit Wohnsitz in der Schweiz), Island (Stefán Lárus Stefánsson, wohnhaft in Straßburg), Estland (Jüri Seilenthal, wohnhaft in seiner Heimat), Burundi (Domitille Barancira, wohnhaft in Berlin), und des Sudan (Ahmed Hamid Elfaki Hamid, Wohnsitz Paris).


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