Kurznachrichten

Jorge Arturo Medina Estévez.
Medina Estévez wird achtzig
Am 23. Dezember konnte der chilenische Kardinal Jorge Arturo Medina Estévez, emeritierter Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, seinen 80. Geburtstag feiern. Am 19. April 2005 hatte Medina Estévez, in seiner Eigenschaft als Kardinal Protodiakon, dem Volk die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger auf den Petrusstuhl bekanntgegeben. Ende 2006 setzt sich das Kardinalskollegium also aus 186 Kardinälen zusammen, 112 davon Wähler.
Kardinäle/2
Rücktrittsgesuch des Kardinals von Toronto angenommen
Am 16. Dezember wurde dem Rücktrittsgesuch des Erzbischofs von Toronto stattgegeben: Kardinal Aloysius Matthew Ambrozic konnte im Januar 2005 seinen 75. Geburtstag feiern. Zum neuen Erzbischof von Toronto wurde Thomas Christopher Collins ernannt. Der 60Jährige war seit 1999 Erzbischof von Edmonton.
Italien
Romeo Erzbischof von Palermo, Chenis Bischof von Civitavecchia
Am 19. Dezember erfolgte die Ernennung des Nuntius in Italien, Paolo Romeo, zum Erzbischof Metropoliten von Palermo; er tritt somit die Nachfolge von Kardinal Salvatore De Giorni an, der im September 2005 seinen 75. Geburtstag feiern konnte. Der aus Arcireale stammende Romeo, der im Februar 69 Jahre alt wird, studierte am Almo Collegio Capranica und wurde 1961 zum Priester geweiht. 1967 trat er in den diplomatischen Dienst des Hl. Stuhls. Stationen seiner Laufbahn waren: die Nuntiaturen auf den Philippinen, in Belgien-Luxemburg, Venezuela, Ruanda und Burundi. Seit 1976 war er im Staatssekretariat tätig. 1983 erfolgte seine Ernennung zum Erzbischof und Nuntius in Haiti. 1990 wurde er Nuntius in Kolumbien; 1999 erfolgte seine Versetzung nach Kanada. Seit 2001 war er Nuntius in Italien und in der Republik San Marino.
Am 21. Dezember wurde der 53jährige Turiner Salesianer Carlo Chenis zum Bischof von Civitavecchia-Tarquinia ernannt. Sein Vorgänger Girolamo Grillo konnte im August 2005 seinen 75. Geburtstag feiern. Von 1984-1995 war Carlo Chenis, der 1984 die Priesterweihe empfing, Dozent an der Päpstlichen Universität Salesiana. 1995 erfolgte seine Ernennung zum Sekretär der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche.
USA
Gerald Ford und der Krieg im Irak
„Der Irak-Krieg war ein schwerwiegender Fehler. Ich wäre nicht in den Krieg gezogen.“ Diese unverhohlene Kritik an der Strategie der US-Administration kam von unerwarteter Seite: vom ehemaligen US-Präsidenten Gerald Ford. Anlaß: ein Interview Fords mit Bob Woodward im Juli 2004. Woodward, stellvertretender Chefredakteur der Washington Post, hatte gemeinsam mit Carl Bernstein den Watergate-Skandal aufgedeckt. Das Interview mit Gerald Ford wurde auf dessen ausdrücklichen Wunsch erst nach seinem Tod am 27. Dezember 2006 veröffentlicht. In dem Interview gab Ford zu verstehen, den Gedanken des derzeitigen US-Präsidenten George W. Bush, laut dem „die Vereinigten Staaten die Pflicht hätten, die Völker zu befreien“, „nur theoretisch“ verstehen zu können. Ford präzisiert: „In der Praxis aber können wir uns nicht einfach wahllos überall auf der Welt ausbreiten, es sei denn aus Gründen der nationalen Sicherheit: unsere Pflicht Nummer 1.“ Auszüge aus dem Interview mit Gerald Ford standen in Italien in einem Artikel des Corriere della Sera zu lesen (29. Dezember). Als Kommentar gibt der Journalist der Mailänder Tageszeitung zu bedenken, daß der derzeitige Präsident der Vereinigten Staaten Ford des öfteren als seinen „Inspirator und Lehrmeister“ bezeichnet hat.
Diplomatie
Diplomatische Beziehungen zwischen Hl. Stuhl und Montenegro
Am 16. Dezember kam es zur Anknüpfung diplomatischer Beziehungen zwischen dem Hl. Stuhl und der Republik Montenegro. Am 19. Juni 2006 hatte der Hl. Stuhl den neuen Balkanstaat offiziell anerkannt. Entstanden war er nach dem Referendum vom 21. Mai 2006, bei dem die Mehrheit der Bevölkerung die Loslösung von Serbien beschlossen hatte.