Lettere al direttore
BRIEFE AUS DEN KLÖSTERN

Das Kloster Valleyfield in Québec.
Beauharnois, Québec, Kanada
Gott schenke Ihnen Frieden und Freude, er überhäufe Sie mit seiner Gnade
Beauharnois, 29. November 2006
Sehr geehrter Herr Giulio Andreotti, Chefredakteur von 30Giorni,
es war eine freudige Überraschung für uns, ein Gratisabonnement Ihrer schönen Zeitschrift 30Jours dans l’Église et dans le monde zu erhalten. Dabei erstaunt uns nicht nur Ihre Großzügigkeit, sondern auch die Qualität Ihrer Zeitschrift.
Wir schätzen es sehr, daß Sie so große Ehrfurcht vor dem Wert der Berufung zum monastischen Leben und der Wirksamkeit von dessen sozialer Rolle haben.
Die Artikel sind sehr interessant. Die Art und Weise, in der uns aktuelle (oder auch geschichtliche) Themen nähergebracht werden – besonders durch jene, die sie selbst erleben – läßt sie uns unter einem menschlicheren Aspekt betrachten. Dazu kommt noch, daß die behandelten Themen Motiv für Gebetsanliegen liefern und so auch unserer Sendung Auftrieb geben.
Ganz besonders schätzen wir die spirituellen Artikel. Vor allem solche wie den wunderschönen Artikel von Don Giacomo Tantardini über die Aktualität des Augustinus, der mit folgendem, bedeutungsträchtigen Satz beginnt: „In der Tat war es wichtiger, die Freunde die Demut zu lehren als die Feinde mit der Wahrheit herauszufordern“ (Augustinus, Sermo 284) [vgl. Studientagung zur Aktualität des Augustinus, in 30Tage, Nr. 6/7, 2006, SS. 50-63]. Es ist ein Artikel, der unserem christlichen und kontemplativen Leben reiche Nahrung gibt. In der schwierigen Zeit, die unsere heute überall von Krieg und Gewalt erschütterte, nach Gerechtigkeit und Wahrheit dürstende Welt durchmacht, zeigt dieser Artikel einen etwas vergessenen Weg auf: den der Demut Christi, Sieger über den Hass. Und das dank Don Giacomo Tantardini!
Sehr geehrter Herr Chefredakteur, Sie bitten uns um unseren Gebetsbeistand. Es wird uns eine besondere Freude sein, das für Sie zu tun, für die gesamte Redaktion Ihrer Zeitschrift, all Ihre Mitarbeiter und Leser.
Was Ihre Bitte angeht, Ihnen durch unsere Mitarbeit zu einer besseren Kenntnis der Realität der Klausurklöster zu verhelfen, überlegen wir noch, wie wir das tun können.
Gott schenke Ihnen Frieden und Freude und überhäufe Sie mit seiner hilfreichen Gnade.
Oder hat er vielleicht nicht gesagt: „Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – Amen, ich sage euch, der wird nicht um seinen Lohn kommen“ (Mk 9,41)?
Unseren herzlichen Dank für eine so schöne Initiative, die uns die Schwestern der verschiedenen Klöster und die Missionare überall auf der Welt näher bringt. Auch die, die bereits in den Genuß Ihrer Großzügigkeit kommen konnten. Eine weitere Art und Weise, Kirche zu machen.
Ihre Sr. Edith,
und Mitarbeiter Valleyfield
DOMINIKANERINNEN VOM KLOSTER „VENERABILE CATALINA DE JESÚS HERRERA“
Durán, Guayas, Ecuador
Mit Freude bieten wir Ihnen unser Gebet an
Durán,15. November 2006
Sehr geehrter Herr Senator Giulio Andreotti,
unseren geschwisterlichen Gruß und herzlichen Dank Ihnen und Ihren Mitarbeitern, die Sie es ermöglicht haben, daß sich die Zeitschrift 30Dias auf die gesamte Kirche und Welt ausbreitet.
Mit großem Interesse verfolgen wir die Informationen und Lehren, die uns die Artikel Ihrer Zeitschrift geben. Ein Teil davon wird im Refektorium vorgelesen, den anderen lesen die Schwestern für sich allein. Besonders betroffen gemacht hat uns das Drama unserer Brüder und Schwestern im Libanon!
Vielen Dank, daß Sie uns einen Glauben vermitteln, dem wir uns nah fühlen und der uns eint. Dank Ihrer Zeitschrift haben wir die Möglichkeit, unseren Horizont zu erweitern, so daß unser Glaube an Christus und seine Kirche stärker werden kann.
Mit Freude erfüllen wir Ihre Bitte um unseren Gebetsbeistand für all Ihre Anliegen. Unseren herzlichen Gruß in Christus und Maria,
Ihre Dominikanerschwestern
KARMELITINNEN VOM HEILIG-HERZ-KLOSTER MOUNDASSO
Dédougou, Burkina Faso
Unseren tiefempfundenen, herzlichen Dank
Moundasso, 23. Oktober 2006
Sehr geehrter Herr Chefredakteur,
unser Schweigen bedeutet keineswegs, daß wir Sie vergessen haben. Ich möchte Ihnen heute unseren ehrlichen Dank für die Zeitschrift 30Jours dans l’Église et dans le monde zum Ausdruck bringen.
Der Herr schenke Ihnen und allen Gönnern, denen wir das Geschenkabonnement zu verdanken haben, reiche Gnaden und das Hundertfache. Mit großer Freude erhalten wir regelmäßig Ihre Zeitschrift.
Die so gut geschriebenen Artikel über unseren Papst Benedikt XVI. sind eine große Bereicherung. Bei unseren gemeinsamen Mahlzeiten werden sie vorgelesen. Dem Interview mit dem neuen Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone lauschten alle Schwestern mit besonders großer Aufmerksamkeit. Wir denken an ihn in unserem Fürbittgebet, so wie wir auch die ganze Freude und das ganze Leid der Kirche in der Welt in unser Gebet miteinschließen.
Vielen Dank für Ihre Wertschätzung und das Interesse, das Sie für unsere Karmelitinnen-Gemeinschaft in Afrika, besonders in Burkina Faso, gezeigt haben.
Noch eine Bitte: Wir haben eine kleine Druckerei, und fragen uns, ob es wohl möglich wäre, die Erlaubnis zu erhalten, das Büchlein Qui prie sauve son âme [französischsprachige Ausgabe von Chi prega si salva] für die vielen Christen in unserer Umgebung neu aufzulegen, die arm sind und keine materiellen Mittel haben. Ihnen wollen wir es zu einem günstigen Preis anbieten. Mit herzlichem Dank im voraus hoffen wir auf eine baldige Antwort.
Nochmals unseren tiefempfundenen, herzlichen Dank. Wir sind Ihnen in Gedanken verbunden und begleiten Sie mit unserem Gebet.
In geschwisterlicher Verbundenheit,
Sr. Marga de la Croix OCD
Gerne erteilen wir den Heilig-Herz-Karmelitinnen von Moundasso die Genehmigung, Qui prie sauve son âme in Ihrer kleinen Druckerei nachzudrucken.
Redaktion 30Giorni
KLARISSEN VOM KLOSTER VON BRNO
Brno, Tschechische Republik
Wir vertrauen darauf, daß der Herr diese schlichte Art und Weise, sich ihm ganz hinzugeben, reiche Frucht tragen läßt
Brno, 6. September 2006
Pax et bonum!
Sehr geehrter Herr Andreotti,
wir danken Ihnen sehr für die Zusendung Ihrer Zeitschrift 30 Tage in Kirche und Welt in deutscher Sprache. Wir würden sie gern weiterhin bekommen. In den uns zugesandten zwei Nummern (Nr. 6 und 7/8 2006) haben uns die Artikel über Prof. Joseph Ratzinger und Prof. Hans Küng in ihrer Tübinger Zeit besonders zugesagt und der über das plötzliche Sterben des Metropoliten Nikodim während der Audienz bei Papst Johannes Paul I. Beide Artikel waren informativ und interessant. Aber auch die anderen haben wir mit Gewinn gelesen. Danke!
Sie erwarten von uns eine Mitarbeit in der Form, die neben dem Gebet auch Stellungnahmen zum aktuellen Zeitgeschehen bringt. Ich verstehe Ihre Erwartung, kann jedoch nicht glauben, daß unser stilles zurückgezogenes Leben uns diesbezüglich bessere Einsichten bringt als denen, die mitten im Tagesgeschehen stehen und Hintergrundinformationen haben. Am besten bleibt jeder bei seiner Arbeit, bei seiner Berufung: die Politiker und Journalisten kämpfen mit ihren Worten und wir stehen ihnen gern betend zur Seite und stärken ihnen so den Rücken für die Auseinandersetzungen, die sie führen müssen. Da können wir schlecht raten, nur ermutigen, offen zu sein für alles, was der Heilige Geist anregt und es tapfer zu vertreten. Kontemplative Ordenschristen sind gewiß nicht klüger in der Beurteilung des Zeitgeschehens als andere.
Sie sprechen in Ihrem Begleitbrief vom Juli d.J. den Wunsch nach einem besseren Kennenlernen der Realität der Klausur in ihren unterschiedlichen Ursprüngen an. Wir sind Klarissen und orientieren uns am franziskanischen Charisma, das wir hier in Tschechien in einem atheistischen Umfeld leben wollen. Wir bleiben „zu Hause“, um miteinander und allein zu beten, zu meditieren, uns stets auf Gott hin auszurichten. Es ist ein einfaches Leben, sinnvoll und schön. Und wir vertrauen, daß Gott diese unsere schlichte Form der Hingabe fruchtbar macht für Kirche und Welt.
Herzliche Grüße Ihnen und gute Wünsche für Ihre Arbeit, auch im Namen unserer insgesamt elf Schwestern, die hier in einem neuen Kloster und einer jungen Gemeinschaft leben,
Sr. MariaThoma Wüpping OSC,
Äbtissin
KARMELITINNEN VOM KLOSTER NOBILI ANNEXE
Pune, Indien
Dank und Lob dem Herrn für das Geschenk dieses sanften, demütigen Papstes
Pune, 13. September 2006
Der Friede und die Freude Jesu und Marias seien mit Ihnen!
Sehr geehrter Herr Giulio Andreotti,
wir haben uns sehr gefreut, Ihre wunderschöne Zeitschrift 30Days zu erhalten. Die erste Nummer hat mir unseren geliebten Papst Johannes Paul I. nähergebracht. Er liegt mir besonders am Herzen, seit mich einer seiner ehemaligen Ministranten, der mein Beichtvater in Indien war (er hat das OSM in Tamil Nadu gegründet), mit vielen ergötzlichen Anekdoten über das schöne Leben dieses Papstes erfreute!
Vielen herzlichen Dank, lieber Herr Andreotti, daß Sie uns diese Zeitschrift geschickt haben. Wir hätten uns ein Abonnement nicht leisten können und möchten Ihnen ein herzliches „Vergelt’s Gott“ sagen. Gerne versichern wir Sie unseres Gebetsbeistandes. Auch wir wollen als Töchter der Kirche sterben, wie schon unsere heilige Mutter Teresa!
Ihre Integrität geht aus dieser Zeitschrift deutlich hervor, die zeigt, wie unsere heiligen Päpste – Pius XII. und andere – für die Kirche gelitten haben. Man hat sie mißverstanden, kritisiert, und nun haben wir einen anderen heiligen Papst, Benedikt XVI. Gepriesen sei der Herr, dem wir dafür danken, daß er uns diesen sanften, demütigen Papst geschenkt hat!
Nochmals vielen herzlichen Dank für Ihr großzügiges Geschenk. Möge diese Zeitschrift vielen die Augen öffnen, ihnen die Wahrheit der Kirche und in der Kirche zeigen und so ihre Liebe zu ihr vermehren.
Es segne Sie die Jungfrau Maria. Sie gewähre Ihnen unter ihrem Mantel Schutz und erwirke für Sie viele wertvolle Gnaden vom Vater, vom Sohn und vom Heiligen Geist. Schließen Sie uns in Ihr Gebet mit ein.
Herzlichst in Jesus und Maria,
Ihre Sr. Agnes von Maria OCD
KARMELITINNEN VOM KLOSTER SANT’ANNA
Carpineto Romano, Rom
Mit herzlichem, geschwisterlichen Gruß und Gebet
Carpineto Romano, 11. November 2006
An die Redaktion von 30Giorni,
die Karmelitinnen vom Kloster Sant’Anna, eifrige Leserinnen von 30Giorni – so interessant und reich an Kultur – danken Ihnen für Ihre Großzügigkeit. Den Chefredakteur bitten wir – sollte er es für angebracht halten –, das ihm übersandte Material zu veröffentlichen. Im voraus herzlichen Dank! Mit herzlichem, geschwisterlichen Gruß... und Gebet.
Die Karmelitinnen von Carpineto Romano
Spirituelle Lektüre/3
Lesen Sie hier den Auszug aus dem Credo des Gottesvolkes, der die
ganze Lehre zur Erbsünde am besten erfaßt.
Die Darlegung der Lehre ist so klar und einfach, daß sich jeder Kommentar erübrigt. Es bedarf nur der Gnade des Glaubens, dank der – wie der Apostel Paulus im Brief an die Römer schreibt – „ihr von Herzen der Lehre gehorsam geworden seid, an die ihr übergeben wurdet“ (Röm 6, 17).
Wir wollen uns darauf beschränken, jenes Bild vorzuschlagen, mit dem Don Luigi Giussani die Folgen der Wunden aufzeigte, die die Erbsünde der menschlichen Natur und deren natürlicher Dynamik zugefügt hat. Wir wissen zwar, daß ein deutlicher Unterschied besteht zwischen der Glaubenslehre und den Bildern, die diese erklären wollen, aber die Worte Don Giussanis erscheinen uns auch für die kulturellen Debatten unserer Zeit höchst aktuell.
„Obwohl das menschliche Gemüt für den Menschen aller Zeiten ein Geflecht von idealen Weisungen bildet, wird es im Konkreten von einer großen Zerbrechlichkeit erstickt. Wenn der Mensch von der Natur her auch eine gewisse Kraft hat, so ist er doch existentiell verletzt, zweideutig, widersprüchlich. Fast so, als wäre ihm schwindlig, als zitterten ihm die Hände. Wenn wir z.B. auf dem Boden eine Linie ziehen und die Anwesenden auffordern würden, dieselbe entlangzugehen, indem sie einen Fuß vor den anderen setzen, hätte niemand Schwierigkeiten damit. Wenn wir aber dieselbe Linie nähmen und sie in hundert Meter Höhe über dem Boden aufspannten, würde sich die Situation drastisch ändern. Zwar wäre es die gleiche Linie, die gleichen erforderlichen Gesten, aber doch unter ganz anderen Bedingungen, was denselben Ablauf ganz einfach unmöglich macht. Von seiner Struktur her ist der Mensch zu gewissen Dingen fähig, wozu er historisch und existentiell unfähig wird“ (L. Giussani, Il senso di Dio e l’uomo moderno, Bur, Mailand 1994, S. 93).
Aus dem Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI.
Die menschliche Natur ist eine gefallene Natur: beraubt der Gnade, die sie bekleidete, verwundet in ihren
eigenen natürlichen Kräften
Wir glauben, daß in Adam alle gesündigt haben, was besagen will, daß die Erbschuld, die Adam beging, die menschliche Natur, die allen Menschen gemeinsam ist, in einen Zustand fallen ließ, in dem sie die Folgen dieser Schuld zu tragen hat. Und daß dieser Zustand nicht jener ist, in dem unsere Stammeltern sich zuerst befanden, da sie in Heiligkeit und Gerechtigkeit geschaffen waren und der Mensch weder das Böse noch den Tod kannte. Die menschliche Natur ist also eine gefallene Natur: beraubt der Gnade, die sie bekleidete, verwundet in ihren eigenen natürlichen Kräften und dem Reich des Todes unterworfen, der auf alle Menschen übergegangen ist. In diesem Sinne wird ein jeder Mensch „in Sünde geboren“. Wir halten, dem Konzil von Trient folgend, daran fest, daß die Erbsünde zusammen mit der menschlichen Natur durch Fortpflanzung übertragen wird und nicht etwa bloß durch Nachahmung, und daß sie jedem Menschen als ihm eigen innewohnt (vgl. Denzinger 1513).
Wir glauben, daß unser Herr Jesus Christus uns durch Sein Opfer am Kreuze von der Erbsünde und von allen persönlichen Sünden, die wir begangen haben, erlöst hat, so daß nach den Worten des Apostels dort, „wo die Sünde zugenommen hat, die Gnade überreich geworden ist" (Röm 5, 20).
Gläubig bekennen wir, daß es nur eine Taufe gibt, die von unserem Herrn Jesus Christus zur Nachlassung der Sünden eingesetzt worden ist. Die Taufe soll auch schon Kindern im frühen Alter gespendet werden, die sich noch keiner persönlichen Sündenschuld bewußt sind, damit sie nicht der übernatürlichen Gnade verlustig gehen und „wiedergeboren werden aus dem Wasser und dem Heiligen Geist“ zum göttlichen Leben in Jesus Christus (vgl. Denzinger 1514).
Die Darlegung der Lehre ist so klar und einfach, daß sich jeder Kommentar erübrigt. Es bedarf nur der Gnade des Glaubens, dank der – wie der Apostel Paulus im Brief an die Römer schreibt – „ihr von Herzen der Lehre gehorsam geworden seid, an die ihr übergeben wurdet“ (Röm 6, 17).
Wir wollen uns darauf beschränken, jenes Bild vorzuschlagen, mit dem Don Luigi Giussani die Folgen der Wunden aufzeigte, die die Erbsünde der menschlichen Natur und deren natürlicher Dynamik zugefügt hat. Wir wissen zwar, daß ein deutlicher Unterschied besteht zwischen der Glaubenslehre und den Bildern, die diese erklären wollen, aber die Worte Don Giussanis erscheinen uns auch für die kulturellen Debatten unserer Zeit höchst aktuell.
„Obwohl das menschliche Gemüt für den Menschen aller Zeiten ein Geflecht von idealen Weisungen bildet, wird es im Konkreten von einer großen Zerbrechlichkeit erstickt. Wenn der Mensch von der Natur her auch eine gewisse Kraft hat, so ist er doch existentiell verletzt, zweideutig, widersprüchlich. Fast so, als wäre ihm schwindlig, als zitterten ihm die Hände. Wenn wir z.B. auf dem Boden eine Linie ziehen und die Anwesenden auffordern würden, dieselbe entlangzugehen, indem sie einen Fuß vor den anderen setzen, hätte niemand Schwierigkeiten damit. Wenn wir aber dieselbe Linie nähmen und sie in hundert Meter Höhe über dem Boden aufspannten, würde sich die Situation drastisch ändern. Zwar wäre es die gleiche Linie, die gleichen erforderlichen Gesten, aber doch unter ganz anderen Bedingungen, was denselben Ablauf ganz einfach unmöglich macht. Von seiner Struktur her ist der Mensch zu gewissen Dingen fähig, wozu er historisch und existentiell unfähig wird“ (L. Giussani, Il senso di Dio e l’uomo moderno, Bur, Mailand 1994, S. 93).
Aus dem Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI.
Die menschliche Natur ist eine gefallene Natur: beraubt der Gnade, die sie bekleidete, verwundet in ihren
eigenen natürlichen Kräften
Wir glauben, daß in Adam alle gesündigt haben, was besagen will, daß die Erbschuld, die Adam beging, die menschliche Natur, die allen Menschen gemeinsam ist, in einen Zustand fallen ließ, in dem sie die Folgen dieser Schuld zu tragen hat. Und daß dieser Zustand nicht jener ist, in dem unsere Stammeltern sich zuerst befanden, da sie in Heiligkeit und Gerechtigkeit geschaffen waren und der Mensch weder das Böse noch den Tod kannte. Die menschliche Natur ist also eine gefallene Natur: beraubt der Gnade, die sie bekleidete, verwundet in ihren eigenen natürlichen Kräften und dem Reich des Todes unterworfen, der auf alle Menschen übergegangen ist. In diesem Sinne wird ein jeder Mensch „in Sünde geboren“. Wir halten, dem Konzil von Trient folgend, daran fest, daß die Erbsünde zusammen mit der menschlichen Natur durch Fortpflanzung übertragen wird und nicht etwa bloß durch Nachahmung, und daß sie jedem Menschen als ihm eigen innewohnt (vgl. Denzinger 1513).
Wir glauben, daß unser Herr Jesus Christus uns durch Sein Opfer am Kreuze von der Erbsünde und von allen persönlichen Sünden, die wir begangen haben, erlöst hat, so daß nach den Worten des Apostels dort, „wo die Sünde zugenommen hat, die Gnade überreich geworden ist" (Röm 5, 20).
Gläubig bekennen wir, daß es nur eine Taufe gibt, die von unserem Herrn Jesus Christus zur Nachlassung der Sünden eingesetzt worden ist. Die Taufe soll auch schon Kindern im frühen Alter gespendet werden, die sich noch keiner persönlichen Sündenschuld bewußt sind, damit sie nicht der übernatürlichen Gnade verlustig gehen und „wiedergeboren werden aus dem Wasser und dem Heiligen Geist“ zum göttlichen Leben in Jesus Christus (vgl. Denzinger 1514).
BRIEFE AUS DEN MISSIONEN

Der Erzbischof von Hà Nôi Joseph Ngô Quang Kiêt.
Hà Nôi, Vietnam
Durch 30Giorni bin ich mit der Situation der Welt und der Kirche vertraut
Hà Nôi, 20. Juli 2006
Sehr geehrter Herr Chefredakteur,
ich bin Joseph Ngô Quang Kiêt, Erzbischof der Erzdiözese Hà Nôi, Apostolischer Verwalter der vietnamesischen Diözesen Lang Són und Cao Bang. Ich möchte Ihnen zunächst einmal dafür danken, daß Sie meinen Diözesen Lang Són und Cao Bang die Zeitschrift 30Jours dans l’Église et dans le monde geschickt haben. Es handelt sich um wahrlich gute Nahrung für diese entfernte Region. Dank dieser Zeitschrift bin ich mit der Situation der Welt und der Kirche vertraut und wir können in Gemeinschaft mit allen Ortskirchen leben.
Die Erzdiözese Hà Nôi erhält die Zeitschrift leider noch nicht. Bitte schicken Sie Ihre wertvolle Zeitschrift doch auch an diese Erzdiözese!
Ich danke Ihnen für Ihre Großzügigkeit! Gott segne Sie, auf daß Ihre Arbeit für die Kirche reiche Frucht trage.
Hochachtungsvoll,
Joseph Ngô Quang Kiêt
CONSOLATA-MISSIONARE
Pawaga, Tansania
Männer und Frauen in Pension für eine eventuelle missionarische Zusammenarbeit „anwerben“
Pawaga, 31. Juli 2006
Ich bin Pater Sergio und ich muß schon sagen: damit, von Ihnen ein Schreiben an die Missionare zu erhalten, habe ich bestimmt nicht gerechnet! Aber es zeigt wieder einmal, welch edlen Charakter Sie haben. Danke!
Herr Senator, Sie fordern mich auf, Sie an meinem Leben als Missionar hier in Pawaga, in der Region Iringa, Tansania, teilhaben zu lassen. Die Erfahrung, die ich gemacht habe, kennen auch alle anderen Missionare. Nach wie vor schreiben sie das, was sie erlebt haben, nieder, ohne den Anspruch zu stellen, es an die Zeitungen zu schicken. Um es mit den Worten Jesu zu sagen: es ist der in die Erde geworfene Samen, der zur rechten Zeit Frucht tragen wird. Wenig zählt es, wenn man jetzt noch kein Resultat sieht. Ich habe heute einem sehr netten Mädchen aus Frosinone geschrieben, das sich in Sachen Kooperation und Umsetzung von Projekten für Afrika engagiert. Es ist schön, daß es in unserer Provinz des Latiums, der Ciociara, Menschen gibt, die uns nahe sind und unsere Arbeit unterstützen.
Meine Lieben, hier gibt es viel zu tun, und wir Alten können nicht mehr arbeiten wie zur Zeit unserer Jugend. Die dritte und die vierte Welt brauchen Geld, vor allem aber Zusammenarbeit. Wir Missionare haben keine Laienbrüder mehr, die den im Evangelisierungswerk tätigen Missionaren unter die Arme greifen können. Und somit sind wir gezwungen, uns mehr um die Wunden des Leibes als die Verkündigung der Frohbotschaft zu kümmern. Hier unser Vorschlag: warum versuchen wir nicht, die Gewissen so vieler Menschen aufzurütteln, Männer und Frauen, die schon in Pension sind und so sich selbst – warum nicht? – mittels einer tatkräftigen Zusammenarbeit verwirklichen könnten!
Sie, lieber Herr Senator, sind Experte in diesen Dingen. Das Fernsehen regt nicht mehr wirklich zum Nachdenken an. Man ist vielleicht bestürzt, ja manchmal verärgert über die Geschichten von Flüchtlingen, die tagtäglich auf wackeligen „Nußschalen“ übers Meer in unsere Städte kommen, wo sie hoffen, ihr Glück zu machen und Arbeit zu finden. Und das ist naheliegend: schließlich sehen sie fern, es gibt keine Geheimnisse mehr, für sie muß es nahezu unfassbar scheinen, so viele erlesene Speisen, teure Markenkleidung, usw. zu sehen.
Vielen Dank für Ihre Sensibilität den Missionaren gegenüber, auch im Namen meines Mitbruders Pater Silvestro Bettinsoli, mit dem ich hier in der Mission zusammenarbeite. Das Gebet (und ein bißchen Mühe) ist für Sie und Ihre wertvollen Mitarbeiter der Zeitschrift 30Giorni. Danke.
Herzlichst,
Pater Sergio Antonucci IMC
SALESIANERMISSIONARE
Addis Abeba, Äthiopien
Auf der Seite der Kleinen
Addis Abeba, 28. August 2006
Sehr geehrter Herr Senator Giulio Andreotti,
soeben habe ich zwei Nummern der Zeitschrift 30Giorni erhalten. Vielen herzlichen Dank dafür. Ich bin ein Veltliner Laien-Missionar, der die Evangeliumsbotschaft in Addis Abeba, in der Salesianer-Mission von Makanissa, verkündet.
Als Salesianer bin ich darum bemüht, den Kindern und Jugendlichen durch das Vorsorgesystem Don Boscos das Evangelium nahe zu bringen. Als Verantwortlicher des Oratoriums bemühe ich mich, den Jugendlichen ein geborgenes, sicheres Zuhause zu bieten, wo sie heranwachsen, ihre Freizeit verbringen können. Und als Lehrer versuche ich, ihnen zu helfen, die Schönheit ehrlicher Arbeit zu entdecken. Am wichtigsten ist mir aber, daß dreihundert Kinder nicht auf der Straße leben. Im Moment sind es dreihundert, aber ihre Zahl könnte auch größer werden.
Das liegt mir, als Oratorianer, besonders am Herzen, der ich auf der Seite der Kleinen bin, der Ärmsten, und derer, die am meisten unserer Hilfe bedürfen. Sie leben in der Mission und kehren am Abend in ihre Familien zurück (sofern sie eine haben). Hier bei uns erhalten die Heranwachsenden alles, was sie brauchen: Schule, Arbeit, Freude, vor allem aber väterliche Güte und mütterliche Zuneigung. Dabei, ihnen das zu geben, bin ich nicht allein. Ein paar freiwillige Frauen greifen mir unter die Arme. Ich habe wenig Zeit zum Lesen, aber ich kann Ihnen versichern, daß Ihre Zeitschrift einen Platz in meinem Leben einnehmen wird. Allein schon deshalb, weil sie ein Fenster auf die Kirche der ganzen Welt öffnet.
Nochmals vielen herzlichen Dank für dieses Geschenk. Lassen wir unsere Freundschaft noch inniger werden, gedenken wir einander im Gebet.
Donato Galetta SDB
COMBONI-MISSIONARE
Nampula, Mosambik
Ich danke dem Herrn für dieses Geschenk, das ihr den Missionaren macht
Nampula, 7. September 2006
Lieber Giulio (VII),
ich erlaube mir, Dich zu duzen: schließlich bin ich nur acht Jahre jünger als Du. Ich würde mich freuen, wenn ich Deine Monatszeitschrift 30Giorni erhalten könnte: ich habe ein paar Nummern davon gesehen und sie wäre mir überaus nützlich und erbaulich. Ich zelebriere seit 55 Jahren die Messe, 37 davon in Mosambik, 18 in Portugal: Unterricht an Comboni-Seminaren. Neben dem Priesterdienst habe ich mich hier schon immer (und tue das auch weiterhin) mit der Übersetzung von Bibel- und Liturgietexten in unsere Ortssprache – Macùa – beschäftigt: deren verschiedene Dialekte werden von ca. 7 Millionen Menschen gesprochen. Wenn es geht, dann laß mir doch auch das Buch „1948“ zukommen, damit ich dieses herrliche Jahr noch einmal „nachleben“ kann. Ich danke Dir sehr! Der Herr möge es Dir und Deinen Mitarbeitern vergelten, daß ihr den Missionaren dieses Geschenk gemacht habt.
Ein brüderlicher Gruß,
Pater Gino Centis MCCI
SALESIANERMISSIONARE DES „DON BOSCO YOUTH TRAINING CENTRE“
Iringa, Tansania
Ihre Zeitschrift ist auch ein hervorragendes Beispiel für unsere jungen Drucker
Iringa, 8. November 2006
Sehr geehrter Senator Giulio Andreotti,
ich hoffe, Sie erfreuen sich guter Gesundheit. Vielen Dank für Ihren Brief und die drei Nummern der Zeitschrift 30Giorni, die ich bisher erhalten habe (ab Juni 2006). Ich habe sie mit Interesse gelesen. Gott segne Sie und vergelte Ihnen Ihre Großzügigkeit.
Ich lebe in einer Salesianer-Mission in Tansania, genau gesagt in Iringa. Ich arbeite in einer Berufsschule in der Druckerei. Ihre Zeitschrift hat ein wunderschönes Layout und ist gut gedruckt. Ein herrliches Beispiel auch für unsere jungen Menschen, die diese Kunst erlernen. Wir sind aber auch auf Sektoren wie dem der Fotomechanik, des Schreiner-, Maurer- und Schneiderhandwerks tätig. Nach der Schule kümmern wir uns auch um das Oratorium im salesianischen Stil.
Wir versuchen jeden Tag, unser Kreuz auf uns zu nehmen und jenem Jesus zu folgen, der uns zu seiner Nachfolge aufgefordert hat. Wenn uns Müdigkeit überfällt versuchen wir – den Blick auf ihn gerichtet – stets unseren Weg wieder einzuschlagen und das Leben mit einem Lächeln zu leben. Es wird immer Schwierigkeiten geben, mit dem Herrn aber ist alles möglich.
Vereint im Gebet, ein herzlicher Gruß,
Virgilio Radici SDB