Lettere al direttore
BRIEFE AUS DEN KLÖSTERN

Der Karmel von Lisieux auf einem Foto von Anfang des 19. Jhs.
Murcia, Spanien
Wir grüßen alle Klausurgemeinschaften, mit denen wir uns durch das von Ihrer Zeitschrift repräsentierte Band der Gemeinschaft verbunden fühlen
Murcia, Mittwoch, 19. Juli 2006
Sehr geehrter Herr Senator Giulio Andreotti,
Gott segne Sie und alle, die in der Redaktion von 30Días [spanische Ausgabe von 30Giorni] mit Ihnen zusammenarbeiten. Wie überrascht waren wir doch, das Geschenkabonnement Ihrer Zeitschrift zu erhalten! Wir schätzen uns glücklich und sind dem Herrn zutiefst dankbar dafür! Die Zeitschrift ist wirklich interessant und von großer Aktualität. Wir wußten, daß es sie gibt, konnten aber nicht ahnen, daß Sie sie unseren Klöstern schicken würden.
Wir sind eine Dominikaner-Gemeinschaft, die dem Predigerorden, bzw. der Dominikanerfamilie angehört, wie man heute sagt. Unsere grundlegende Sendung in der Kirche und in der Welt ist es, zu beten, damit „der Samen Frucht bringt und nicht leer zu Gott zurückkehrt“, warum wir auch nie nachlassen werden in unserem Lobpreis und unserer Fürbitte auch für Ihre Zeitschrift. Wir sind aber auch zu einer Mitarbeit bereit, sollte das von uns verlangt werden und uns das möglich sein.
Wir wollen allen kontemplativen Gemeinschaften unseren Gruss entrichten, mit denen wir uns durch dieses Gemeinschaftsband verbunden fühlen, das Ihre Zeitschrift für uns alle repräsentiert. Wir legen ihnen die Zelebrationen des kommenden Jahres ans Herz, das auch für uns ein Jubiläumsjahr sein wird, in dem wir, so Gott will, den 800. Jahrestag der Gründung des Predigerordens, die auf das ferne 1206 zurückgeht, feiern können. So werden wir das Jubiläumsjahr am ersten Adventsonntag begehen und am Sonntag des Dreikönigsfestes 2008 ausklingen lassen. Wir müssen zum Herrn beten, auf dass dieses Jahr fruchtbar sei für uns und sich unsere Präsenz, die den Herrn Jesus mitten in der Welt widerspiegelt, durch neue Berufungen mehren kann.
Verehrter Herr Andreotti, gerne versichern wir Sie unseres Gebetsbeistands, unserer Dankbarkeit, und bitten auch Sie, für uns zu beten, damit wir nicht nachlassen im Glauben. Wir erlauben uns, Sie um Übersendung der Nummern Ihrer Zeitschrift zu bitten, wo über das Leben unseres geliebten Papstes Benedikt XVI. berichtet wird; diese Artikelreihe hat uns ganz besonders gefallen. Herzlichen Dank im voraus.
Verbunden im Herrn,
Sr. Teresa de Paco López, Oberin
TRAPPISTinnen vom kloSter „SANTA MARÍA DE LA ESPERANZA“
Esmeraldas, Ecuador
Unser einfaches Gebet soll der großen Arbeit Ihrer Zeitschrift eine Stütze sein
Esmeraldas, Dienstag, 1. August 2006
Sehr geehrter Herr Andreotti, der Friede sei mit Ihnen.
Mit großer Freude haben wir Ihren Brief erhalten, in dem Sie uns ein Gratisabonnement der Zeitschrift 30Días en la Iglesia y en el mundo [spanischsprachige Ausgabe von 30Giorni] anbieten. Unsere Gründerinnen, die vom Kloster Santa María de la Caridad di Tulebras gekommen waren, kannten 30Días bereits, weshalb wir Ihr großzügiges Geschenk auch mit so viel Begeisterung und Dankbarkeit angenommen haben. Ihre Zeitschrift bereichert unser Klosterleben, weil sie uns ermöglicht, über das, was außerhalb der Klausur geschieht, besser informiert zu sein. Wir teilen Ihre Überzeugung von der Notwendigkeit des kontemplativen Lebens in einer Welt, die nur den konkreten Dingen Priorität einräumt, und bitten Sie um Ihr Gebet um die Bewahrung dieser stillen Berufung in der Kirche.
Auf dass unser einfaches Gebet für die große Arbeit Ihrer Zeitschrift eine Stütze sei.
Herzlichst,
die Trappistinnen von Esmeraldas
KARMELITINNEN VOM KLOSTER goonellabah
Lismore, Australien
Das rote Büchlein ist ein Kompendium der Lehre der Kirche
Lismore, Freitag, 1. September 2006
Lieber Herr Giulio Andreotti,
meinen aufrechten Dank für das großzügige Geschenkabonnement der Zeitschrift 30Days in the Church and in the World [englischsprachige Ausgabe von 30Giorni].
Gerne versichern wir Sie unseres Gebetsbeistands und unserer Dankbarkeit. Wir danken Gott für dieses neue Fenster auf das Leben der Kirche und die Welt von heute.
Ich danke Ihnen auch für das beiliegende rote Gebetsbüchlein [Who prays is saved, englische Ausgabe von Chi prega si salva]. Das Büchlein ist ein Kompendium der Lehre der Kirche.
Sind noch Kopien davon verfügbar? Könnten Sie uns den Preis dieser Büchlein mitteilen? Wir würden sie nämlich gerne weiterschenken, um anderen damit eine Freude zu machen, und wenn wir den Preis kennen würden, wüssten wir, ob wir sie uns leisten können.
Der Herr segne Sie und vergelte Ihnen Ihre Großzügigkeit mit dem ewigen Leben.
In Jesus und Maria,
Sr. Johanne OCD,
Oberin, und Gemeinschaft
BENEDIKTINERINNEN DER ABTEI „NOTRE DAME“
Argentan, Frankreich
Herzlichen Dank für den schönen Gedanken, uns 30Jours zu schenken
Argentan, Samstag, 2. September 2006
Sehr geehrter Herr Senator,
gemeinsam mit all unseren Mitschwestern in den verschiedenen Klöstern der Welt, deren Briefe wir mit Freuden lesen, möchten wir Ihnen für das Gratisabonnement Ihrer Zeitschrift 30Jours [französischsprachige Ausgabe von 30Giorni] herzlich danken. Die verschiedenen Artikel über das Leben der Kirche in der Welt helfen uns im Gebet. Ganz besonders gefallen haben uns die Artikel über die Jugendjahre unseres Papstes Benedikt XVI. in Deutschland.
Wir sind kontemplative Klausur-Benediktinerschwestern, und unsere Abtei – eine der ältesten Frankreichs – wurde Ende des 6. Jahrhunderts in Almenesche gegründet, einer kleinen Ortschaft in der Normandie. Die vom Einfall der Normannen zerstörte Abtei wurde um das Jahr 1060 wieder restauriert und 1736 auf Befehl von Ludwig XV. in das Städtchen Argentan verlegt. In dem nach der Schlacht der Normandie 1944 wiederaufgebauten Kloster führen wir die lange Tradition des lateinischen und gregorianischen Chorgesangs fort. Unseren Lebensunterhalt verdienen wir uns mit unserem Labor für die Herstellung von Siebdrucken, Kalligraphien, Holzikonen. Wir stellen auch gehäkelte Spitzen her, wofür wir das Alleinverkaufsrecht haben. Viele Jahre lang haben wir Platten mit gregorianischen Gesängen aufgenommen. Wir leben so gut es geht von den Erträgen, die ein kleines Stückchen Land für uns abwirft. Wir beten besonders für den Heiligen Vater, den wir sehr lieben. Seine für die Kirche in der Welt und den Ökumenismus so leuchtende und starke Lehre bewundern wir über alle Maßen. In Ihrer wunderschönen Zeitschrift, die wir sehr schätzen, gelingt es Ihnen, diese Anliegen wunderbar herauszustellen.
Der Herr stehe Ihnen bei in Ihrem Apostolat und Ihrem Verständnis für das Leben der Klausurschwestern. Wir beten für die gesamte équipe Ihrer Zeitschrift. Mit herzlichem Dank verbleiben wir
mit den besten religiösen Wünschen,
Äbtissin und Schwestern
P.S.: Könnten Sie uns bitte 50 Exemplare des Büchleins Qui prie sauve son âme [französische Ausgabe von Chi prega si salva] zusenden? Es ist ein wunderbares Apostolatswerkzeug, das das Herz vieler Menschen rühren kann.
DOMINIKANERINNEN VOM KLOSTER „MADRE DE DIOS“
Añatuya, Santiago del Estero, Argentinien
Unser Schweigen und unser Gebet sind unser direkter Beitrag für Ihre Zeitschrift
Añatuya, Montag, 24. Juli 2006
Sehr geehrter Herr Giulio Andreotti,
meinen herzlichen Dank für die Freundlichkeit, uns ein Geschenkabonnement Ihrer Monatszeitschrift 30Días en la Iglesia y en el mundo [spanischsprachige Ausgabe von 30Giorni] zukommen zu lassen.
Wir werden Ihrer und Ihrer Anliegen in unserer Sendungstets gedenken, die darin besteht, „den Herrn im Schweigen zu suchen, an ihn zu denken und Seinen Namen anzurufen.“ Wir bitten auch darum, unser Schweigen und unser Gebet als direkten Beitrag für Ihre Zeitschrift zu betrachten, „auf dass wir, zu Füßen Jesu sitzend und seinen Worten lauschend“ wirklich fruchtbar sein können.
Der Segen des Herrn ruhe weiterhin auf Ihrer Arbeit und der Ihrer Mitarbeiter, und die hl. Maria gewähre Ihnen ihren mütterlichen Beistand, auf dass ihr alle dem Banner Jesu Christi auch weiter treu bleibt.
Wir werden Ihrer vor dem Allerheiligsten gedenken. Nochmals unseren herzlichsten Dank,
Sr. María Purificación de Jesús OP
KLARISSEN VOM KLOSTER „santa clara“
Líbanon, Tolima, Kolumbien
Unseren Glückwunsch zu Ihrer wichtigen Arbeit für die universale Kirche
Líbanon, Donnerstag, 28. Juli 2006
Herr Giulio Andreotti, Friede sei mit Ihnen, unsere besten Wünsche!
Lieber Bruder in Jesus Christus,
demütigst entbieten wir Ihnen den religiösen Gruß der Klarissen-Schwestern dieser Stadt in Líbanon, Kolumbien.
Zu unserer großen Überraschung haben wir das Gratisabonnement Ihrer Zeitschrift 30Días en la Iglesia y en el mundo [spanischsprachige Ausgabe von 30Giorni] erhalten, das Sie uns in Ihrem Großmut zum Geschenk machen wollten, zusammen mit Ihrem liebenswerten, herzlichen Brief. Meinen herzlichen Dank für die uns entgegengebrachte Aufmerksamkeit. Gott vergelte Ihnen dieses wertvolle Geschenk in diesem und im nächsten Leben. Unsere Gemeinschaft widmet sich aufmerksam der Lektüre Ihrer wertvollen Zeitschrift, die uns Kontemplativen überaus hilfreich dabei ist, Nachrichten über die heilige Kirche zu sammeln.
Wir können Sie, Herr Giulio Andreotti, nur zu Ihrer wichtigen Arbeit für die universale Kirche beglückwünschen. Wir begleiten Sie mit unserem Gebet, unserer täglichen Aufopferung, und bitten Sie, auch uns, gemäß unserer Anliegen, Ihr inbrünstiges Gebet widmen zu wollen. Wir können Sie nur dazu ermutigen, auch weiterhin dieses Gott gefällige, allen so gut tuende Werk mit Mut und Enthusiasmus fortzuführen. Sie müssen wissen, daß wir, als Töchter unserer Heiligen Franz und Klara von Assisi, die Ihnen als italienische Heilige sicher gut bekannt sind, unserem besonderen Charisma nach sozusagen „Vollzeit-Kontemplative“ sind. Diesem Charisma entsprechend leisten wir unseren kirchlichen und missionarischen Beitrag durch das tägliche Fürbittegebet, die brüderliche Kommunion, den liturgischen Lobpreis, das Schweigen, die Buße und die einfache Klosterarbeit für die heilige Kirche, die Welt, und im konkreten für einen jeden unserer Brüder und Schwestern des Universums. Mit Sorgfalt üben wir die franziskanische Freude, in der wir auch unsere vollkommene Hingabe an den Herrn leben.
Hier ein Auszug aus dem dritten Brief unserer Mutter, der hl. Klara, an die heilige Klarissin Agnes von Prag: „Ich betrachte Dich als Mitarbeiterin Gottes und Befürworterin der wankenden Glieder Seines erhabenen Leibes.“ Dieses Streben ist für uns von grundlegender Bedeutung.
Herzlichst Ihre Schwestern in Christus,
Sr. Maria Nelly del Espíritu Santo OSC,
Äbtissin, und Gemeinschaft
KARMELITINNEN VOM KLOSTER MIRI
Miri, Malaysia
Im Karmel, „mit Christus in Gott verborgen“ können wir nur mit unserem Schweigen und im Gebet hilfreich sein
Miri, Dienstag, 1. August 2006
Der Friede Christi sei mit Ihnen!
Lieber Herr Senator Giulio Andreotti,
mit großer Freude und voller Dankbarkeit möchten wir Ihnen für das Geschenkabonnement von 30Days [englischsprachige Ausgabe von 30Giorni] danken. Wir schätzen es sehr, da wir allein die Wahrheit in allem erkennen wollen, was wir lesen. Wir erhalten auch den Osservatore Romano, der stets eine Hilfe für uns ist, und jetzt, wo wir auch Ihre Zeitschrift haben, sind wir mehr als zufrieden! Gott vergelte Ihnen Ihre Großzügigkeit!
Gerne versichern wir Sie unseres Gebetsbeistands für den Erfolg Ihrer bedeutenden Arbeit.
Im Karmel, „mit Christus in Gott verborgen“ können wir nur mit unserem Schweigen und Gebet hilfreich sein. Entbinden Sie uns von anderen Formen des Zeugnisses.
Nochmals unseren tiefempfundenen Dank.
Im Gebet und vereint in Seiner Liebe verbleiben wir in Dankbarkeit ergebenst,
die Karmelitinnen vom Heiligen Herzen Jesu,
Sr. Beatrice von Jesus OCD
KARMELITINNEN VOM KLOSTER Montreville
Montreville trail North, Minnesota, USA
Gott vergelte Ihnen das von Ihnen herausgegebene wertvolle Gebetsbüchlein
Montreville, Donnerstag, 7. September 2006
Lieber Vater, gelobt sei Jesus Christus!
Entschuldigen Sie bitte die Verspätung. Möge Gott Ihnen die umsichtige und freundliche Geste vergelten, 30Days [englischsprachige Ausgabe von 30Giorni] mit uns und allen Klausurgemeinschaften teilen zu wollen. Wir sind Ihnen dafür sehr dankbar.
Gerne versichern wir Sie unseres Gebetsbeistands für Sie und Ihr Apostolat.
Ihre dankbaren Schwestern in Jesus und Maria,
die Karmelitinnen
Gott vergelte Ihnen auch das von Ihnen herausgegebene, wertvolle Gebetsbüchlein [englische Ausgabe von Chi prega si salva: Who prays is saved].
Für eine spirituelle Lektüre
In einem der vielen Briefe,
die uns aus den Klausurklöstern erreichten, wurde uns der Vorschlag
gemacht, „in der Zeitschrift eine ‚Ecke‘ für ein
spirituelles Wort zu schaffen.“ Da uns der Vorschlag gut gefallen
hat, haben wir kurzerhand beschlossen, schon in dieser Nummer die
wichtigsten Dokumente des kirchlichen Lehramts über die Gnade als
spirituelle Lektüre anzubieten.
Warum gerade dieses Thema? Weil, wie Thomas von Aquin lehrt: „quod est potissimum in lege novi testamenti […] est gratia Spiritus Sancti“ (Summa theologiae I-II, q. 106 a. 1). Weil nichts das Christentum besser charakterisiert als die Gnade des Heiligen Geistes. Es ist immer ratsam, vom Wesentlichen auszugehen. Was vielleicht in der Knappheit dogmatischer Definitionen zu finden ist, die – bei weitem nicht so trocken, wie ihnen vorgeworfen – gerade weil sie das Geheimnis und das Wirken der Gnade demütig hüten, saftige Ufer sind, an denen das christliche Leben erblühen kann.
Aber es gibt noch einen aktuellen Grund, der es naheliegend macht, von dem auszugehen, was die Kirche über die Gnade lehrt. Der Glaube und das Leben der Gläubigen sind heute nämlich nicht durch das Leugnen des Begriffs der Gnade gefährdet (was sich niemand auch nur träumen lassen würde), sondern durch die Entartung desselben, wozu viele in zwei Richtungen neigen.
Zunächst einmal dadurch, dass sie die Gnade als ein a priori betrachten. Goulven Madec, einer der intuitivsten heutigen Augustinus-Kommentatoren, meint: „Für den Pelagianismus ist die Gnade ein Geschenk, das dem Menschen wie ein Gut zur Verfügung steht, das ihm in jedem Falle bereits gegeben ist […]. Für Pelagius befindet sich der Mensch ursprünglich, also schon immer, in einer Dynamik der Gnade“ (La patria e la via. Cristo nella vita e nel pensiero di sant’Agostino, Rom 1993, S. 234). Wie sollte man die Augen vor dem Umstand verschließen können, dass dieser pelagianische Gnadenbegriff in den letzten Jahrzehnten in so viel Theologie, in so vielem Predigen vorherrschend wurde? Damit ist das Gebet nicht länger eine reale Bitte, sondern wird, wie es schon Augustinus unübertroffen treffend formulierte ‚eine Redensart‘ (De dono perseverantiae 23, 63), da man von der Gnade annimmt, dass sie ja in jedem Fall schon immer gegeben sei.
Zweitens, indem sie ganz einfach nicht anerkennen, dass die Wirksamkeit und Sichtbarkeit der Gnade die guten Werke sind. Mit anderen Worten: dass der demütige Gehorsam den 10 Geboten gegenüber und das demütige Praktizieren des Sakraments der Beichte ein sicheres Zeichen für das Gnadenleben sind. Und wie sollte man auch hier das „scheußliche, heimliche Gift“ – um es wieder mit den Worten Augustinus’ zu sagen (Contra Iulianum opus imperfectum II, 146) – derer nicht wahrnehmen, die behaupten, dass die Gnade der Sünde entspringt, fast als wäre sie das Produkt einer Dialektik? Schließlich sprach auch schon Hegel (1770-1831) „vom Ursprung des Bösen in Gott und aus Gott“, und in gnostischen Bewegungen wie dem Frankismus (Jacob Frank, 1726-1791) gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Gut und Böse, zwischen schlechten Wünschen und Handlungen und guten Werken.
Bevor wir die dogmatischen Erklärungen alter Konzilien veröffentlichen und angesichts der Tatsache, dass das Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI. das Wesentliche der Glaubenslehre enthält, hier jene Passagen daraus, in denen von der Gnade die Rede ist. Die Worte des Glaubensbekenntnisses, das Paul VI. am 30. Juni 1968 anlässlich der Neunzehnhundertjahrfeier des Martyriums der Apostel Petrus und Paulus sprach, gehören sicher zu den schlichtesten und schönsten, mit denen ein Papst Jesus jemals versichern wollte: „Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich lieb habe“ (Joh 21, 17).
Aus dem Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI
Durch die Gnade Gottes sind wir berufen, am ewigen Leben teilzuhaben
„Wir glauben, dass dieser einzige Gott Seiner Wesenheit nach absolut einer ist, unendlich heilig, wie Er in allen Seinen Eigenschaften unendlich vollkommen ist: in Seiner Allmacht, in Seinem unbegrenzten Wissen, in Seiner Vorsehung, in Seinem Willen und in Seiner Liebe. Er ist der, der da ist, wie Er es Moses geoffenbart hat (vgl. Ex 3, 14); Er ist Liebe, wie der Apostel Johannes es uns lehrt (vgl. 1Joh 4, 8): Diese beiden Worte also, Sein und Liebe, bezeichnen in unaussprechlicher Weise die gleiche göttliche Wirklichkeit dessen, der sich uns zu erkennen geben wollte und der, da Er ‚in einem unzugänglichen Lichte wohnt‘ (vgl. 1Tim 6, 16), in sich selbst jenseits jeglicher Bezeichnung, über allen Dingen steht und alles geschaffene Denken übersteigt. Gott allein kann uns von sich eine angemessene und volle Erkenntnis mitteilen, indem Er sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart. Durch die Gnade sind wir berufen, an Ihrem ewigen Leben teilzuhaben; hier auf Erden im Dunkel des Glaubens und nach dem Tode im ewigen Lichte.
Die gegenseitigen Bande, die von der Ewigkeit her die drei Personen wesentlich verbinden, deren jede das eine und selbe göttliche Sein ist, sind das beseligende innerste Leben des dreimalheiligen Gottes, das unendlich all das überragt, was wir auf menschliche Weise begreifen.
Wir sagen indessen der göttlichen Güte Dank für die Tatsache, dass sehr viele gläubige Menschen mit uns vor der Welt die Einzigkeit Gottes bezeugen können, obwohl sie das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit nicht kennen.“
Warum gerade dieses Thema? Weil, wie Thomas von Aquin lehrt: „quod est potissimum in lege novi testamenti […] est gratia Spiritus Sancti“ (Summa theologiae I-II, q. 106 a. 1). Weil nichts das Christentum besser charakterisiert als die Gnade des Heiligen Geistes. Es ist immer ratsam, vom Wesentlichen auszugehen. Was vielleicht in der Knappheit dogmatischer Definitionen zu finden ist, die – bei weitem nicht so trocken, wie ihnen vorgeworfen – gerade weil sie das Geheimnis und das Wirken der Gnade demütig hüten, saftige Ufer sind, an denen das christliche Leben erblühen kann.
Aber es gibt noch einen aktuellen Grund, der es naheliegend macht, von dem auszugehen, was die Kirche über die Gnade lehrt. Der Glaube und das Leben der Gläubigen sind heute nämlich nicht durch das Leugnen des Begriffs der Gnade gefährdet (was sich niemand auch nur träumen lassen würde), sondern durch die Entartung desselben, wozu viele in zwei Richtungen neigen.
Zunächst einmal dadurch, dass sie die Gnade als ein a priori betrachten. Goulven Madec, einer der intuitivsten heutigen Augustinus-Kommentatoren, meint: „Für den Pelagianismus ist die Gnade ein Geschenk, das dem Menschen wie ein Gut zur Verfügung steht, das ihm in jedem Falle bereits gegeben ist […]. Für Pelagius befindet sich der Mensch ursprünglich, also schon immer, in einer Dynamik der Gnade“ (La patria e la via. Cristo nella vita e nel pensiero di sant’Agostino, Rom 1993, S. 234). Wie sollte man die Augen vor dem Umstand verschließen können, dass dieser pelagianische Gnadenbegriff in den letzten Jahrzehnten in so viel Theologie, in so vielem Predigen vorherrschend wurde? Damit ist das Gebet nicht länger eine reale Bitte, sondern wird, wie es schon Augustinus unübertroffen treffend formulierte ‚eine Redensart‘ (De dono perseverantiae 23, 63), da man von der Gnade annimmt, dass sie ja in jedem Fall schon immer gegeben sei.
Zweitens, indem sie ganz einfach nicht anerkennen, dass die Wirksamkeit und Sichtbarkeit der Gnade die guten Werke sind. Mit anderen Worten: dass der demütige Gehorsam den 10 Geboten gegenüber und das demütige Praktizieren des Sakraments der Beichte ein sicheres Zeichen für das Gnadenleben sind. Und wie sollte man auch hier das „scheußliche, heimliche Gift“ – um es wieder mit den Worten Augustinus’ zu sagen (Contra Iulianum opus imperfectum II, 146) – derer nicht wahrnehmen, die behaupten, dass die Gnade der Sünde entspringt, fast als wäre sie das Produkt einer Dialektik? Schließlich sprach auch schon Hegel (1770-1831) „vom Ursprung des Bösen in Gott und aus Gott“, und in gnostischen Bewegungen wie dem Frankismus (Jacob Frank, 1726-1791) gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Gut und Böse, zwischen schlechten Wünschen und Handlungen und guten Werken.
Bevor wir die dogmatischen Erklärungen alter Konzilien veröffentlichen und angesichts der Tatsache, dass das Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI. das Wesentliche der Glaubenslehre enthält, hier jene Passagen daraus, in denen von der Gnade die Rede ist. Die Worte des Glaubensbekenntnisses, das Paul VI. am 30. Juni 1968 anlässlich der Neunzehnhundertjahrfeier des Martyriums der Apostel Petrus und Paulus sprach, gehören sicher zu den schlichtesten und schönsten, mit denen ein Papst Jesus jemals versichern wollte: „Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich lieb habe“ (Joh 21, 17).
Aus dem Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI
Durch die Gnade Gottes sind wir berufen, am ewigen Leben teilzuhaben
„Wir glauben, dass dieser einzige Gott Seiner Wesenheit nach absolut einer ist, unendlich heilig, wie Er in allen Seinen Eigenschaften unendlich vollkommen ist: in Seiner Allmacht, in Seinem unbegrenzten Wissen, in Seiner Vorsehung, in Seinem Willen und in Seiner Liebe. Er ist der, der da ist, wie Er es Moses geoffenbart hat (vgl. Ex 3, 14); Er ist Liebe, wie der Apostel Johannes es uns lehrt (vgl. 1Joh 4, 8): Diese beiden Worte also, Sein und Liebe, bezeichnen in unaussprechlicher Weise die gleiche göttliche Wirklichkeit dessen, der sich uns zu erkennen geben wollte und der, da Er ‚in einem unzugänglichen Lichte wohnt‘ (vgl. 1Tim 6, 16), in sich selbst jenseits jeglicher Bezeichnung, über allen Dingen steht und alles geschaffene Denken übersteigt. Gott allein kann uns von sich eine angemessene und volle Erkenntnis mitteilen, indem Er sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart. Durch die Gnade sind wir berufen, an Ihrem ewigen Leben teilzuhaben; hier auf Erden im Dunkel des Glaubens und nach dem Tode im ewigen Lichte.
Die gegenseitigen Bande, die von der Ewigkeit her die drei Personen wesentlich verbinden, deren jede das eine und selbe göttliche Sein ist, sind das beseligende innerste Leben des dreimalheiligen Gottes, das unendlich all das überragt, was wir auf menschliche Weise begreifen.
Wir sagen indessen der göttlichen Güte Dank für die Tatsache, dass sehr viele gläubige Menschen mit uns vor der Welt die Einzigkeit Gottes bezeugen können, obwohl sie das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit nicht kennen.“
BRIEFE AUS DEN MISSIONEN

Das Büchlein Who prays is saved
Karachi, Pakistan
Aus Pakistan, einem muslimischen Land
Karachi, Montag, 21. August 2006
Lieber Herr Andreotti,
vielen Dank für die Zusendung von 30Days [englischsprachige Ausgabe von 30Giorni] in den letzten Jahren. Ihre großartige Arbeit für die Kirche schätze ich sehr.
Eben habe ich Nr. 6/7 2006 erhalten. Besonders beeindruckend fand ich den Artikel John Paul I and Nikodim [Luciani und Nikodim] wie auch die Homilie von Kardinal Albino Luciani vom 9. August 1978.
Vielen Dank auch für das Beilageheft Who prays is saved [englische Ausgabe von Chi prega si salva (Wer betet, wird gerettet)]. Es ist meiner Meinung nach überaus wichtig, die bedeutendsten Wahrheiten und Gebete der katholischen Kirche zu veröffentlichen, sie den Menschen nahezubringen. Die westliche Gesellschaft driftet immer mehr ins Heidentum ab, was sich sicher auch auf uns hier im Osten auswirkt. Wir müssen die Menschen um jeden Preis retten.
Nochmals vielen Dank für die Monatszeitschrift 30Days und das beigelegte Heft.
Mit besten Segenswünschen,
herzlichst in Christus,
Ihr
Evarist Pinto,
Erzbischof von Karachi, Pakistan
SALESIANER-MISSIONARE
Betlehem, Palästina
Danke für das wunderschöne Geschenk
Betlehem, Donnerstag, 10. August 2006
Sehr geehrte Redaktion und Administration von 30Giorni, ein Gruß aus Betlehem und eine Gedenkminute in der Grotte.
Danke für das wunderschöne Geschenk, das Sie uns mit Ihrer Zeitschrift gemacht haben. Sie wird uns überaus hilfreich sein. Wir werden wieder auf Sie zukommen, Ihnen bald von unserer Präsenz im Heiligen Land, in Nahost, berichten. Vereint im auferstandenen Herrn,
Pater Giovanni Cacumi,
Provinzialvikar der Salesianer von Nahost
SALESIANER-MISSIONARE DER Kirche „Nossa Senhora das Dores“
Ká-Ho, Coloane, Macao, China
Ein Dank an die chinesische Regierung
Coloane, Samstag, 12. August 2006
Lieber Herr Senator Giulio Andreotti,
ich hoffe, Sie und Ihre Angehörigen erfreuen sich bester Gesundheit! Das ist eine der vielen Gnaden, die der Herr den großzügigen Wohltätern und Wohltäterinnen unserer Mission im Süden Chinas gewähren möge.
Unseren zahlreichen Schützlingen geht es dank Ihrer großzügigen Hilfe sehr viel besser. Was für ein Unterschied zu den Achtzigerjahren, als wir begannen, uns nicht nur um das Coloane-Zentrum zu kümmern, ein Dorf der Schmerzensreichen Jungfrau, sondern auch um die zahlreichen Zentren – mehr als vierzig – im Süden Chinas! Coloane hat sich in ein Haus verwandelt, in dem viele hilfsbedürftige alte Menschen Aufnahme finden. Es sind nun schon Dutzende. Niemals soll man im Werk des Herrn für das Wohl unserer Brüder und Schwestern innehalten! „Ihr werdet die Armen immer bei euch haben …“, aber auch und vor allem Ihn, immer. In verschiedenen Dörfern Chinas haben wir Schwestern, die sich um unsere Schützlinge kümmern. Eine Hilfe, die nicht nur medizinische Betreuung betrifft, nicht nur konkreter Art ist, sondern vor allem spiritueller, der wichtigsten, die Seelsorge betreffenden. In China haben wir noch viele andere Zentren. Dank der Elastizität der Regierung gibt es nun auch Priester, Schwestern und Christen, die versuchen, mit diesen Zentren in Kontakt zu treten, auch die Regierung hat bereits Interesse gezeigt.
In den verschiedenen Zentren haben wir kleine Gruppen von Katholiken: Menschen, die sich allmählich an Jesus Christus, seine Passion, angenähert haben. Es wird alles nur Mögliche dafür getan, daß sie eine Messe haben. Der Tag der Messe ist dann jedes Mal ein Festtag für sie, sie verlangen danach. Andere Zentren, besonders dort, wo die Schwestern sind, haben eine kleine Kirche, wo sich die Christen am Abend und sonntags versammeln, um zu beten, die ein oder andere Begegnung abzuhalten. Sie fühlen sich als Familie, und das sind sie auch. Eine Familie Gottes. Diese einfachen Menschen wissen nicht viel von Theologie, aber dafür kennen sie die Theologie der Liebe nur umso besser.
Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe, verehrter Herr Senator. Voller Dankbarkeit habe ich Ihre Zeitschrift 30Giorni erhalten, heute Nachmittag zwei Stunden darin gelesen: dabei ist nichts verloren, sondern nur gewonnen… damit meine ich auch die Zeit, die ich den schönen Nachrichten über die Kirche, die Missionen, unsere Brüder und Schwestern in der ganzen Welt gewidmet habe, und die spirituell so wohltuend, heilig und tröstlich ist.
In den dunklen Stunden des Lebens erheben wir unseren Blick oft gen Himmel. Denn dort ist es, wo wir einen Vater haben, der uns zärtlich liebt, eine Mutter, die an uns denkt, eine Heimat, die auf uns wartet. Seien sie unseres Gebetsbeistands, unseres Gedenkens bei der heiligen Messe versichert.
In Christus Jesus,
Don Gaetano Nicosia
Pime-MISSIONARE
Leprosy Health Centre, Nalgonda, Indien
Ich bin seit vierzig Jahren hier
Nalgonda, Mittwoch, 16. August 2006
Lieber, geschätzter Herr Giulio Andreotti,
Frieden und die besten Wünsche!
Ich habe die Zeitschrift 30Giorni erhalten! Es war ein Vergnügen, sie zu lesen. Ich danke Ihnen herzlich im Namen von uns Missionaren, die wir weit entfernt, in anderen Teilen der Welt leben. Ich habe diese Leprastation gegründet und sie bei der Regierung der A. P. (Andhra Pradesh, die Nation der Bewohner der Andhra) registrieren lassen. Ich lege Ihnen zwei Broschüren bei, damit Sie verstehen, warum ich hier nun schon seit vierzig Jahren lebe! Den unschuldigen Kindern und dem Leid der Leprakranken galt schon immer mein Hauptinteresse: die beiden Paradewege, die den Menschen zum Herrn führen. Ich wünsche Ihnen alles Gute im Herrn! Ciao!
Anlage: zwei Broschüren; ein Brief, den ich zum Hochfest Christi Himmelfahrt geschrieben habe; eine Seidenmalerei; ein bemaltes Blatt. Schicken Sie mir bitte auch weiterhin Ihre Zeitschrift, halten Sie mich über das Leben in Italien auf dem Laufenden!
Pater Luigi Pezzoni