PAPST.
Dante und die „Vision“ Gottes

Benedikt XVI. unterzeichnet die Enzyklika Deus caritas est (25. Dezember 2005).
Am 23. Januar äußerte sich der Heilige Vater bei einer vom Päpstlichen Rat „Cor unum“ im Vatikan organisierten Begegnung zu den Motiven, die ihn veranlaßt haben, die Enzyklika Deus caritas est zu schreiben. Hier ein Auszug aus seiner Ansprache: „Ich versuche darin, unserer heutigen Zeit und unserer Existenz etwas von dem mitzugeben, was Dante in seiner Vision so kühn zusammenfasst. Er spricht davon, dass sich seine Sehkraft beim Betrachten der Liebe ‚mehrte‘ und dass er von ihr innerlich verwandelt wurde (vgl. Paradies, 33, 112-114). Und gerade darum geht es: Der Glaube wird zur schauenden Erkenntnis, die uns umgestaltet. Ich möchte die zentrale Bedeutung des Glaubens an Gott hervorheben – diesen Gott, der ein menschliches Gesicht und ein menschliches Herz angenommen hat.“
EHEMALIGES JUGOSLAWIEN
Rugova und das unsinnige Massaker am Balka

Ibrahim Rugova und Slobodan Milosevich.
30TAGE IN DER WELT
Kardinäle
Taofinu’u verstorben, der achtzigste Geburtstag von Obando Bravo
Am 19. Januar verstarb Kardinal Pio Taofinu’u im Alter von 82 Jahren. Taofinu’u, von1982 bis 2002 Erzbischof von Samoa-Apia, war 1973 von Paul VI. zum Kardinal kreiert worden. Ende Januar setzte sich das Kardinalskollegium aus 178 Kardinälen zusammen (10 wurden von Papst Montini kreiert), 111 davon sind Wähler (nur einer erhielt den Kardinalspurpur von Paul VI.).
Am 2. Februar konnte der Salesianer Miguel Kardinal Obando Bravo, von 1970 bis zum 1. April 2005 Erzbischof von Managua in Nicaragua, seinen 80. Geburtstag feiern.
Ernennungen/1
Fisichella als Rektor der Lateranuniversität bestätigt
Am 18. Januar bestätigte der Papst Bischof Rino Fisichella für ein zweites Vierjahresmandat in seinem Amt als Rektor der Päpstlichen Lateranuniversität. Der 55jährige Fisichella aus dem römischen Klerus, seit 1998 Weihbischof von Rom, ist auch Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre und die für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse.
Ebenfalls am 18. Januar ernannte der Papst den 54jährigen Msgr. Livio Melina auf vier Jahre zum Präsidenten des Päpstlichen Instituts für Ehe und Familie „Johannes Paul II.“ Bisher war er Vizepräsident der Zentralsektion des Instituts.
Ernennungen/2
Laffitte Vizepräsident der Akademie für das Leben
Am 24. Januar wurde der 54jährige französische Monsignore Jean Laffitte von der Gemeinschaft Emmanuel zum Vizepräsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben ernannt. Seit Januar vergangenen Jahres war er Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Familie.
Nahost
Israel, die Schaffung der Hamas und die Wahlen in Palästina
„Als Israeli, Bürger eines Staates, der die Hamas geschaffen, ja gar in den Achtzigerjahren deren Aufstieg vorantrieb, als Gegengewicht zur Macht der bisherigen Regierungspartei Fatah, die die Palästinenser vier Jahrzehnte lang unterdrückte und für den verzweifelten Zustand verantwortlich ist, in dem sie sich heute befinden, kann ich mir kein Urteil über ihre Entscheidungen erlauben und sie schon gar nicht dafür verurteilen, weil sie sich von der Hamas und den Täuschungen der Gewalt und des Fanatismus haben einlullen lassen.“ So der israelische Schriftsteller David Grossman (la Repubblica, 28. Januar) zum Wahlsieg der Hamas in Palästina. Ein Kommentar, der, wie andere auch, zwischen der Hoffnung, daß der Realismus den Fundamentalismus der palästinensischen Faktion, die gerufen ist, die Palästinensische Autonomiebehörde zu leiten, entschärfen kann und der Furcht vor neuen Gewaltakten hin- und herschwankt.
Rezensionen/1
Al Zarqawi, ein erfundener Mythos
So lautet der Titel der am 15. Januar in la Stampa veröffentlichten Besprechung des jüngsten Werkes von Loretta Napoleoni: Al Zarqawi. Storia e mito di un proletario giordano (herausgegeben von Marco Tropea). Hier ein Auszug: „Der interessanteste – und beunruhigendste – Aspekt, der aus diesem Buch hervorgeht, ist, daß Al Zarqawi eine Figur ist, die die US-Regierung am 5. März 2003 erfunden hat, als ihn der damalige US-Außenminister Colin Powell in seiner berühmten Ansprache an die Vereinten Nationen als „Statthalter von Al Qaeda im Irak“ bezeichnete: als fehlendes Bindeglied also, lebendiger Beweis dafür, daß zwischen Saddam Hussein und Osama Bin Laden eine Verbindung bestand, die eine Invasion im Irak rechtfertigte.“
Rezensionen/2
Ein Wirtschafts-Killer im Dienst der USA
Am 7. Januar erschien in der Stampa eine Rezension der Autobiographie von John Perkins: Confessioni di un sicario dell’economia – Verlag Minimum fax –, in der zu lesen steht, daß der von der National Security Agency (amerikanischer Geheimdienst) ausgebildete Verfasser, „vierzig Jahre lang für die amerikanische Regierung tätig war, mit der ausdrücklichen Mission, die Länder der dritten Welt zugrunde zu richten und von Washington abhängig zu machen. Aber damit nicht genug: Perkins gibt auch an, mit einer Gruppe anderer Amerikaner daran gearbeitet zu haben, die Regierungen der islamischen Länder zu destabilisieren und erpressbar zu machen (und zwar alle: egal, ob Freund oder Feind ), den Fundamentalismus genährt, ja gar Osama Bin Laden finanziert zu haben – und zwar nicht nur zu Zeiten der sowjetischen Invasion, sondern auch, als sich sein Kreuzzug gegen den Westen im Namen des Terrorismus bereits eindeutig abgezeichnet hatte.“
Italien
Apicella Bischof von Velletri, Tuzia Weihbischof in Rom
Am 28. Januar wurde der 59jährige Vincenzo Apicella zum neuen Bischof von Velletri-Segni ernannt. Apicella, der am Almo Collegio Capranica studierte und 1972 für den römischen Klerus zum Priester ernannt wurde, war seit 1996 als Weihbischof in Rom für den Sektor West tätig. Am 28. Januar wurde auch der 62jährige Msgr. Benedetto Tuzia zum Weihbischof in Rom für den Sektor West ernannt. Der aus Subiaco stammende Tuzia wurde 1969 für die Territorialabtei Subiaco zum Priester geweiht, seit 1980 gehört er dem Diözesanklerus von Rom an. Seit 2003 ist er Pfarrer von San Roberto Bellarmino in Rom.
Diplomatie
Neue Nuntien im Heiligen Land, in Sambia und Malawi
Am 21. Januar wurde Erzbischof Antonio Franco zum apostolischen Nuntius in Israel und Zypern und zum apostolischen Delegaten in Jerusalem und Palästina ernannt. Der 69jährige Franco aus dem italienischen Puglianello – seit 1960 Priester – trat 1972 in den diplomatischen Dienst des Vatikan. Stationen seiner Laufbahn waren die päpstlichen Vertretungen in Bolivien, im Iran, Frankreich und am UNO-Sitz in New York. Seit 1988 war er in der zweiten Sektion des Staatssekretariats tätig. Nach seiner Ernennung zum Erzbischof und apostolischen Nuntius in der Ukraine (1992) war er (seit 1999) Nuntius auf den Philippinen.
Am 24. Januar wurde Nicola Girasoli zum Erzbischof und Nuntius in Sambia und Malawi ernannt. Der 49jährige Girasoli aus Ruvo im süditalienischen Apulien ist seit 1980 Priester und trat 1985 in den diplomatischen Dienst des Vatikan. Tätig war er in den Nuntiaturen von Indonesien und Australien, in der ersten Sektion des Staatssekretariats, wie auch in den päpstlichen Vertretungen in Ungarn, Belgien, den USA und – zuletzt – in Argentinien.
Bücher
Säkularisierung, Nihilismus und die westliche Gesellschaft
Die Moderne wurde von zwei „Einstürzen“ geprägt: dem der Berliner Mauer und dem des World Trade Centers, und wird nun überschattet vom Zusammenprall der Zivilisationen. Massimo Borghesi analysiert in seinem jüngsten Buch Secolarizzazione e Nichilismo die Faktoren, die für den die letzten Jahrzehnte kennzeichnenden Konflikt verantwortlich sind, und versucht, deren Wurzeln und religiös-ideologische Motivationen zu ergründen.
Taofinu’u verstorben, der achtzigste Geburtstag von Obando Bravo
Am 19. Januar verstarb Kardinal Pio Taofinu’u im Alter von 82 Jahren. Taofinu’u, von1982 bis 2002 Erzbischof von Samoa-Apia, war 1973 von Paul VI. zum Kardinal kreiert worden. Ende Januar setzte sich das Kardinalskollegium aus 178 Kardinälen zusammen (10 wurden von Papst Montini kreiert), 111 davon sind Wähler (nur einer erhielt den Kardinalspurpur von Paul VI.).
Am 2. Februar konnte der Salesianer Miguel Kardinal Obando Bravo, von 1970 bis zum 1. April 2005 Erzbischof von Managua in Nicaragua, seinen 80. Geburtstag feiern.
Ernennungen/1
Fisichella als Rektor der Lateranuniversität bestätigt
Am 18. Januar bestätigte der Papst Bischof Rino Fisichella für ein zweites Vierjahresmandat in seinem Amt als Rektor der Päpstlichen Lateranuniversität. Der 55jährige Fisichella aus dem römischen Klerus, seit 1998 Weihbischof von Rom, ist auch Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre und die für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse.
Ebenfalls am 18. Januar ernannte der Papst den 54jährigen Msgr. Livio Melina auf vier Jahre zum Präsidenten des Päpstlichen Instituts für Ehe und Familie „Johannes Paul II.“ Bisher war er Vizepräsident der Zentralsektion des Instituts.
Ernennungen/2
Laffitte Vizepräsident der Akademie für das Leben
Am 24. Januar wurde der 54jährige französische Monsignore Jean Laffitte von der Gemeinschaft Emmanuel zum Vizepräsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben ernannt. Seit Januar vergangenen Jahres war er Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Familie.
Nahost
Israel, die Schaffung der Hamas und die Wahlen in Palästina
„Als Israeli, Bürger eines Staates, der die Hamas geschaffen, ja gar in den Achtzigerjahren deren Aufstieg vorantrieb, als Gegengewicht zur Macht der bisherigen Regierungspartei Fatah, die die Palästinenser vier Jahrzehnte lang unterdrückte und für den verzweifelten Zustand verantwortlich ist, in dem sie sich heute befinden, kann ich mir kein Urteil über ihre Entscheidungen erlauben und sie schon gar nicht dafür verurteilen, weil sie sich von der Hamas und den Täuschungen der Gewalt und des Fanatismus haben einlullen lassen.“ So der israelische Schriftsteller David Grossman (la Repubblica, 28. Januar) zum Wahlsieg der Hamas in Palästina. Ein Kommentar, der, wie andere auch, zwischen der Hoffnung, daß der Realismus den Fundamentalismus der palästinensischen Faktion, die gerufen ist, die Palästinensische Autonomiebehörde zu leiten, entschärfen kann und der Furcht vor neuen Gewaltakten hin- und herschwankt.
Rezensionen/1
Al Zarqawi, ein erfundener Mythos
So lautet der Titel der am 15. Januar in la Stampa veröffentlichten Besprechung des jüngsten Werkes von Loretta Napoleoni: Al Zarqawi. Storia e mito di un proletario giordano (herausgegeben von Marco Tropea). Hier ein Auszug: „Der interessanteste – und beunruhigendste – Aspekt, der aus diesem Buch hervorgeht, ist, daß Al Zarqawi eine Figur ist, die die US-Regierung am 5. März 2003 erfunden hat, als ihn der damalige US-Außenminister Colin Powell in seiner berühmten Ansprache an die Vereinten Nationen als „Statthalter von Al Qaeda im Irak“ bezeichnete: als fehlendes Bindeglied also, lebendiger Beweis dafür, daß zwischen Saddam Hussein und Osama Bin Laden eine Verbindung bestand, die eine Invasion im Irak rechtfertigte.“
Rezensionen/2
Ein Wirtschafts-Killer im Dienst der USA
Am 7. Januar erschien in der Stampa eine Rezension der Autobiographie von John Perkins: Confessioni di un sicario dell’economia – Verlag Minimum fax –, in der zu lesen steht, daß der von der National Security Agency (amerikanischer Geheimdienst) ausgebildete Verfasser, „vierzig Jahre lang für die amerikanische Regierung tätig war, mit der ausdrücklichen Mission, die Länder der dritten Welt zugrunde zu richten und von Washington abhängig zu machen. Aber damit nicht genug: Perkins gibt auch an, mit einer Gruppe anderer Amerikaner daran gearbeitet zu haben, die Regierungen der islamischen Länder zu destabilisieren und erpressbar zu machen (und zwar alle: egal, ob Freund oder Feind ), den Fundamentalismus genährt, ja gar Osama Bin Laden finanziert zu haben – und zwar nicht nur zu Zeiten der sowjetischen Invasion, sondern auch, als sich sein Kreuzzug gegen den Westen im Namen des Terrorismus bereits eindeutig abgezeichnet hatte.“
Italien
Apicella Bischof von Velletri, Tuzia Weihbischof in Rom
Am 28. Januar wurde der 59jährige Vincenzo Apicella zum neuen Bischof von Velletri-Segni ernannt. Apicella, der am Almo Collegio Capranica studierte und 1972 für den römischen Klerus zum Priester ernannt wurde, war seit 1996 als Weihbischof in Rom für den Sektor West tätig. Am 28. Januar wurde auch der 62jährige Msgr. Benedetto Tuzia zum Weihbischof in Rom für den Sektor West ernannt. Der aus Subiaco stammende Tuzia wurde 1969 für die Territorialabtei Subiaco zum Priester geweiht, seit 1980 gehört er dem Diözesanklerus von Rom an. Seit 2003 ist er Pfarrer von San Roberto Bellarmino in Rom.
Diplomatie
Neue Nuntien im Heiligen Land, in Sambia und Malawi
Am 21. Januar wurde Erzbischof Antonio Franco zum apostolischen Nuntius in Israel und Zypern und zum apostolischen Delegaten in Jerusalem und Palästina ernannt. Der 69jährige Franco aus dem italienischen Puglianello – seit 1960 Priester – trat 1972 in den diplomatischen Dienst des Vatikan. Stationen seiner Laufbahn waren die päpstlichen Vertretungen in Bolivien, im Iran, Frankreich und am UNO-Sitz in New York. Seit 1988 war er in der zweiten Sektion des Staatssekretariats tätig. Nach seiner Ernennung zum Erzbischof und apostolischen Nuntius in der Ukraine (1992) war er (seit 1999) Nuntius auf den Philippinen.
Am 24. Januar wurde Nicola Girasoli zum Erzbischof und Nuntius in Sambia und Malawi ernannt. Der 49jährige Girasoli aus Ruvo im süditalienischen Apulien ist seit 1980 Priester und trat 1985 in den diplomatischen Dienst des Vatikan. Tätig war er in den Nuntiaturen von Indonesien und Australien, in der ersten Sektion des Staatssekretariats, wie auch in den päpstlichen Vertretungen in Ungarn, Belgien, den USA und – zuletzt – in Argentinien.
Bücher
Säkularisierung, Nihilismus und die westliche Gesellschaft
Die Moderne wurde von zwei „Einstürzen“ geprägt: dem der Berliner Mauer und dem des World Trade Centers, und wird nun überschattet vom Zusammenprall der Zivilisationen. Massimo Borghesi analysiert in seinem jüngsten Buch Secolarizzazione e Nichilismo die Faktoren, die für den die letzten Jahrzehnte kennzeichnenden Konflikt verantwortlich sind, und versucht, deren Wurzeln und religiös-ideologische Motivationen zu ergründen.