Kurznachrichten
KIRCHE
Die Opposition Seiner Heiligkeit
„Auch ich habe mit großem Interesse das
schöne Interview gelesen, das Aldo Cazzullo mit Kardinal Angelo Scola,
Patriarch von Venedig, geführt hat.“ So beginnt die Antwort auf
einen Brief, den Signor Marco Leonardi an Sergio Romano geschrieben hat und
der am 24. Juli in der Rubrik „Leserbriefe“ im Corriere della Sera erschien.
In seinem Kommentar zu den Ausführungen des Kardinals macht der
ehemalige Botschafter darauf aufmerksam, daß Scola, statt die
„Diktatur des Relativismus“ zu fürchten (ein seinerzeit
von Kardinal Ratzinger geprägter Ausdruck), Synonyme wie
„Interkulturation“, „Pluralität“,
„unvermeidbare Interkulturalität“, „Rechte der
Minderheiten“ verwendet. Romano schließt wie folgt: „Mein
lieber Herr Leonardi: Ich hatte den Eindruck, daß es in der von Ihnen
als ‚hierarchistisch und autoritär‘ bezeichneten Struktur
[die Kirche, Anm.d.Red.] eines Tages gar eine ‚Opposition Seiner
Heiligkeit‘ geben könnte.“
30TAGE IN DER WELT
Papst/1
„Allen, die Hassgefühle schüren“
„Wir alle empfinden tiefen Schmerz angesichts der schrecklichen Terroranschläge in London vom vergangenen Donnerstag. Wir beten für die Todesopfer, für die Verletzten und für ihre Angehörigen, aber wir beten auch für die Attentäter: Der Herr möge ihre Herzen berühren. Allen, die Hassgefühle schüren oder solch abscheuliche Terrorakte verüben, rufe ich zu: Gott liebt das Leben, das er geschaffen hat, nicht den Tod. Haltet ein, im Namen Gottes!“. So der Papst nach dem Angelus vom Sonntag, 10. Juli.
Papst/2
Die Attentate und das Christentum
Bei der Begegnung mit dem Klerus von Aosta in der Pfarrkirche von Introd hat der Papst zum Ausdruck gebracht, daß die in diesen Tagen verübten Attentate nicht gegen das Christentum gerichtet seien (25. Juli).
Kompendium
Kein Medienevent, sondern ein kirchliches Ereignis
„Die Vorstellung des Kompendiums fand nicht im Rahmen einer Begegnung mit den Journalisten im Presseamt des Hl. Stuhls statt, sondern bei der Liturgiefeier der hora sexta, im Beisein von Kardinälen, Bischöfen, Gläubigen und Katecheten aus aller Welt. Ein gewollter Umstand, der die Vorstellung des Kompendiums nicht so sehr als Medienevent erscheinen läßt, sondern vielmehr als ein kirchliches Ereignis, das diese ‚göttliche Gabe‘ in einem Klima des Gebets und der Aufnahme im Glauben erfolgen ließ.“ So Erzbischof Angelo Amato, Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre wie auch der Kommission, die für das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche verantwortlich zeichnet, in einem Artikel in der letzten Ausgabe von Consacrazione e servizio, der Zeitschrift der Vereinigung der höheren Ordensoberen Italiens.
Kardinäle
Kardinäle Cé und Alvarez Martínez werden achtzig
Am 8. Juli wurde Kardinal Marco Cé, Patriarch von Venedig (1978-2002) achtzig Jahre alt. Am 14. Juli wurde der spanische Kardinal Francisco Alvarez Martínez, Erzbischof von Toledo von 1995 bis 2002, ebenfalls achtzig. Ende Juli setzte sich das Kardinalskollegium also aus 181 Kardinälen zusammen, 113 davon sind Papstwahlberechtigt.
Am 7. August konnte Kardinal Armand Gaetan Razafindratandra seinen achtzigsten Geburtstag feiern. Seit 1994 ist er Erzbischof von Antananarivo.
Ernennungen
Neuer Erzbischof für Acerenza
Am 27. Juli wurde der 57jährige Msgr. Giovanni Ricchiuti, geboren im apulischen Bisceglie, zum Erzbischof von Acerenza (Pz) ernannt. Ricchiuti, der 1972 die Priesterweihe empfing, war Rektor des Päpstlichen Seminars der Region Apulien.
Kirche
Scola und Pannella
Am 17. Juli gab Kardinal Angelo Scola ein viel beachtetes Interview über die Beziehungen zwischen Laien und Katholiken (Corriere della Sera). Marco Pannella – wie immer für eine Überraschung gut – machte in seinem Kommentar dazu folgende Anmerkungen: „Wir Radikalen sind für den freien Markt und gegen die Oligopole, besonders im ethischen und kulturellen Bereich. Man erlaube mir, auf das dringliche Recht auf Gewissensfreiheit der Gläubigen der verschiedenen Kirchen hinzuweisen, der Protestanten, der anderen monotheistischen Religionen, der Laiengläubigen und – vor allem – der Katholiken, denen gegenüber die römische Macht in der Geschichte besonders unerbittlich war.“ Bezüglich der Möglichkeit, daß sich die Katholiken für die Schaffung einer res publica engagieren könnten, gab er der Hoffnung Ausdruck, sie mögen „in aller Freiheit dazu beitragen, Parlamente und Regierungen auf die Beine zu stellen! Und Kardinal Scola könnte, was weiß ich, gar Staatspräsident werden.“
Terrorismus/1
Wer das Christentum bedroht
So der Titel eines Artikels aus der Feder von Enzo Bianchi (la Stampa, 23. Juli), in dem es heißt: „Die schlimmsten Feinde sind die Gläubigen selbst, die meinen, daraus eine bürgerliche Religion zu machen, um der modernen Gesellschaft eine Seele zu geben.“ Zum Zwecke der Untermauerung seiner These zitiert Abt von Bose einen Text des damaligen Kardinals Ratzinger, in dem der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre anmerkt, daß man, wenn man sich in einer Theologisierung der Politik versucht, eine Ideologisierung des Glaubens hätte [...], und die Politik nicht aus dem Glauben, sondern aus der Vernunft hervorgehe. In diesem Sinne müsse der Staat ein weltlicher, im positiven Sinne profaner Staat sein.
Terrorismus/2
Die Roten Brigaden und die Geheimdienste
„Amerikanische und israelische Geheimdienste in den Roten Brigaden.“ Das hat Giovanni Galloni, ehemaliger Vizepräsident des CSM nun in der italienischen Tagesschau Rai News 24 enthüllt. Er berichtete, daß ihm Aldo Moro nur wenige Tage vor seiner Entführung anvertraut hat, besorgt zu sein, weil er „mit Sicherheit“ davon ausgehe, daß „die amerikanischen und israelischen Geheimdienste ihre Leute in die Roten Brigaden eingeschleust haben. Wir sind davon aber nicht unterrichtet worden, denn sonst hätten wir die Nester der Roten Brigaden wahrscheinlich ausheben können“ (la Repubblica, 6. Juli).
Diplomatie
Der Libanese Fahrat Nuntius in Österreich
Am 26. Juli wurde der 72jährige libanesische Bischof Edmund Fahrat zum apostolischen Nuntius in Österreich ernannt. Fahrat, der seit1959 Priester und seit 1989 Bischof ist, war bereits als Nuntius in Algerien, Slowenien und Mazedonien tätig. Seit Ende 2001 war er Päpstlicher Repräsentant in der Türkei und in Turkmenistan. q
„Allen, die Hassgefühle schüren“
„Wir alle empfinden tiefen Schmerz angesichts der schrecklichen Terroranschläge in London vom vergangenen Donnerstag. Wir beten für die Todesopfer, für die Verletzten und für ihre Angehörigen, aber wir beten auch für die Attentäter: Der Herr möge ihre Herzen berühren. Allen, die Hassgefühle schüren oder solch abscheuliche Terrorakte verüben, rufe ich zu: Gott liebt das Leben, das er geschaffen hat, nicht den Tod. Haltet ein, im Namen Gottes!“. So der Papst nach dem Angelus vom Sonntag, 10. Juli.
Papst/2
Die Attentate und das Christentum
Bei der Begegnung mit dem Klerus von Aosta in der Pfarrkirche von Introd hat der Papst zum Ausdruck gebracht, daß die in diesen Tagen verübten Attentate nicht gegen das Christentum gerichtet seien (25. Juli).
Kompendium
Kein Medienevent, sondern ein kirchliches Ereignis
„Die Vorstellung des Kompendiums fand nicht im Rahmen einer Begegnung mit den Journalisten im Presseamt des Hl. Stuhls statt, sondern bei der Liturgiefeier der hora sexta, im Beisein von Kardinälen, Bischöfen, Gläubigen und Katecheten aus aller Welt. Ein gewollter Umstand, der die Vorstellung des Kompendiums nicht so sehr als Medienevent erscheinen läßt, sondern vielmehr als ein kirchliches Ereignis, das diese ‚göttliche Gabe‘ in einem Klima des Gebets und der Aufnahme im Glauben erfolgen ließ.“ So Erzbischof Angelo Amato, Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre wie auch der Kommission, die für das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche verantwortlich zeichnet, in einem Artikel in der letzten Ausgabe von Consacrazione e servizio, der Zeitschrift der Vereinigung der höheren Ordensoberen Italiens.
Kardinäle
Kardinäle Cé und Alvarez Martínez werden achtzig
Am 8. Juli wurde Kardinal Marco Cé, Patriarch von Venedig (1978-2002) achtzig Jahre alt. Am 14. Juli wurde der spanische Kardinal Francisco Alvarez Martínez, Erzbischof von Toledo von 1995 bis 2002, ebenfalls achtzig. Ende Juli setzte sich das Kardinalskollegium also aus 181 Kardinälen zusammen, 113 davon sind Papstwahlberechtigt.
Am 7. August konnte Kardinal Armand Gaetan Razafindratandra seinen achtzigsten Geburtstag feiern. Seit 1994 ist er Erzbischof von Antananarivo.
Ernennungen
Neuer Erzbischof für Acerenza
Am 27. Juli wurde der 57jährige Msgr. Giovanni Ricchiuti, geboren im apulischen Bisceglie, zum Erzbischof von Acerenza (Pz) ernannt. Ricchiuti, der 1972 die Priesterweihe empfing, war Rektor des Päpstlichen Seminars der Region Apulien.
Kirche
Scola und Pannella
Am 17. Juli gab Kardinal Angelo Scola ein viel beachtetes Interview über die Beziehungen zwischen Laien und Katholiken (Corriere della Sera). Marco Pannella – wie immer für eine Überraschung gut – machte in seinem Kommentar dazu folgende Anmerkungen: „Wir Radikalen sind für den freien Markt und gegen die Oligopole, besonders im ethischen und kulturellen Bereich. Man erlaube mir, auf das dringliche Recht auf Gewissensfreiheit der Gläubigen der verschiedenen Kirchen hinzuweisen, der Protestanten, der anderen monotheistischen Religionen, der Laiengläubigen und – vor allem – der Katholiken, denen gegenüber die römische Macht in der Geschichte besonders unerbittlich war.“ Bezüglich der Möglichkeit, daß sich die Katholiken für die Schaffung einer res publica engagieren könnten, gab er der Hoffnung Ausdruck, sie mögen „in aller Freiheit dazu beitragen, Parlamente und Regierungen auf die Beine zu stellen! Und Kardinal Scola könnte, was weiß ich, gar Staatspräsident werden.“
Terrorismus/1
Wer das Christentum bedroht
So der Titel eines Artikels aus der Feder von Enzo Bianchi (la Stampa, 23. Juli), in dem es heißt: „Die schlimmsten Feinde sind die Gläubigen selbst, die meinen, daraus eine bürgerliche Religion zu machen, um der modernen Gesellschaft eine Seele zu geben.“ Zum Zwecke der Untermauerung seiner These zitiert Abt von Bose einen Text des damaligen Kardinals Ratzinger, in dem der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre anmerkt, daß man, wenn man sich in einer Theologisierung der Politik versucht, eine Ideologisierung des Glaubens hätte [...], und die Politik nicht aus dem Glauben, sondern aus der Vernunft hervorgehe. In diesem Sinne müsse der Staat ein weltlicher, im positiven Sinne profaner Staat sein.
Terrorismus/2
Die Roten Brigaden und die Geheimdienste
„Amerikanische und israelische Geheimdienste in den Roten Brigaden.“ Das hat Giovanni Galloni, ehemaliger Vizepräsident des CSM nun in der italienischen Tagesschau Rai News 24 enthüllt. Er berichtete, daß ihm Aldo Moro nur wenige Tage vor seiner Entführung anvertraut hat, besorgt zu sein, weil er „mit Sicherheit“ davon ausgehe, daß „die amerikanischen und israelischen Geheimdienste ihre Leute in die Roten Brigaden eingeschleust haben. Wir sind davon aber nicht unterrichtet worden, denn sonst hätten wir die Nester der Roten Brigaden wahrscheinlich ausheben können“ (la Repubblica, 6. Juli).
Diplomatie
Der Libanese Fahrat Nuntius in Österreich
Am 26. Juli wurde der 72jährige libanesische Bischof Edmund Fahrat zum apostolischen Nuntius in Österreich ernannt. Fahrat, der seit1959 Priester und seit 1989 Bischof ist, war bereits als Nuntius in Algerien, Slowenien und Mazedonien tätig. Seit Ende 2001 war er Päpstlicher Repräsentant in der Türkei und in Turkmenistan. q