Rubriken
Aus Nr.09 - 2004


MONTINI

Der Rosenkranz: Unschuldiges Kindergestammel zur Abwehr unermeßlicher Übel


Paul VI.

Paul VI.

Im Juni 2004 gab das Institut Paul VI. Notiziario Nr. 47 heraus, in dem einige Aufzeichnungen aus den Jugendjahren von Giovanni Battista Montini enthalten sind (aus den Jahren 1928, 1934, 1937, in denen der Papst über seine Vorliebe für das Rosenkranzgebet spricht). So heißt es in einer der Notizen: „Man kann die historische Szene des denkwürdigen Moments schildern, in dem die Jungfrau Maria den hl. Dominikus lehrt, den Rosenkranz zu beten; außergewöhnliches Heilmittel gegen unermeßliche Übel. Man hätte glauben können, das Heilmittel hätte politischer, kriegerischer Art sein müssen (wie es unglückseligerweise durch die Hand Simons von Monfort war [Graf Simon IV. von Monfort, 1150-1218; ging besonders hart mit den Albigenser-Ketzern ins Gericht, Anm.d.Red.], und wie man es leider in den Rosenkranzpredigten gerühmt findet) – und dabei ist das Heilmittel das unschuldige, kindliche Rufen nach der Mutter. Die einfachste, unschuldigste, kindlichste Frömmigkeit: das ist das Heilmittel für die großen sozialen Übel. Menschen, die beten, gute Menschen; Menschen, die mit liebevoller Frömmigkeit beten, geheilte Menschen. Das Vernunftdenken ist durch den Instinkt des im Herzen wirkenden Glaubens überholt. – (Den Kontrast zwischen Übel und Heilmittel studieren: sehen, wie es sozial und psychologisch funktioniert). Die beiden Gebete, das liturgische und das Volksgebet, schließen einander nicht aus, sondern vervollständigen sich.“




Sant’Anna di Stazzema und der satanistische Nazismus


Die Erschießung von Zivilisten in Sant’Anna di Stazzema.

Die Erschießung von Zivilisten in Sant’Anna di Stazzema.

Wir befanden uns in der Hand satanischer Krimineller. Danke, daß Gerechtigkeit gesucht wurde, ohne Rache zu üben. – So die Synthese der bewegenden Ansprache von Innenminister Otto Schilly bei einer Feier zum Gedenken an das Massaker von Sant’Anna di Stazzema, wo die SS am 12. August 1944 kaltblütig 560 Zivilisten erschossen hatten (Corriere della Sera, 13. August 2004).





ÖKUMENISMUS/1
Brustkreuz für lutheranischen Bischof

„Der Papst, und das hat mich zutiefst berührt, hat mir nicht nur seine Worte geschenkt, sondern auch ein richtiges Geschenk gemacht: ein Brustkreuz, das zum 25jährigen Pontifikatsjubiläum angefertigt wurde, und das ich nach Berlin mitnehmen werde. Ich glaube, das ist auch ein sichtbares, implizit zuerkennendes Zeichen der tiefen Bedeutung des Bischofsamtes in der evangelischen Kirche: so habe ich diese Geste verstanden.“ So die Dankesworte, die Dr. Wolfgang Huber, Bischof und Vorsitzender des deutschen evangelischen Kirchenrates, am 25. August in Radio Vatikan sprach. Tags zuvor war er vom Papst in Audienz empfangen worden.


ÖKUMENISMUS/2
11. September: Orthodoxer Patriarch von Alexandria tödlich verunglückt

Am 11. September verunglückte der orthodoxe Patriarch von Alexandria in Ägypten und ganz Afrika, Petros VII., tödlich. Der Bischof, der gerade in Griechenland weilte, war mit einem Hubschrauber auf dem Weg von Athen nach Athos. Auch fünf Mitglieder seines Entourage und 11 Mitreisende verloren bei dem Absturz ihr Leben, darunter der Bruder des Bischofs und drei Bischöfe des Patriarchats. Petros Papapetrou war 1949 in Zypern geboren worden. 1978 wurde er zum Priester geweiht, 1983 zum Bischof von Babylonien ernannt. Nachdem er das Amt des Metropoliten in verschiedenen afrikanischen Sitzen bekleidet hatte, wurde er 1997 zum orthodoxen Patriarchen von Alexandria in Ägypten ernannt. Zwei russische Boulevard-Zeitungen berichteten (wie dann von der italienischen Presse übernommen), daß der von dem Patriarchen benutzte Hubschrauber für den russischen Präsidenten Wladimir Putin bestimmt gewesen war. Dieser hätte nämlich eigentlich zwei Tage vor dem tragischen Unfall nach Griechenland kommen sollen, der Besuch war aber dann wegen des Geiseldramas von Beslan abgesagt worden.


ÖSTERREICH
Seminar Sankt Pölten geschlossen

Am 12. August gab der apostolische Visitator Klaus Küng, Bischof von Feldkirch, die Entscheidung bekannt, das Seminar der von Kurt Krenn geleiteten Diözese Sankt Pölten wegen eines Sexskandals „mit sofortiger Wirkung“ zu schließen. Eine Entscheidung, die er als schmerzliche Stunde für die Diözese Sankt Pölten und für die Kirche in ganz Österreich bezeichnete. Radio Vatikan berichtete am 13. August darüber. Der am 20. Juli ernannte Gesandte des Papstes bekräftigte, daß für das Seminar ein vollkommen neuer Anfang notwendig wäre.


KARDINÄLE
Kardinal González Martín verstorben. Fernandes de Araújo wird achtzig

Am 25. August verstarb der spanische Kardinal Marcelo González Martín im Alter von 86 Jahren. González Martín, von 1971 bis 1995 Erzbischof von Toledo, war 1973 von Paul VI. zum Kardinal kreiert worden. Am 3. August wurde der brasilianische Kardinal Serafim Fernandes de Araújo achtzig Jahre alt. Er war von 1986 bis 2003 Erzbischof von Belo Horizonte und wurde 1998 von Johannes Paul II. zum Kardinal kreiert.
Ende August setzte sich das Kardinalskollegium also aus 189 Kardinälen zusammen, 123 davon Wähler in einem eventuellen Konklave. 15 sind noch von Paul VI. kreierte Kardinäle, 4 davon Wähler. Die Zahl der brasilianischen „Wähler“ ist auf fünf gesunken, womit sie weniger als die Hälfte der amerikanischen Kardinäle (11) ausmachen, und auch zahlenmäßig hinter den Deutschen und Spaniern liegen (jeweils 6).


KURIE
Bischof Piacenza Präsident der Kommission für sakrale Archäologie

Am 28. August wurde der 60jährige, aus Genua stammende Bischof Mauro Piacenza, seit Oktober 2003 Präsident der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche, auch zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für sakrale Archäologie ernannt. Er tritt damit an die Stelle von Kardinal Francesco Marchisano, der am 25. Juni seinen 75. Geburtstag feiern konnte. Er behält das Amt des Erzpriesters der Vatikanbasilika, das des Vikars des Papstes für die Vatikanstadt, des Präsidenten der Dombauhütte St. Peter und der Ständigen Schutzkommission für die historischen und Kunstdenkmäler des Hl. Stuhls


ITALIEN
Atzei Erzbischof von Sassari

Am 14. September wurde der 62jährige Paolo Mario Virgilio Atzei, Konventualfranziskaner, in den Rang des Erzbischofs von Sassari erhoben. Der in Mantua geborene Atzei, seit 1966 Priester, war seit 1993 Bischof von Tempio-Ampurias. Der Bischof ist in traditionalistischen Kreisen bekannt dafür, daß er sich stets geweigert hat, in seiner Diözese den Indult zur Feier der sogenannten Messe nach dem Ritus Pius ’ V. anzuwenden.


TERRORISMUS/1
Beslan und die „neuen Nazis“

Nach dem Geiseldrama von Beslan befaßte sich die von Sandro Magister betreute on-line-Rubrik des Espresso damit, wie die katholischen Tageszeitungen über dieses Ereignis berichtet haben. „L’Osservatore Romano, die Tageszeitung des Hl. Stuhls unter Leitung von Mario Agnes, beschränkte sich in seiner Ausgabe vom 5. September darauf, das Foto einer kleinen blutigen Hand zu veröffentlichen, die ein Kreuz hält, mit dem Titel Gekreuzigte Unschuld, daneben die einzige, bis zu jenem Tag abgegebene offizielle Stellungnahme des Vatikans: ein Routine-Telegramm von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano, der das „russische Volk“ durch den apostolischen Nuntius in Moskau, Antonio Mennini, „der schmerzlichen Anteilnahme und des Gebets des Heiligen Vaters“ versichert. Auf der zweiten Seite, wo über die Ereignisse berichtet wurde, stand folgender Titel zu lesen: Die meisten der 300 Toten der blutigen Befreiungsaktion Kinder. Und folgender Kommentar: „Die Befreiungsaktion der russischen Sondereinheiten bezeichnete das tragische Ende der Geiselnahme von mehr als tausend Personen, die meisten davon Kinder, in einer Schule von Beslan, Nordossetien, durch ein Terrorkommando.“ Tags darauf lag auch die vatikanische Tageszeitung auf einer ähnlichen Linie, sah die Schuld an dem „blutigen Ausgang“ in erster Linie bei den Ausführenden der „Befreiungsaktion“: bzw. den russischen Sondereinheiten und ihren Befehlshabern, bis hin zu Präsident Wladimir Putin. Soweit der Osservatore Romano. Avvenire dagegegen – die von Dino Boffo geleitete Zeitung der italienischen Bischofskonferenz unter Vorsitz des Vikars des Papstes, Kardinal Camillo Ruini – ging sogar noch weiter. Zwei von vier Leitartikeln und die zwei Schlagzeilen der Ausgabe vom 5. September, auf den ersten drei Seiten, konzentrierten sich derart auf Putin, als wäre er die Gefahr Nr. 1. In demselben Artikel macht der Journalist des Espresso mit Erleichterung auf das „Manifest“ der Verurteilung des Terrorismus aufmerksam, das von einem Dutzend in Italien lebender hochrangiger Muslime unterschrieben wurde, darunter der Imam des islamischen Kulturzentrums von Colle Val d’Elsa, in der Provinz Siena, Feras Jabareen, der die Terroristen als „neue Nazis“ bezeichnete.


TERRORISMUS/2
Der Terrorismus und ein mystischer Nazismus

„Dieser blutrünstige religiöse Fanatismus erinnert an eine Art mystischen Nazismus.“ So der rumänische Schriftsteller und Jude Norman Manea, bei einem dem Messaggero gewährten Interview (8. September).


TERRORISMUS/3
Das Weltreich braucht nun den Terrorismus

„Altruismus liegt nicht im Wesen der Amerikaner. Wir sind nur an uns selber interessiert, an unserem Wohlstand, und die Form, die wir gewählt haben, um ihn zu erlangen, ist das Weltreich. Es gab einmal eine Zeit, in der wir erklärt haben, den Kommunismus zu bekämpfen, auch in Ländern, die nie davon gehört hatten. Jetzt sprechen wir vom Kampf gegen den Terrorismus, und wenn es ihn nicht gäbe, würden wir ihn erfinden, um das zu führen, was wir Krieg nennen, aber keiner ist.“ Eine Beobachtung von Gore Vidal, zitiert von Enzo Biagi in einem Artikel, der auf der ersten Seite des Corriere della Sera zu lesen stand (Sonntag, 12. September).


PERA
Angriffskrieg gegen den gesamten Westen?

„Mit einigen lobenswerten und namhaften Ausnahmen, wie der von Kardinal Ratzinger, Patriarch Scola und Msgr. Caffarra, die richtigerweise nicht auf dem Krieg beharren, sondern auf dem Appel, der Krise Europas entgegenzutreten, schweigt ein Großteil des Klerus oder nimmt an Friedensmärschen teil, so als wäre es nicht seine Angelegenheit, die christliche europäische Zivilisation zu verteidigen. Wo es doch sehr wohl Angelegenheit des gesamten Westens ist, weil der Krieg gegen den gesamten Westen geht. Und es sich um einen Angriffskrieg handelt, und nicht einen aus Reaktion. Warum hat man nicht den Mut, das zu sagen, und warum läßt man Menschen wie Oriana Fallaci, die das schon seit geraumer Zeit sagen, allein oder bedenkt sie mit Ironie? Und das, wo doch viele denken, daß es sich um einen Angriffskrieg handelt und man reagieren muß, was auch die große Zahl der Leser von Frau Fallaci zeigt, die, allein in Italien, eine politische Partei bilden.“ So Senatspräsident Marcello Pera in einem Interview vom 30. August (la Repubbica).


LUZZATTO
Zusammenstoß der Zivilisationen: Ein Ausdruck, der schaudern macht

Bezüglich des Zusammenstoßes der Zivilisationen hat der Vorsitzende der jüdischen Gemeinschaften Italiens, Amos Luzzatto, in einem Interview (8. September, Unità) bekräftigt: „Wir müssen uns gegen derartige Interpretationen stellen, auf die öffentliche Meinung dergestalt Einfluß nehmen, daß sie sagt: nein, das macht uns schaudern! Der Ausdruck „Zusammenstoß der Zivilisationen“ sollte aus unserem Wortschatz gestrichen werden. Es geht hier nicht um einen verbalen Tribut, sondern um einen grundlegenden Bildungsbeitrag, damit das Unkraut der Gewalt nicht wuchern kann: eine Zivilisation, die mit einer anderen zusammenprallt, verleugnet sich selbst, ist keine Zivilisation. Zivilisation schließt nämlich das Töten des anderen aus.“


MEETING
Die Starlets des Bösen

Die Anwesenheit der ehemaligen Terroristinnen Francesca Mambro und Nadia Mantovani beim Meeting von Rimini sorgte für einiges Aufsehen. So merkte beispielsweise Massimo Gramellini (la Stampa, 24. August) in seiner Tagesrubrik unter dem Titel Die Starlets des Bösen an: „Öffentliche Debatten sind keine Kunstwerke. Sie sorgen für Publicity. Frau Mambro einzuladen, und nicht die Töchter und Witwen der Opfer des Terrorismus, bedeutet, den Jugendlichen ein zweideutiges Signal zu senden: Daß man die Welt nämlich leichter auf sich aufmerksam macht, wenn man Schlächter, nicht Opfer, ist.“


ENTCHRISTLICHUNG
Religionsunterricht in Mailand

Religionsunterricht, die große Flucht findet in Mailand statt: dieser Titel eines Artikels in der Stampa vom 8. September ist der Begegnung der 1800 Mailänder Religionslehrer gewidmet. Treffpunkt: Basilika Sant’Ambrogio. In dem Artikel heißt es: „In 182 Klassen der Oberstufe ist die Zahl der Schüler, die Religion wählen, gleich null: ganze Klassen haben noch nicht einmal einen einzigen Schüler aufzuweisen, der sich für Religion interessiert. Und die Zahl derer, die diesem Unterrichtsfach den Rücken gekehrt haben, beträgt inzwischen 60.000. Praktisch eine Massenapostasie.“


BALKAN
Serbischer Außenminister beim Papst und im Vatikan für den Kosovo

Am 9. September hat der Papst Vuk Draskovic, Außenminister für Serbien und Montenegro, in Audienz empfangen. Bei diesem Anlaß überreichte der Leader der Belgrader Diplomatie dem Papst das Buch Crucified Kosovo, in dem die fotografischen Zeugnisse der zahlreichen orthodoxen Kirchen gesammelt sind, die in der autonomen Region Serbiens mit albanischer Mehrheit zerstört oder beschädigt wurden. Danach wurde Draskovic im Vatikan vom Außenminister des Hl. Stuhls, Erzbischof Giovanni Lajolo, empfangen sowie von dessen Vize, Pietro Parolin. Auch in diesem Fall war das Hauptthema die dramatische Situation im Kosovo. Draskovic brachte die Unzufriedenheit Belgrads über die Lebensbedingungen der serbischen Minderheit in der Region zum Ausdruck.


DIPLOMATIE/1
Neue Nuntien in Afrika, der Schweiz und Weißrußland

Am 31. Juli wurde der 49jährige Spanier Andrés Carrascosa Coso zum Erzibschof und apostolischen Nuntius in Kongo ernannt. Fünf Jahre nach seiner Priesterweihe im Jahr 1980 trat er in den diplomatischen Dienst. Die Etappen seiner Laufbahn hießen: Liberia, Dänemark, zweite Sektion des Staatssekretariats, UNO-Sitz Genf, Brasilien, und – zuletzt – Kanada. Am 26. August wurde Carrascosa auch zum Nuntius in Gabun ernannt.
Am selben Tag wurde der sardische Erzbischof Mario Roberto Cassari zum Nuntius in Elfenbeinküste und Burkina Faso ernannt. Der 61Jährige war seit 1999 Nuntius in Kongo und Gabun. Am 8. September wurde Cassari auch zum Nuntius in Niger ernannt.
Am 8. September erfolgte die Ernennung von Erzbischof Francesco Canalini zum apostolischen Nuntius in der Schweiz und in Liechtenstein. In der Vergangenheit war Canalini Nuntius in Ecuador und Indonesien.
Am 15. September wurde der 51jährige Kroate Martin Vidovic, seit 1994 in der 1. Sektion des Staatssekretariats tätig, zum Erzbischof und apostolischen Nuntius in Weißrußland ernannt. Von 1983 bis 1994 war er als Redakteur im kroatischen Programm von Radio Vatikan tätig. Seit 1994 war er Nuntiatur-Sekretär in Bosnien, und seit 2001 Mitglied des pastoralen Beratungsgremiums von Peregrinatio ad Petri Sedem.


DIPLOMATIE/2
Neue Botschafter Guatemalas, Kanadas und Irlands beim Hl. Stuhl

Am 2. September überreichte der neue Botschafter Guatemalas beim Hl. Stuhl sein Beglaubigungsschreiben. Es handelt sich um Juan Gavarrete Soberón. Der 62jährige Rechtsanwalt und Notar ist freier Unternehmer auf dem Sektor des Rechts und Bankwesens. In dem Text der Ansprache an den neuen Botschafter hat der Papst u.a. bekräftigt: „Mit Freude kann ich feststellen, daß die Verteidigung des menschlichen Lebens, von seiner Empfängnis an bis zu seinem natürlichen Ende, konstitutionell in Ihrer Nation anerkannt wird, und das macht Guatemala Ehre.“ Der Botschafter seinerseits betonte die lange Freundschaft, die ihn mit dem Kardinal von Guatemala verbindet, Rodolfo Quezada Toruño, „einem ganz außergewöhnlichen Menschen, den man in meinem Land ‚Bischof des Friedens‘ nennt.“
Am 5. September war der neue Botschafter Kanadas beim Hl. Stuhl an der Reihe. Es handelt sich um den 59jährigen Donald Smith, Karrierediplomat und in der Vergangenheit bereits Botschafter in Zagreb und Abteilungsleiter am Außenministerium. In seiner Ansprache sagte der Papst: „Angesichts des Leidens und der Trennungen, von denen die Menschheitsfamilie so oft heimgesucht wird, wird die Notwendigkeit, definitive Lösungen für die menschlichen Konflikte zu finden, immer akuter.“ Der neue Botschafter hat daran erinnert, daß sich heuer der 35. Jahrestag jenes Moments jährt, als Paul VI. und der Premier Pierre Elliot Trudeau die Anknüpfung voller diplomatischer Beziehungen beschlossen haben. Smith definierte sich als „Protestanten, mit einer tiefen Bewunderung und Respekt vor Ihnen, Heiliger Vater, und für die katholische Kirche.“
Am 5. September war der neue Botschafter Irlands an der Reihe, Philip McDonagh. Der 52jährige Karrierediplomat war von 1994 bis 1999 Botschaftsrat in London, und seit 1999 bis heute Botschafter in Indien. In dem Text seiner Ansprache bekräftigte der Papst: „Irland ist zu recht stolz auf das Erbe warmherziger Gastfreundschaft und großzügiger Hilfeleistung für die Bedürftigen. Basierend auf christlicher Nächstenliebe und genährt aus einem soliden Familienleben, haben diese Tugenden die ‚Seele‘ Irlands geformt und sind auch weiterhin eine seiner wertvollsten Ressourcen.“ Der neue Botschafter, der von 1977 bis 1978 erster Sekretär in der irischen Botschaft beim Quirinal war, erinnerte – in seiner zum Teil auf italienisch gehaltenen Ansprache – daran, daß er damals, als der Rauch auf dem Petersplatz die Wahl Johannes Pauls II. angekündigt hatte, dabei gewesen war. Dieses Jahr jährt sich der 75. Jahrestag der Anknüpfung diplomatischer Beziehungen zwischen Dublin und dem Hl. Stuhl.


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