Kurznachrichten
RELIGION
Adam Mickiewicz und der Warschauer Aufstand

Adam Mickiewicz
KARDINALSKOLLEGIUM
Kardinal Tonini wird neunzig

Ersilio Tonini.
BÜCHER
Enchiridion della pace mit Vorwort von Kardinal Tauran

Jean-Louis Tauran.
Papst/1
Audienz für den Rektor der Universität Bologna
Am 3. Juli empfing Johannes Paul II. Professor Pier Ugo Calzolari, Rektor der Universität Bologna, nebst Gemahlin. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Papst das Sigillum Magnum der Alma Mater Studiorum verliehen, eine Auszeichnung zum 25. Jahr seines Pontifikats. In seiner Dankesrede ermutigte der Papst dazu, daß „die wissenschaftliche und kulturelle Tätigkeit stets von einer wahren Leidenschaft für den Menschen geleitet“ sei.
Papst/2
Generalversammlung des CELAM im Februar 2007 in Rom
Der Vorsitz des CELAM (lateinamerikanischer Bischofsrat) gab bekannt, daß Johannes Paul II. dem Ansuchen stattgegeben hat, die 5. Generalversammlung des lateinamerikanischen Bischofsrates auf Februar 2007 anzusetzen. Austragungsort wird Rom sein. Bei der Anfang Juli am Sitz des Generalsekretariats des CELAM in Bogotá abgehaltenen Pressekonferenz stellte Kardinal Francisco Javier Errázuriz Ossa, Erzbischof von Santiago del Chile und CELAM-Präsident, den soziokulturellen Kontext heraus, in den sich die nächste Konferenz einfügt. Das Thema: „Jünger Jesu Christi in der katholischen Kirche, Missionare der Hoffnung, für die Neuevangelisierung Lateinamerikas und der Karibik am Anbruch des dritten Jahrtausends.“
Religion
Chile. Priester bei Meßfeier ermordet
„Verbrechen in der Kirche, Entsetzen unter den Gläubigen, wie in einem Buch von Fruttero und Lucentini, A che punto è la notte. Ein italienischer Priester, Pater Faustino Gazzieri De Stefani, 69 Jahre, aus dem Orden der Diener Mariens, wurde von Messerstichen niedergestreckt, als er gerade die Abendmesse in der Metropolitankathedrale von Santiago del Chile zelebrierte, der wichtigsten Kirche der Stadt.“ So la Stampa am 26. Juli. Der Täter: ein junger Mann, der „das Mittelschiff entlang nach vorne kam und lauthals Satan anrief. Mit dem Schrei: ‚ich bring’ dich um‘ stürzte er sich mit erhobenem Messer auf den Priester und schnitt ihm die Kehle durch.“ Der aus Venetien stammende Pater Gazzieri De Stefani lebte seit 1960 in Chile.
Kardinäle/1
Kardinal Cassidy wird achtzig
Am 5. Juli konnte der australische Kardinal Erward Idris Cassidy, emeritierter Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, seinen achtzigsten Geburtstag begehen. Die Zahl der Kardinäle mit Wahlrecht sinkt damit auf 124 (von 190), nur zwei davon sind aus Ozeanien.
Am 13. August wurde auch der brasilianische Kardinal Serafim Fernando de Araújo, emeritierter Erzbischof von Belo Horizonte, achtzig Jahre alt.
Kardinäle/2
López Trujillo: Rekord im ehemaligen Heiligen Offizium
Am 7. April wurde der kolumbianische Kardinal Alfonso López Trujillo, der im kommenden November 69 Jahre alt wird und seit 1990 Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie ist, in aliud quinquennium als Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre bestätigt. So zu lesen in den Acta Apostolicae Sedis vom 5. Mai. Es handelt sich dabei um das sechste aufeinanderfolgende Mandat in dem angesehenen Amt. Der lateinamerikanische Purpurträger gehört nämlich schon seit 1979 zum ehemaligen Heiligen Offizium, als er noch Erzbischof von Medellín war.
Nahost/1
Scharon und die nationale Einheit in Israel
„‚Wird es die große Koalition geben?‘. ‚Ich glaube, daß da eine gute Chance besteht, sie zu bilden. Gegen die nationale Einheit steht die ‚Rechte der Rechten‘ und die ‚Linke der Linken‘. Die Schinui ist sehr dafür: weil es zur Union der drei säkularen Parteien führen würde, die gegen die Auflagen der religiösen arbeiten, die in Israel dasselbe Gewicht haben, das der Papst in Italien hatte... im Mittelalter.‘ ‚Geheimdienst-Chef Avi Dichter hat gesagt, daß die Rechts-Extremisten gegen die Aufgabe [der Kolonien, Anm.d.Red.] bereits einen politischen Mord beschlossen haben. Geben diese Drohungen Anlaß zu Sorge?‘. ‚Nach der Ermordung Rabins nehmen wir diese Drohungen sehr ernst‘.“ So Tommy Lapid, israelischer Leader der Schinui (Zentrumspartei) in einem Interview im Corriere della Sera (13. Juli).
Nahost/2
Mitzna, die Mauer und der Abzug aus Gaza
„‚Sind Sie überzeugt davon, daß die Mauer, bzw. die Grenze, für Israel etwas Unverzichtbares darstellt?‘. ‚Ja, das Projekt ist von allergrößter Wichtigkeit, wenn wir den Frieden wollen. Und kann auch den Palästinensern Vorteile bringen, weil die Verhandlungen erst dann wieder aufgenommen werden können, wenn sich die Atmosphäre abgekühlt hat. Davon bin ich überzeugt. Der Weg ist das wahre Problem, nicht der Gedanke einer Barriere an sich. In diesem Sinne ist die Entscheidung des Obersten israelischen Gerichtshofs für uns sehr viel wichtiger: er hat bekräftigt, daß die Regierung nicht so weitermachen kann, wenn die Menschenrechte nicht respektiert werden: die Rechte der Palästinenser auf ein Heim, auf Boden, darauf, in ihren Gemeinschaften zu leben. Der Oberste Gerichtshof ist es, der die Regierung zwingt, ihre Pläne zu überdenken.‘‚Die Mauer, der Rückzug aus Gaza. Ideen, die von der Linken geboren wurden und die zum Banner Scharons geworden sind. Fühlen Sie sich als Verlierer?‘. ‚Verlierer? Diese Ideen waren für die Rechte inakzeptabel. Und jetzt haben sie sie übernommen. Ich bin der Überzeugung, gewonnen zu haben‘.“ Schlagabtausch im Rahmen eines Interviews mit Amram Mitzna, ehemaliger Leader der israelischen Labouristen (Corriere della Sera, 10. Juli).
China/1
Führungskräfte der „patriotischen“ kirchlichen Organe bestätigt
Vom 7. bis 9. Juli wurde in Peking der siebte Nationalkongress der katholischen Repräsentanten abgehalten, die in gewissen Abständen stattfindende Begegnung der Vertreter des von der Regierung anerkannten Bereichs der katholischen Kirche. An dem Kongress nahmen 262 Repräsentanten teil, darunter vierzig Bischöfe. Michael Fu Tieshan, Bischof von Peking, und Joseph Liu Yuanren, Bischof von Nanking, beide ohne apostolisches Mandat geweiht, wurden an der Leitung der patriotischen Vereinigung der katholischen Chinesen und der Bischofskonferenz der katholischen Kirche in China bestätigt, den beiden von der Regierung genehmigten und kontrollierten kirchlichen Organismen.
Der Vizepräsident der patriotischen Vereinigung, Anthony Liu Bainian, hat bestätigt, daß der Kongress die Verfassung der beiden kirchlichen Organismen gemäß den vom Staatsrat 1998 erlassenen Bestimmungen über die Registrierung der sozialen Organisationen reformiert hat.
Bei den vorbereitenden Zusammenkünften des Kongresses wurde bestimmt, daß Über-Achtzigjährige nicht an die Leitung der beiden Organismen gewählt werden können.
China/2
Nachruf auf den „offiziellen“ Bischof von Ningbo, China
Im Osservatore Romano stand am 4. Juli, auf der zweiten Seite, der Nachruf auf Michael He Jinmin, Bischof von Ningbo, China, zu lesen. Der am 4. Mai im Alter von 87 Jahren verstorbene Msgr. He Jinmin war im Jahr 2000 zum „offiziellen“ (von der Regierung anerkannten) Bischof geweiht und vom Hl. Stuhl legitimiert worden. Der Osservatore Romano bezeichnete ihn als „eifrigen Evangelisierer“, der „es verstanden hat, mit der Zeit zu gehen und seine Arbeit der Pastoral und der Evangelisierung am Geist des II. Vatikanischen Konzils zu inspirieren.“
Spanien
Zapatero in Santiago de Compostela
Auch der spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero hatte am Sonntag, 25. Juli, den Wunsch, sich nach Santiago de Compostela zu begeben. Da das Fest des hl. Apostels Jakobus dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, wird das heilige Jahr von Compostela begangen.
Ernennungen
Erster Bischof des Opus Dei in Paraguay
Am 12. Juli wurde der 59jährige Argentinier Rogelio Ricardo Livieres Plano, aus dem Klerus des Opus Dei, zum Bischof von Ciudad del Este ernannt, nach Zahl der Gläubigen drittgrößte Diözese Paraguays. Livieres Plano, der 1978 die Priesterweihe empfing, kann ein Studium der Jurisprudenz vorweisen, einen Master in Verwaltungsrecht und ein Doktorat in Kirchenrecht. In Paraguay ist er der erste Bischof des von Josemaría Escrivá de Balaguer gegründeten Opus Dei.
Apostolische Visitatoren/1
Päpstliche Inspektion beim syrisch-katholischen Patriarchat
Am 21. Juli ernannte der Papst den 71jährigen libanesischen Erzbischof Edmond Farhat, Apostolischer Nuntius in der Türkei, zum apostolischen Visitator beim syrisch-katholischen Patriarchat Antiochien mit Sitz in Beirut im Libanon: „Das Patriarchat und der Synod haben unterschiedliche Anschauungen,“ gab Joseph Younan, Bischof der syrisch-katholischen Diözese Our Lady of Deliverance von Newark der Syrer (USA) und Mitglied des Synods, dem Catholic News Service gegenüber zu verstehen. Patriarch der syrisch-katholischen Kirche ist Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad, der 2001 Nachfolger von Ignace Moussa I. Daoud wurde, den man in Rom mit dem Vorsitz über die Kongregation für die Orientalischen Kirchen betraut hatte.
Apostolische Visitatoren/2
Ermittlungen zum Priesterseminar Sankt Pölten
Am 20. Juli ernannte der Papst den österreichischen Bischof von Feldkirch, Klaus Küng, zum Apostolischen Visitator für die Diözese Sankt Pölten, insbesondere für das bischöfliche Seminar dieser Diözese. Eine Maßnahme, die – so Radio Vatikan – getroffen wurde, nachdem die österreichische Kirche von dem „Sexskandal erschüttert worden war, der das Seminar in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen gebracht hatte“, ein Skandal, „in den der Rektor und Vizerektor des Seminars sowie einige Seminaristen verwickelt waren.“ „In einigen Computern des Seminars“ – so ebenfalls Radio Vatikan – „wurde auch Kinderpornographie-Material gefunden, weshalb die Staatsanwaltschaft der österreichischen Kleinstadt auch gestern [19. Juli, Anm.d.Red.] die Verhaftung eines Seminaristen bekanntgegeben hat.“ Bischof von Sankt Pölten ist seit 1991 der 68jährige Kurt Krenn, zuvor Weihbischof des damaligen Kardinals von Wien, Hans Hermann Groër. Der 64jährige Klaus Küng, aus dem Klerus des Opus Dei, ist seit 1989 Bischof von Feldkirch.
Bücher
Neues Werk über das kanonische Eherecht
Die Vatikanische Verlagsbuchhandlung hat vor kurzem ein recht eigenartiges Buch des sizilianischen Rota-Anwalts Sebastiano Villeggiante herausgegeben (108 SS., 20,00 Euro). Der italienische Titel lautet: Ciullo d`Alcamo e il diritto canonico matrimoniale. Das Vorwort des ungewöhnlichen Büchleins wurde von Msgr. Giuseppe Sciacca geschrieben – auch er Sizilianer –, seit 1999 Auditor-Prälat des Tribunals der Römischen Rota. Darin erklärt der Kirchenmann, wie „Herr Villeggiante [...] nicht zögert (und wir meinen iure meritoque) – angesichts der üblichen und verkürzenden Auslegung, die im Contrasto die, auch szenische, Darstellung des Dialogs zwischen einem prahlerischen Bänkelsänger und Müßiggänger und einem aufreizenden Mädchen aus dem Volk sieht, das sich zunächst starrköpfig und spöttelnd gibt, dann aber angesichts des hartnäckigen Ansturms und der Kraft ihres Instinkts kapituliert (Sapegno, Sansone) – im Dialog die Herausbildung und Manifestation jenes Konsenses ‚qui solus facit nuptias‘ zu erkennen.“ Nach einem Lob auf den „Scharfsinn und die Originalität dieser neuen Auslegung des alten Contrasto“ schließt Msgr. Sciacca sein Vorwort mit den Worten: „Wir können den Literaten die Lektüre des Buches von Professor Villeggiante nur empfehlen, damit sie über das kanonische Eherecht informiert sind [...]; aber wir empfehlen es auch den Kanonisten, Richtern und Anwälten, damit auch sie ein wenig Literaten werden und – neben der wünschenswerten sicheren und überzeugenden Redegewandtheit – auch immer fähiger sind (wie die Literaten eben), die unendlich zahlreichen Facetten der Realität, und vor allem der menschlichen Seele, zu erfassen und sie, ohne sie zu banalisieren oder zu verzerren, wieder den notwendigen Kanones der Rechtlichkeit zuzuführen.“
Audienz für den Rektor der Universität Bologna
Am 3. Juli empfing Johannes Paul II. Professor Pier Ugo Calzolari, Rektor der Universität Bologna, nebst Gemahlin. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Papst das Sigillum Magnum der Alma Mater Studiorum verliehen, eine Auszeichnung zum 25. Jahr seines Pontifikats. In seiner Dankesrede ermutigte der Papst dazu, daß „die wissenschaftliche und kulturelle Tätigkeit stets von einer wahren Leidenschaft für den Menschen geleitet“ sei.
Papst/2
Generalversammlung des CELAM im Februar 2007 in Rom
Der Vorsitz des CELAM (lateinamerikanischer Bischofsrat) gab bekannt, daß Johannes Paul II. dem Ansuchen stattgegeben hat, die 5. Generalversammlung des lateinamerikanischen Bischofsrates auf Februar 2007 anzusetzen. Austragungsort wird Rom sein. Bei der Anfang Juli am Sitz des Generalsekretariats des CELAM in Bogotá abgehaltenen Pressekonferenz stellte Kardinal Francisco Javier Errázuriz Ossa, Erzbischof von Santiago del Chile und CELAM-Präsident, den soziokulturellen Kontext heraus, in den sich die nächste Konferenz einfügt. Das Thema: „Jünger Jesu Christi in der katholischen Kirche, Missionare der Hoffnung, für die Neuevangelisierung Lateinamerikas und der Karibik am Anbruch des dritten Jahrtausends.“
Religion
Chile. Priester bei Meßfeier ermordet
„Verbrechen in der Kirche, Entsetzen unter den Gläubigen, wie in einem Buch von Fruttero und Lucentini, A che punto è la notte. Ein italienischer Priester, Pater Faustino Gazzieri De Stefani, 69 Jahre, aus dem Orden der Diener Mariens, wurde von Messerstichen niedergestreckt, als er gerade die Abendmesse in der Metropolitankathedrale von Santiago del Chile zelebrierte, der wichtigsten Kirche der Stadt.“ So la Stampa am 26. Juli. Der Täter: ein junger Mann, der „das Mittelschiff entlang nach vorne kam und lauthals Satan anrief. Mit dem Schrei: ‚ich bring’ dich um‘ stürzte er sich mit erhobenem Messer auf den Priester und schnitt ihm die Kehle durch.“ Der aus Venetien stammende Pater Gazzieri De Stefani lebte seit 1960 in Chile.
Kardinäle/1
Kardinal Cassidy wird achtzig
Am 5. Juli konnte der australische Kardinal Erward Idris Cassidy, emeritierter Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, seinen achtzigsten Geburtstag begehen. Die Zahl der Kardinäle mit Wahlrecht sinkt damit auf 124 (von 190), nur zwei davon sind aus Ozeanien.
Am 13. August wurde auch der brasilianische Kardinal Serafim Fernando de Araújo, emeritierter Erzbischof von Belo Horizonte, achtzig Jahre alt.
Kardinäle/2
López Trujillo: Rekord im ehemaligen Heiligen Offizium
Am 7. April wurde der kolumbianische Kardinal Alfonso López Trujillo, der im kommenden November 69 Jahre alt wird und seit 1990 Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie ist, in aliud quinquennium als Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre bestätigt. So zu lesen in den Acta Apostolicae Sedis vom 5. Mai. Es handelt sich dabei um das sechste aufeinanderfolgende Mandat in dem angesehenen Amt. Der lateinamerikanische Purpurträger gehört nämlich schon seit 1979 zum ehemaligen Heiligen Offizium, als er noch Erzbischof von Medellín war.
Nahost/1
Scharon und die nationale Einheit in Israel
„‚Wird es die große Koalition geben?‘. ‚Ich glaube, daß da eine gute Chance besteht, sie zu bilden. Gegen die nationale Einheit steht die ‚Rechte der Rechten‘ und die ‚Linke der Linken‘. Die Schinui ist sehr dafür: weil es zur Union der drei säkularen Parteien führen würde, die gegen die Auflagen der religiösen arbeiten, die in Israel dasselbe Gewicht haben, das der Papst in Italien hatte... im Mittelalter.‘ ‚Geheimdienst-Chef Avi Dichter hat gesagt, daß die Rechts-Extremisten gegen die Aufgabe [der Kolonien, Anm.d.Red.] bereits einen politischen Mord beschlossen haben. Geben diese Drohungen Anlaß zu Sorge?‘. ‚Nach der Ermordung Rabins nehmen wir diese Drohungen sehr ernst‘.“ So Tommy Lapid, israelischer Leader der Schinui (Zentrumspartei) in einem Interview im Corriere della Sera (13. Juli).
Nahost/2
Mitzna, die Mauer und der Abzug aus Gaza
„‚Sind Sie überzeugt davon, daß die Mauer, bzw. die Grenze, für Israel etwas Unverzichtbares darstellt?‘. ‚Ja, das Projekt ist von allergrößter Wichtigkeit, wenn wir den Frieden wollen. Und kann auch den Palästinensern Vorteile bringen, weil die Verhandlungen erst dann wieder aufgenommen werden können, wenn sich die Atmosphäre abgekühlt hat. Davon bin ich überzeugt. Der Weg ist das wahre Problem, nicht der Gedanke einer Barriere an sich. In diesem Sinne ist die Entscheidung des Obersten israelischen Gerichtshofs für uns sehr viel wichtiger: er hat bekräftigt, daß die Regierung nicht so weitermachen kann, wenn die Menschenrechte nicht respektiert werden: die Rechte der Palästinenser auf ein Heim, auf Boden, darauf, in ihren Gemeinschaften zu leben. Der Oberste Gerichtshof ist es, der die Regierung zwingt, ihre Pläne zu überdenken.‘‚Die Mauer, der Rückzug aus Gaza. Ideen, die von der Linken geboren wurden und die zum Banner Scharons geworden sind. Fühlen Sie sich als Verlierer?‘. ‚Verlierer? Diese Ideen waren für die Rechte inakzeptabel. Und jetzt haben sie sie übernommen. Ich bin der Überzeugung, gewonnen zu haben‘.“ Schlagabtausch im Rahmen eines Interviews mit Amram Mitzna, ehemaliger Leader der israelischen Labouristen (Corriere della Sera, 10. Juli).
China/1
Führungskräfte der „patriotischen“ kirchlichen Organe bestätigt
Vom 7. bis 9. Juli wurde in Peking der siebte Nationalkongress der katholischen Repräsentanten abgehalten, die in gewissen Abständen stattfindende Begegnung der Vertreter des von der Regierung anerkannten Bereichs der katholischen Kirche. An dem Kongress nahmen 262 Repräsentanten teil, darunter vierzig Bischöfe. Michael Fu Tieshan, Bischof von Peking, und Joseph Liu Yuanren, Bischof von Nanking, beide ohne apostolisches Mandat geweiht, wurden an der Leitung der patriotischen Vereinigung der katholischen Chinesen und der Bischofskonferenz der katholischen Kirche in China bestätigt, den beiden von der Regierung genehmigten und kontrollierten kirchlichen Organismen.
Der Vizepräsident der patriotischen Vereinigung, Anthony Liu Bainian, hat bestätigt, daß der Kongress die Verfassung der beiden kirchlichen Organismen gemäß den vom Staatsrat 1998 erlassenen Bestimmungen über die Registrierung der sozialen Organisationen reformiert hat.
Bei den vorbereitenden Zusammenkünften des Kongresses wurde bestimmt, daß Über-Achtzigjährige nicht an die Leitung der beiden Organismen gewählt werden können.
China/2
Nachruf auf den „offiziellen“ Bischof von Ningbo, China
Im Osservatore Romano stand am 4. Juli, auf der zweiten Seite, der Nachruf auf Michael He Jinmin, Bischof von Ningbo, China, zu lesen. Der am 4. Mai im Alter von 87 Jahren verstorbene Msgr. He Jinmin war im Jahr 2000 zum „offiziellen“ (von der Regierung anerkannten) Bischof geweiht und vom Hl. Stuhl legitimiert worden. Der Osservatore Romano bezeichnete ihn als „eifrigen Evangelisierer“, der „es verstanden hat, mit der Zeit zu gehen und seine Arbeit der Pastoral und der Evangelisierung am Geist des II. Vatikanischen Konzils zu inspirieren.“
Spanien
Zapatero in Santiago de Compostela
Auch der spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero hatte am Sonntag, 25. Juli, den Wunsch, sich nach Santiago de Compostela zu begeben. Da das Fest des hl. Apostels Jakobus dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, wird das heilige Jahr von Compostela begangen.
Ernennungen
Erster Bischof des Opus Dei in Paraguay
Am 12. Juli wurde der 59jährige Argentinier Rogelio Ricardo Livieres Plano, aus dem Klerus des Opus Dei, zum Bischof von Ciudad del Este ernannt, nach Zahl der Gläubigen drittgrößte Diözese Paraguays. Livieres Plano, der 1978 die Priesterweihe empfing, kann ein Studium der Jurisprudenz vorweisen, einen Master in Verwaltungsrecht und ein Doktorat in Kirchenrecht. In Paraguay ist er der erste Bischof des von Josemaría Escrivá de Balaguer gegründeten Opus Dei.
Apostolische Visitatoren/1
Päpstliche Inspektion beim syrisch-katholischen Patriarchat
Am 21. Juli ernannte der Papst den 71jährigen libanesischen Erzbischof Edmond Farhat, Apostolischer Nuntius in der Türkei, zum apostolischen Visitator beim syrisch-katholischen Patriarchat Antiochien mit Sitz in Beirut im Libanon: „Das Patriarchat und der Synod haben unterschiedliche Anschauungen,“ gab Joseph Younan, Bischof der syrisch-katholischen Diözese Our Lady of Deliverance von Newark der Syrer (USA) und Mitglied des Synods, dem Catholic News Service gegenüber zu verstehen. Patriarch der syrisch-katholischen Kirche ist Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad, der 2001 Nachfolger von Ignace Moussa I. Daoud wurde, den man in Rom mit dem Vorsitz über die Kongregation für die Orientalischen Kirchen betraut hatte.
Apostolische Visitatoren/2
Ermittlungen zum Priesterseminar Sankt Pölten
Am 20. Juli ernannte der Papst den österreichischen Bischof von Feldkirch, Klaus Küng, zum Apostolischen Visitator für die Diözese Sankt Pölten, insbesondere für das bischöfliche Seminar dieser Diözese. Eine Maßnahme, die – so Radio Vatikan – getroffen wurde, nachdem die österreichische Kirche von dem „Sexskandal erschüttert worden war, der das Seminar in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen gebracht hatte“, ein Skandal, „in den der Rektor und Vizerektor des Seminars sowie einige Seminaristen verwickelt waren.“ „In einigen Computern des Seminars“ – so ebenfalls Radio Vatikan – „wurde auch Kinderpornographie-Material gefunden, weshalb die Staatsanwaltschaft der österreichischen Kleinstadt auch gestern [19. Juli, Anm.d.Red.] die Verhaftung eines Seminaristen bekanntgegeben hat.“ Bischof von Sankt Pölten ist seit 1991 der 68jährige Kurt Krenn, zuvor Weihbischof des damaligen Kardinals von Wien, Hans Hermann Groër. Der 64jährige Klaus Küng, aus dem Klerus des Opus Dei, ist seit 1989 Bischof von Feldkirch.
Bücher
Neues Werk über das kanonische Eherecht
Die Vatikanische Verlagsbuchhandlung hat vor kurzem ein recht eigenartiges Buch des sizilianischen Rota-Anwalts Sebastiano Villeggiante herausgegeben (108 SS., 20,00 Euro). Der italienische Titel lautet: Ciullo d`Alcamo e il diritto canonico matrimoniale. Das Vorwort des ungewöhnlichen Büchleins wurde von Msgr. Giuseppe Sciacca geschrieben – auch er Sizilianer –, seit 1999 Auditor-Prälat des Tribunals der Römischen Rota. Darin erklärt der Kirchenmann, wie „Herr Villeggiante [...] nicht zögert (und wir meinen iure meritoque) – angesichts der üblichen und verkürzenden Auslegung, die im Contrasto die, auch szenische, Darstellung des Dialogs zwischen einem prahlerischen Bänkelsänger und Müßiggänger und einem aufreizenden Mädchen aus dem Volk sieht, das sich zunächst starrköpfig und spöttelnd gibt, dann aber angesichts des hartnäckigen Ansturms und der Kraft ihres Instinkts kapituliert (Sapegno, Sansone) – im Dialog die Herausbildung und Manifestation jenes Konsenses ‚qui solus facit nuptias‘ zu erkennen.“ Nach einem Lob auf den „Scharfsinn und die Originalität dieser neuen Auslegung des alten Contrasto“ schließt Msgr. Sciacca sein Vorwort mit den Worten: „Wir können den Literaten die Lektüre des Buches von Professor Villeggiante nur empfehlen, damit sie über das kanonische Eherecht informiert sind [...]; aber wir empfehlen es auch den Kanonisten, Richtern und Anwälten, damit auch sie ein wenig Literaten werden und – neben der wünschenswerten sicheren und überzeugenden Redegewandtheit – auch immer fähiger sind (wie die Literaten eben), die unendlich zahlreichen Facetten der Realität, und vor allem der menschlichen Seele, zu erfassen und sie, ohne sie zu banalisieren oder zu verzerren, wieder den notwendigen Kanones der Rechtlichkeit zuzuführen.“