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BUCHVORSTELLUNGEN
Aus Nr. 01 - 2004

Diese Spuren werden zum Geschenk


Der Brief von Msgr. Vincenzo Savio, Bischof der Diözese Belluno-Feltre, zur Vorstellung des Buches Mio fratello Albino in Rom.


von Vincenzo Savio


Sehr geehrte Frau Falasca,
von den vielen Vorstellungen des Buches ist diese hier in Rom sicher die bedeutungsvollste. Ich kann leider nicht anwesend sein, aber Msgr. Giorgio Lise, Postulator ad interim, wird die ganze Wertschätzung für die gelungene Dokumentation zum Ausdruck bringen, die Sie uns mit dem Buch Mio fratello Albino zum 25. Todestag von Papst Johannes Paul I. beschert haben.
Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum ich dieses Buch so sehr schätze. Der erste, offensichtlichste, ist der, daß ich es für eine gute Idee halte, aus einer ungezwungenen Unterhaltung eine Sammlung von zum Großteil unbekannten Fakten zu machen, in der nicht nur viel Originalität steckt, sondern die auch großes Lesevergnügen bereitet. Bereichert wird die schöne Erzählung – fast schon im Familienkreis, zwischen „Kamin“ und „Herdfeuer“ – dann noch von den Fotos aus dem Familienalbum und denen der Gegend um das Vaterhaus und das Val Garés, verbunden mit den Nahaufnahmen der in Erinnerung schwelgenden, heitere innere Ruhe ausstrahlenden Gesprächspartner Nina und Berto.
Weitere, tiefgehendere Gründe kann ich dann natürlich noch beim Lesen des Textes entdecken, den uns Nina so gekonnt und in dem ihr so eigenen Erzählstil schmackhaft zu machen versteht.
Sie weiß, daß einer der überzeugendsten Gründe für unseren Wunsch, ein so anspruchsvolles Unterfangen anzugehen – die Einleitung des Seligsprechungsprozesses dieses Papstes nämlich, eine Aufgabe, die von vielen leidenschaftlichen Anhängern und vielen unsicheren und manchmal kritischen Beobachtern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden wird – die Sicherheit ist, daß uns Don Albino an der Hand nehmen und uns dabei helfen wird, den Weg einer „Heiligkeit“ wiederzufinden, die für jeden zugänglich ist, der dem an alle gerichteten evangelischen Ruf Jesu folgen möchte. Heiligkeit als „hohes“ Ziel ja, aber doch auch in greifbarer Nähe eines jeden wahren Jüngers; eine Heiligkeit, die fähig ist, sich in der Gewöhnlichkeit der eigenen persönlichen Berufung „niederzulassen“.
Luciani wird uns dabei helfen, sie in seinem existentiellen Werdegang zu finden, aber er wird uns zeigen, daß sie auch bei den Menschen seines Umfeldes, das nun unser Umfeld ist, gegenwärtig und weit verbreitet ist, und bei seinen Familienangehörigen, der Generation der Väter und Mütter, die unsere Kindheit und Jugend so nachhaltig geprägt haben. Daher wenden wir uns an ihn: um erleuchtet zu werden, damit wir die Spuren der Heiligkeit erkennen und konsolidieren können, die „Wege der Karren“, die es noch heute gibt.
Diese Spuren durch den Bericht so glaubwürdiger Zeugen wie Berto und Nina wiederentdeckt zu haben, ist für uns ein wertvolles „Geschenk“. Die ständige Verflechtung von Fakten, Anmerkungen und herzerwärmenden Erinnerungen, die uns aus jeder Zeile entgegenleuchten, die unterschwellig vernehmbare Geschichte von heroisch gelebten Tugenden, fast schon als natürliche Antwort auf den Wunsch, dem Leben Würde zu verleihen und es für die Kontemplation einer Hoffnung, die trotz aller „Pannen“ gewiß ist, zu öffnen, macht es uns möglich, in aller Einfachheit eine klare Pädagogik der Heiligkeit herauszufiltern.
So wird Albino Luciani wieder der lebendige Bruder nicht nur von Berto und Nina, sondern eines jeden Christen. Heiterer Katechet dessen, was am meisten zählt im Leben: Freunde Gottes zu sein, weil Er, Gott, uns zu seinen Freunden auserkoren hat.
Don Albino, „redet noch, obwohl er tot ist“ (Hebr 11,4), und ich habe große Lust, ihm zuzuhören. Aber ich weiß, daß ich damit nicht allein dastehe. Dank dieses Geschenks, das wir durch Ihr berufliches Können in den Händen halten können.



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