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ECCLESIAM SUAM
Aus Nr. 11 - 2010

GEDANKEN ZU GEHEIMNIS UND LEBEN DER KIRCHE

Ein einfacher Blick


Kardinal Georges Cottier, emeritierter Theologe des Päpstlichen Hauses, kommentiert Licht der Welt, das Interview-Buch von Papst Benedikt XVI.


von Kardinal Georges Cottier OP


Kardinal Georges Cottier.

Kardinal Georges Cottier.

Die Klarheit und Einfachheit der Dinge, die Benedikt XVI. in seinem im Herder-Verlag erschienenen Buch Licht der Welt sagt, haben mich tief beeindruckt. Das Buch, ein Gespräch mit dem Journalisten Peter Seewald, zeigt uns den Papst als einen ausgeglichenen, zuversichtlichen Menschen, der uns mit derselben Einfachheit, mit der er vom Alltag der päpstlichen Familie berichtet, auch die großen Fragen beantwortet, die das Leben der Weltkirche betreffen.
An vielen Stellen des Buches kann man ein klares Vertrauen zu der gegenwärtigen und zukünftigen Befindlichkeit der Kirche in der Welt erkennen. Der Papst scheint alles andere als entmutigt: zwar macht er keinen Hehl daraus, dass die Kirche in Europa eine Krise durchlebt, doch das ist seiner Meinung nach „nur ein Teil des Ganzen“. In Wahrheit – so berichtet er – „wächst und lebt die Kirche und ist voller Dynamik: Wir erleben auf dem europäischen Kontinent nur eine bestimmte Seite und nicht auch die große Dynamik des Aufbruchs, die anderswo wirklich da ist und der ich auf meinen Reisen und durch die Besuche der Bischöfe immer wieder begegne“ (S. 26).
Man fragt sich, woher dieses Vertrauen kommt. Ohne Zensur nimmt der Papst die Säkularisierung, den Relativismus, den Verlust des Gottesbezuges zur Kenntnis – Phänomene, die heute das Leben vieler Menschen bestimmen. Die Hoffnung, die Zuversicht, die er trotzdem hat, scheinen jedoch keineswegs auf eine Art Geheimrezept oder auf irgendein altes oder neues Paradigma zurückzuführen zu sein, das den Weg weist und die “Gesundheit” oder gar den “Erfolg” der Kirche bescheinigt. Benedikt XVI. betont einfach nur, dass es Jesus ist, der die Flamme des Glaubens am Leben erhält, denn „nur der Herr selber hat die Macht, die Menschen auch im Glauben zu halten“ (S. 21). Allein auf diese Tatsache, die er in seiner Eigenschaft als Nachfolger Petri erfahren durfte, stützen sich die Hoffnung und die Zuversicht des Papstes: „Und wenn man sieht, was Menschen, was Kleriker alles in der Kirche gemacht haben, dann ist das geradezu ein Beweis dafür, dass Er die Kirche hält und gegründet hat. Wenn sie nur von den Menschen abhinge, wäre sie längst zugrunde gegangen“ (S. 55).
Das ist das Geheimnis der Kirche, die auf dieselbe Weise erblüht, in der sich Papst Benedikt der Aufgabe stellt, zu der er berufen wurde.

„Im Übrigen konnte ich schon in dem Augenblick, in dem es mich getroffen hat, einfach zum Herrn nur sagen: Was tust Du mit mir? Jetzt hast Du die Verantwortung. Du musst mich führen! Ich kann es nicht. Wenn Du mich gewollt hast, dann musst Du mir auch helfen“ (S. 18): mit diesen Worten beschreibt Benedikt XVI. auf den ersten Seiten seines Buches den Tag seiner Wahl zum Papst. Und genau das ist im Grunde der rote Faden, der sich durch alle seine Antworten zieht: Antworten, die auch von einem ekklesiologischen Standpunkt her überaus interessante Reflexionen bieten. Für Benedikt XVI. ist auch der Papst nur „ein einfacher Bettler vor Gott – mehr noch als alle anderen Menschen“ (S. 32). Mit klaren und einfachen Worten wird auch das Charisma der Unfehlbarkeit mit den Begriffen der katholischen Glaubenslehre erklärt und jegliches diesbezügliche Missverständnis ausgeräumt: „ Der Bischof von Rom“ – so Benedikt XVI. – „handelt wie jeder andere Bischof auch, der seinen Glauben bekennt, der ihn verkündigt, der treu ist in der Kirche. Nur wenn bestimmte Bedingungen vorliegen, wenn die Tradition geklärt ist und er weiß, dass er jetzt nicht willkürlich handelt, kann der Papst sagen: Dies ist der Glaube der Kirche – und das Nein dazu ist nicht der Glaube der Kirche“ (S. 22). Der Papst führt aus, dass „uns das Zweite Vatikanum mit Recht gelehrt hat, dass für die Struktur der Kirche Kollegialität konstitutiv ist; dass der Papst nur ein Erster im Miteinander sein kann, und nicht jemand, der als absoluter Monarch einsame Entscheidungen treffen und alles selber machen würde“ (S. 93). So betont Benedikt XVI. mit Verweis auf das letzte Vatikanische Ökumenische Konzil, dass die geteilte Verantwortung der Bischöfe ein konstitutives Element der Kirche ist. Und seine Ausführungen sind keine leeren Worte: aus ihnen klingt deutlich heraus, wie viel Bedeutung er der Bischofssynode beimisst und wie viel Gehör er den Bischöfen schenkt, die ihm bei ihren Ad-limina-Besuchen die Situation in ihren Diözesen schildern. Überaus wichtige Besuche also, die Benedikt XVI. die Probleme, das Leid, aber auch den Trost nahebringen, die das Gottesvolk in den verschiedenen Ländern erfährt – beispielsweise die Geißel des Drogenhandels, von dem ihm „ganz viele Bischöfe, vor allen Dingen aus Lateinamerika“ (S. 80) berichtet haben.
Der Pontifex beantwortet auch die Frage nach der möglichen Einberufung eines Dritten Vatikanischen Konzils, wofür seiner Meinung nach die Zeit noch nicht reif sei. Das von Benedikt XVI. beschriebene Kriterium der Kollegialität kann aber durchaus wichtige Entwicklungen im Bereich der Ökumene bringen, vor allem in den Beziehungen zu den Ostkirchen. Diese Kirchen – so Benedikt XVI. – „sind echte Teilkirchen, obwohl sie nicht mit dem Papst in Verbindung sind. In diesem Sinne ist die Einheit mit dem Papst nicht konstitutiv für die Teilkirche“. Doch gerade dieser Mangel an Einheit „ist sozusagen ein Mangel in dieser Lebenszelle. Sie bleibt eine Zelle, sie darf Kirche heißen, aber in der Zelle fehlt ein Punkt, nämlich die Verknüpfung mit dem Gesamtorganismus“ (S. 114).

Auch an anderen Stellen kann man deutlich erkennen, dass die Kraft, das unerschütterliche Vertrauen, das der Papst besitzt, nicht aus ihm selbst kommen: „Denn ich sehe ja, dass fast alles, was ich tun muss, etwas ist, was ich selber gar nicht kann. Schon dadurch bin ich sozusagen gezwungen, mich dem Herrn in die Hände zu geben und ihm zu sagen: “Mach Du es, wenn Du es willst!”“ (S. 31). „Mystiker bin ich nicht“, sagt Benedikt XVI. (S. 31) und gesteht, Maria und die Heiligen anzurufen: „Ich bin mit Augustinus, mit Bonaventura, mit Thomas von Aquin befreundet. Man sagt dann auch zu solchen Heiligen: “Helft mir!” […]. In diesem Sinn gebe ich mich in die Gemeinschaft der Heiligen hinein. Mit ihnen, durch sie bestärkt, rede ich dann auch mit dem Lieben Gott, vor allem bettelnd, aber auch dankend – oder ganz einfach freudig“ (S. 33). Der Pontifex sieht sich nicht als eine Art Angelpunkt eines Pontifikats-Programms: „Wenn der Papst als oberster Hirte der Kirche im Bewusstsein seiner Verantwortung spricht, dann sagt er nicht mehr irgendetwas Eigenes, was ihm gerade eingefallen ist“ (S. 23). Doch gerade deshalb kann seine Art, die frohen oder auch traurigen Geschehnisse in der Kirche unserer Zeit zu betrachten und zu beantworten, auf überraschende Weise die Herzen öffnen für die christliche Verkündigung und auf entwaffnende Weise alle Einwände unserer Zeit ausräumen.
Ich denke beispielsweise daran, wie der Papst über die tragischen Missbrauchsfälle spricht, in die katholische Priester verwickelt waren. Er macht keinen Hehl aus seinem Bedauern über diese Vorfälle, spricht von innerer Erneuerung, Verwandlung und Buße, stellt aber heraus, „dass es auch eine Freude gab, die Kirche bloßzustellen und möglichst zu diskreditieren“ (S. 44). Er räumt aber auch ein, „dass nur weil in der Kirche das Böse war, es von anderen gegen sie ausgespielt werden konnte“ (S. 44). Seiner Ansicht nach „könnte man meinen, dass der Teufel das Priesterjahr nicht leiden konnte und uns daher den Schmutz ins Gesicht geworfen hat. Als hätte er der Welt zeigen wollen, wie viel Schmutz es gerade auch unter den Priestern gibt“ (S. 52). Andererseits „könnte man sagen, der Herr wollte uns prüfen und uns zu einer tieferen Reinigung rufen, so dass wir das Priesterjahr nicht triumphalistisch begehen, als Selbstrühmung, sondern als Jahr der Reinigung, der inneren Erneuerung, der Verwandlung und vor allem der Buße“ (S. 52). Mit Verweis auf die Mitverantwortung der Bischöfe sagt er, dass „die Stimme, wie schon gesagt, zuerst den Bischöfen gehört“ (S. 47). Und mit eben diesem Weitblick erkennt er auch die Dynamik dessen, was an Gutem und Schönem in der Kirche erblühen kann. Es handelt sich um „Initiativen, die nicht von einer Struktur, von einer Bürokratie befohlen sind. Die Bürokratie ist verbraucht, und müde“ (S. 79). Mit Bedauern spricht er von den „Berufskatholiken“ (S. 169), die sich von Apparaten und Nomenklaturen umgarnen lassen, kann aber auch das tröstliche Aufkeimen neuen christlichen Lebens in jenen Teilen der Erde erkennen, die die Säkularisierung fest im Griff zu haben scheint. „Der Gottesdienst in Paris war überwältigend. Es waren zigtausende von Menschen in der Esplanade vor dem Invalidendom versammelt – in einer Intensität des Betens und des Glaubens, die mich berührt hat […]. Es war für mich sehr wichtig zu sehen, dass im sogenannten laikalen Frankreich nach wie vor auch eine ungeheure Kraft des Glaubens da ist“, erinnert er sich an seine Reise nach Frankreich (SS. 143-144), und fügt noch an: „Doch der Herr hat uns auch gesagt, dass es im Weizen das Unkraut geben wird, aber dass die Saat, Seine Saat, dennoch weiterwachsen wird. Darauf vertrauen wir“ (S. 42).
Die thematisch breitgefächerten Fragen des Journalisten Peter Seewald beantwortet der Pontifex mit schönen, zu Herzen gehenden Worten. Von seinem Vorgänger Johannes Paul II. spricht er voller Zuneigung und Bewunderung. Auf dessen Medienwirksamkeit angesprochen, antwortet er mit entwaffnender Offenheit: „Ich habe mir einfach gesagt: Ich bin der, der ich bin. Ich versuche nicht, ein anderer zu sein. Was ich geben kann, gebe ich, und was ich nicht geben kann, versuche ich auch nicht zu geben. Ich versuche nicht, etwas aus mir zu machen, was ich nicht bin“ (S. 139).

Für Benedikt XVI. ist auch der Papst nur „ein einfacher Bettler vor Gott – mehr noch als alle anderen Menschen“ (S. 32). Mit klaren und einfachen Worten wird auch das Charisma der Unfehlbarkeit mit den Begriffen der katholischen Glaubenslehre erklärt und jegliches diesbezügliche Missverständnis ausgeräumt: „ Der Bischof von Rom“ – so Benedikt XVI. – „handelt wie jeder andere Bischof auch, der seinen Glauben bekennt, der ihn verkündigt, der treu ist in der Kirche. Nur wenn bestimmte Bedingungen vorliegen, wenn die Tradition geklärt ist und er weiß, dass er jetzt nicht willkürlich handelt, kann der Papst sagen: Dies ist der Glaube der Kirche – und das Nein dazu ist nicht der Glaube der Kirche“ (S. 22).
Sehr beeindruckend ist meiner Meinung nach auch das, was er über die Beziehungen zum Judentum und zu Israel sagt. So erzählt er beispielsweise, dass ihm vom ersten Tag seines Theologiestudiums an „die innere Einheit von Altem und Neuem Bund“ irgendwie sofort klar gewesen sei, und dass ihm aufgegangen war, dass „wir das Neue Testament nur zusammen mit dem Vorangegangenen lesen können, ansonsten würden wir es gar nicht verstehen.“ Er gesteht, „dass natürlich uns als Deutsche getroffen hat, was im Dritten Reich geschehen war, und uns erst recht angehalten hat, mit Demut und Scham und mit Liebe auf das Volk Israel zu schauen“. Diese Dinge hätten sich bereits in seiner theologischen Ausbildung „miteinander verbunden und meinen Weg im theologischen Denken geformt“ (SS. 105-106). Mit großer Sensibilität bezieht der Pontifex zu der in der katholischen Theologie immer wiederkehrenden Versuchung Stellung, dem Beispiel des Gnostikers Markion folgend, Altes und Neues Testament trennen, ja einander entgegenstellen zu wollen. So ist ein zentraler Punkt seines Lehramts gerade, „dass dieses neue, liebende, verstehende Ineinander von Israel und Kirche im jeweiligen Respekt für das Sein des anderen und seine eigene Sendung wesentlich sein muss für meine Verkündigung des christlichen Glaubens“ (S. 106). Die Juden bezeichnet Benedikt XVI. als unsere “Väter im Glauben”, weil „dieses Wort vielleicht noch deutlicher veranschaulicht, wie wir zueinander stehen“, während das von seinem Vorgänger gebrauchte Wort “älterer Bruder” von den Juden nicht so gern gehört werde, „weil in der jüdischen Tradition der “ältere Bruder” – Esau – auch der verworfene Bruder ist“ (S. 106).
Äußerst interessant waren meiner Meinung nach auch seine Antworten zum Thema der Beziehung zum Islam. Auf die Frage, ob es die Päpste noch immer für ihre Aufgabe hielten, Europa vor einer Islamisierung zu schützen, antwortet Benedikt XVI.: „Heute leben wir in einer völlig anderen Welt, in der die Fronten anders verlaufen“ (S. 125). Als Modell gegenseitigen Verständnisses nennt er Schwarzafrika, wo „in großen Teilen seit Langem ein tolerantes und gutes Miteinander zwischen Islam und Christentum besteht“ (S. 126). Auf die „Regensburger Rede“ angesprochen, die – so Seewald – „als erster Fehler des Pontifikats eingestuft wurde“, erinnert der Papst an die positiven Wirkungen, die diese Ereignisse letztlich hatten: „Es wurde deutlich, dass der Islam im öffentlichen Dialog zwei Fragen klären muss, nämlich die Fragen seines Verhältnisses zur Gewalt und zur Vernunft“ (S. 124). Und so sei „aus dieser Kontroverse ein wirklich intensiver Dialog gewachsen“ (S. 123). Der Papst gibt aber auch in aller Demut zu: „Ich hatte die Rede als streng akademische Rede konzipiert und gehalten, ohne mir bewusst zu sein, dass man eine Papstrede nicht akademisch, sondern politisch liest“ (S. 123).
Das ehrliche Eingeständnis dieses Versäumnisses (wie auch das Bedauern darüber, die Exkommunikation des der katholischen Piusbruderschaft angehörenden Bischofs Williamson zurückgenommen zu haben, ohne vorher die notwendigen Erkundigungen einzuziehen, die Letzteren als Holocaust-Leugner entlarvt hätten) zeigt deutlich, dass hier ein Papst spricht, und kein Professor, der seine legitimen akademischen Thesen vertritt. Dasselbe kann man auch aus den – natürlich in den Medien ausführlich diskutierten – Worten heraushören, die er zum Gebrauch des Kondoms sagt.

Mit seiner Stellungnahme zum Gebrauch des Kondoms im Kampf gegen AIDS hat der Papst keineswegs bezweckt, die Lehre der Kirche reformieren oder gar ändern zu wollen. Wie der Direktor des vatikanischen Pressamtes, Pater Federico Lombardi bereits betonte, hat Benedikt XVI. einfach nur festgehalten, dass der Gebrauch eines Kondoms in begründeten Einzelfällen, in denen der Geschlechtsverkehr ein Risiko für das eigene Leben oder das anderer darstellt, Leben retten kann. Im Falle von Prostituierten beispielsweise, die sich mit dem HIV-Virus angesteckt haben, kann der Gebrauch eines Kondoms die Ansteckungsgefahr für andere verringern und somit, „ein erstes Stück Verantwortung“ bedeuten, „ein erster Schritt sein auf dem Weg hin zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität“ (SS. 146-147). Auf das hier vom Papst zitierte Beispiel sollte man näher eingehen. Das Erfordernis einer positiv gelebten Sexualität ist im Innern des Sakraments der Ehe erfüllt. Und die Voraussetzung für das gegenseitige Treuegelöbnis der beiden Ehepartner ist in der Gesamtheit des christlichen Lebens gegeben, das die Gebete und die Sakramente mit einschließt. Die Prostitution dagegen stellt eine Struktur der Sünde dar. Für jene aber, die in einer derartigen Struktur leben, macht der Umstand, dafür Sorge tragen zu wollen, dass eine für sie selbst oder andere lebensbedrohliche Ansteckungsgefahr verringert wird, aus der Prostitution zwar noch lange keine Tugend, aber es ist doch ein erster, positiv zu beurteilender Schritt auf dem Weg hin zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität. Die katholische Morallehre will nämlich das Glück und das Heil aller, sie will für niemanden Verdammnis und Tod. Außerdem hat die öffentliche Autorität schon aus Gründen der Hygiene im Kampf gegen ansteckende Krankheiten die Pflicht, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dort, wo eine Erziehung zu einer verantwortlich gelebten Sexualität nicht möglich ist, ist die Verwendung von Kondomen legitim. Das hat aber nichts mit jenen Kondom-befürwortenden Kampagnen zu tun, die letztendlich nur die sexuelle Freizügigkeit fördern. Besondere Aufmerksamkeit gebührt auch dem, was der Papst über die Kriterien für die Bischofsernennungen ausführt: „Ich denke, Mut ist eine der Hauptqualitäten, die ein Bischof und ein Kurienführer heute haben müssen“ (S. 109).
Bezüglich der Ausnahme-Situation der Katholiken in China gesteht Benedikt XVI., jeden Tag darum zu beten, dass die Spaltungen in der Kirche Chinas überwunden werden mögen. Als erste Grundbedingung für eine positive Entwicklung nennt er „das lebendige Verlangen, mit dem Papst in Einheit zu stehen, das bei den illegitim geweihten Bischöfen nie abwesend gewesen ist“ (S. 118).
Auch zu den ernst zu nehmenden Problemen, mit denen sich die Menschheit heute konfrontiert sieht, findet der Papst einfache, aber klare Worte: „Wie kommen wir in einer Welt zu Rande, die sich selbst bedroht, in der der Fortschritt zur Gefahr wird? Müssen wir nicht neu wieder mit Gott anfangen?“ (S. 98). Ja, vielleicht ist es gerade das, was uns dieses so aufschlussreiche Buch letztendlich sagen will.


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