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DER ACHTZIGSTE GEBURTSTAG...
Aus Nr. 04 - 2007

Grussadresse des Dekans des Kardinalskollegiums.

Eine kleine Geste der Liebe



von Kardinal Angelo Sodano


Heiliger Vater, das Kardinalskollegium ist heute versucht, dem Wort des Psalmisten zu widersprechen, laut dem es nach Vollendung des 80. Lebensjahres nur noch labor et dolor, Mühe und Schmerz, gibt. In Wahrheit wurde dem Psalmisten allerdings schon vom Deuteronomium widersprochen, das berichtet, dass Mose das 120. Lebensjahr in nicht geschwundener Frische erreicht hatte. Ja, nicht einmal sein Auge war getrübt, wie uns die Heilige Schrift berichtet: „Non caligavit oculus eius“ (Dt 34, 7). Und wenn wir heute die Kraft und Heiterkeit bewundern, mit der Sie am Steuer des „Schiffes“ Petri stehen, scheint uns besagter Psalmenvers endgültig überholt. Die Kardinäle der Ewigen Stadt wollten heute um Sie versammelt sein, um Sie an diesem so wichtigen Tag Ihres Lebens ihre Nähe spüren zu lassen. Anwesend sind 48 Kardinäle, neun sind nur im Geiste bei uns, weil es ihnen leider aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, heute bei uns zu sein: als ersten möchte ich Kardinal Stickler erwähnen, der bereits das ehrwürdige Alter von 97 Jahren erreicht hat; des weiteren lassen sich folgende Kardinäle für ihre Abwesenheit entschuldigen und haben darum gebeten, dem Heiligen Vater ihre besten Grüße zu übermitteln: die Kardinäle Lourdusamy, Innocenti, Deskur, Felici, Sánchez, Noè und Angelini. Heiliger Vater, unsere besten Wünsche an diesem Freudentag – auch im Namen derer, die heute abwesend sind. Mit 96 Lenzen ist der Dienstälteste unter uns Kardinal Mayer: einen herzlichen Gruß an ihn! Der jüngste dagegen ist, mit 64 Jahren, Kardinal Tauran. Wie Sie also sehen, Heiliger Vater, stellen wir heute alle unter Beweis, nicht ein ingravescentem aetatem zu haben, sondern – wenn überhaupt – ein florescentem aetatem. Ich habe dann noch den verehrten Kardinal Friedrich Wetter, Ihren geschätzten Nachfolger auf dem Sitz München und Freising, gebeten, sich uns Kurienkardinälen anzuschließen. Wir alle haben gestern an der Dankesmesse auf dem Petersplatz teilgenommen und wollten heute wieder an Ihrer Seite sein, um Ihnen in diesem so bedeutungsvollen Moment Ihres Lebens unsere Nähe zu bezeugen. Bei dieser Gelegenheit haben mich die Kurienkardinäle gebeten, Ihnen einen Spendenbetrag zu überreichen, den sie für Ihre Wohltätigkeitswerke gesammelt haben. Ich freue mich also, Ihnen einen Scheck über 100.000 Euro überreichen zu dürfen mit der Bitte, doch möglichst die schwere Notlage der Christen im Heiligen Land im Auge haben zu wollen. Es ist ein kleines Zeichen jener brüderlichen agape, jener Liebe, an die gerade Sie, Heiliger Vater, uns so oft gemahnt haben. Ich war ja auch in Regensburg dabei, am 12. September vergangenen Jahres, als Sie in diesem schönen Dom in der Homilie sagten, dass in der Liebe alles „eingefaltet“ ist, im Alltag aber immer neu „entfaltet“ werden muss. Nun gut: wir haben heute die Liebe, die wir im Herzen tragen, „einfalten“, „entfalten“ wollen mit dieser kleinen Geste der Liebe für unsere leidenden Brüder und Schwestern im Land Jesu von Nazareth. In diesem Sinne nochmals die besten Glückwünsche im Namen aller hier anwesenden Kardinäle, auch im Namen der Mitglieder der Päpstlichen Familie, die sich uns angeschlossen haben. Ein von Herzen kommendes: ad multos annos, ad multos felicissimos annos! Danke.


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